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Bald Wohnquartier? Zeugen erinnern an Segebergs alte Kippe

Bad Segeberg Bald Wohnquartier? Zeugen erinnern an Segebergs alte Kippe

Wohnen auf einer alten Müllkippe? Das wird kein Selbstgänger im Bauleitverfahren, das in der städtischen Bauausschusssitzung am Mittwoch, 8. Juni, (Bürgersaal, 18.30 Uhr) beraten und angeschoben werden soll.

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Müllkuhle Wischhof: Wie hier das Bild von 1957 zeigt, gab es auf der Kippe immer wieder Brände, die die Feuerwehr bekämpfen musste.

Bad Segeberg. Armin von Anshelm, zuständig vom Fachdienst Abwasser, Boden und Abfall, zeigte sich überrascht von dem Vorhaben. „Das erstaunt mich, mit uns hat keiner geredet.“

LN-Bild

In den 50er und 60er Jahren wurde am Wischhof Bad Segebergs Müll entsorgt.

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Wie berichtet, sollen südlich der Dorfstraße und westlich der Straße Wischhof in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss 67 Wohnungen entstehen. Die Erschließung des neuen Wohngebiets „Gartenquartier Niendorfer Rondell“, soll von der Moltkestraße her erfolgen. Geschäftsführer Michael Hintz vom Bauherr-Unternehmen Argos berichtete: „Wir haben sehr viel Grün eingeplant – die Anlage wird sich in das umliegende Grün einbetten.“ Tatsächlich liegt das Gelände mitten im Grünen mit schönem Ausblick auf die Silhouette von Klein Niendorf. Alles wunderbar – doch was steckt im Boden?

Die Grünflächen im Bereich Wischhof seien als Altablagerungsflächen eingetragen. „Wir wissen nicht, wie gefährlich das Material ist, das dort früher abgelegt worden ist“, sagt Experte Armin von Anshelm. Einige Zeitzeugen sind erstaunt, dass hier Derartiges geplant werde. An die immer wieder aufflammenden Brände auf der Müllkippe erinnern sich viele ältere Segeberger. Hans-Joachim Gerstenkorn zog als Kind 1960 nach Klein Niendorf. „Ich finde es verwunderlich, dass dort gebaut werden soll.“ Auf dieser Müllkippe sei nach seiner Beobachtung damals nicht nur normaler Hausmüll abgeladen worden. „Wir haben als Kinder das Gelände als Abenteuerspielplatz genutzt und dort sogar Autobatterien aus dem Boden geholt.“ Die Zufahrt war am Ende der Moltkestraße, da seien auch alte Kabel verbrannt worden, um Kupfer zu gewinnen. „Das habe ich noch miterlebt“, sagt der 63-Jährige. Auch Zeitzeuge Hubert Brosche, der mit seiner Familie nach dem Krieg nach Klein Niendorf kam, kennt die Müllkippe aus den 50er Jahren. Brosche zeigte dem LN-Reporter vor Ort genau die Ausdehnung der Müllkippe. Der Schulweg des heute 72-Jährigen führte jahrelang daran vorbei. „Wir haben als Kinder oft nachgeschaut, ob wir etwas gebrauchen konnten.“ Das Gelände sei damals Sumpfgebiet gewesen und jahrelang vom Wischhof aus mit dem Müll der Bad Segeberger aufgefüllt worden. Brosche: „Das war die offizielle städtische Müllkippe.“ Dort stand auch in einer Wellblechgarage der städtische Müllwagen. „Dort gab es auch Schrottsammler, die im Müll wühlten und Blechdosen und Eisen herauszogen. Die haben immer geschimpft, wenn wir Kinder alte Fahrräder herausfischten.“ Hin und wieder habe es Schwelbrände gegeben, schon weil die Müllautos auch Asche aus den Kohleöfen dort hinkarrten. Die Müllautos, das seien in den 50ern noch Kipplaster gewesen, die fuhren bis an die Kante heran und ließen den Müll dann herunterrutschen.

„Wenn man auf einer Altablagerung bauen möchte, muss genau geprüft werden, ob das geht“, teilte von Anshelm mit. Sicher könne man den Müll herausholen, das werde aber teuer. Von der Standfestigkeit her sei „eine Altablagerung nicht gerade ideal“. Nach dem jetzige Bebauungsplan sei dort Grünfläche und ein Spielplatz vorgesehen. Darauf verwies auch Michael Hintz von Argos. „Sie können sicher sein, dass wir alles geprüft haben, dort ist nichts bedenklich.“ Um das zu belegen, sei auch ein Gutachten vom Sachverständigen-Büro Mücke angefertigt worden. Es bekräftige die Bebaubarkeit mit Wohngebäuden.

 Wolfgang Glombik

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