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Segeberg Bangerts unbekannte Puppe kehrt zurück
Lokales Segeberg Bangerts unbekannte Puppe kehrt zurück
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18:15 14.02.2018
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Bad Segeberg

Anne-Christiane Wolter heißt die Besitzerin des Puppen-Bildes. Wie die fein gearbeitete Tempera-Arbeit nach Köln kam, ist ganz einfach: Wolters Ehemann, der wie Bangert im Vorjahr verstorbene Dr.

Jobst Wolter, war von 1970 bis 1973 Assistenzarzt am Bad Segeberger Kreiskrankenhaus. „Zu dieser Zeit nahm ich Malunterricht bei Uwe Bangert“, erzählt die Kölnerin. An ihrem Lehrer liebte sie vor allem die genaue Sicht, die der Zeichner unter anderem eines berühmten Insektenbuches auf die Dinge hatte. Und da sie selbst ein Faible für alte Puppen hatte, gefiel der jungen Anne-Christiane Wolter dieses Bild besonders, so dass sie es Bangert noch im Entstehungsjahr 1972 abkaufte.

Dann verzog sie mit ihrem Mann, und der Bad Segeberger Maler erbat das Bild noch einmal als Leihgabe zurück, weil er es bei der Landesschau des Berufsverbandes Bildender Künstler 1973 in der Kieler Kunsthalle präsentieren wollte. „Frau Wolter hat das 64 mal 54 Zentimeter große Bild damals in einer Holzkiste nach Bad Segeberg geschickt – und in derselben Holzkiste ist es jetzt zu mir gelangt, samt der alten Zeitungen von 1973 zum Auspolstern“, sagt Katrin Lienau („Auge“, Sammlerverein).

Über alle Umzüge hinweg hat Anne-Christiane Wolter das Puppen-Bild behalten und es sich immer wieder mit Freude angesehen. Doch nun, im Alter, möchte die Mit-Siebzigerin ihren Haushalt verkleinern und sich auch von diesem Bild trennen. „Am liebsten wäre mir, wenn es jemand aus Bad Segeberg erwirbt, so dass die Puppe sozusagen in die Heimat zurückkehrt“, sagt die Kölnerin.

Öffentlich zu sehen ist das Bild noch am Sonnabend und Sonntag während der Ausstellung „Villa im Winter“ in der Villa Flath (jeweils 11 bis 17 Uhr). Danach nimmt Katrin Lienau das Bild wieder in Verwahrung. „Seit Bangerts Tod werde ich immer wieder angesprochen, mich um Bilder zu kümmern, die Herkunft zu klären und ähnliches“, sagt Katrin Lienau, die noch im Herbst gemeinsam mit ihrer Tochter Anna-Sophie Laug das Buch „Uwe Bangert – Kunst am Bau“ herausgegeben hatte. Seinen 90. Geburtstag konnte der Segeberger Künstler (1927 – 2017) noch im Rathaussaal feiern.

Die Villa-Künstler und alle Bangert-Freunde würde auch interessieren, ob jemand die dargestellte Puppe kennt. Denn deren Herkunft und Namen hatte Anne-Christiane Wolter damals nicht erfragt. Auch aus Bangerts Umfeld weiß es niemand; sicher scheint nur zu sein, dass die Puppe nicht aus dem Familienbesitz der Bangerts stammt.

Zur Finissage der „Villa im Winter“ am Sonntag ab 16 Uhr musiziert erneut Christian Stahnke (Bratsche), der bereits vor zwei Wochen die Vernissage begleitet hatte. Wer konkrete Angaben zum Puppen-Portrait machen kann oder es erwerben möchte, kann sich an Katrin Lienau wenden (Telefon 0 45 51/ 82 559).

Von Lothar Hermann Kullack

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