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Segeberg Genossenschaftsbank für eine halbe Million Bürger
Lokales Segeberg Genossenschaftsbank für eine halbe Million Bürger
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12:49 06.11.2018
Machen gemeinsam weiter: die Volksbank-Vorstände Stefan Witt und Uwe Augustin (v.l.) sowie die Raiffeisenbank-Vorstände Andreas Jeske und Ingmar Kampling. Quelle: Burkhard Fuchs
Bad Bramstedt/Henstedt-Ulzburg

Die Volksbank Pinneberg-Elmshorn fusioniert mit der Raiffeisenbank Bad Bramstedt-Henstedt-Ulzburg. Mit dann knapp 500 Mitarbeitern und 2,8 Milliarden Euro Bilanzsumme wird es die zweitgrößte Genossenschaftsbank in Schleswig-Holstein, erklären die Vorstände der beiden Banken, die auch den neuen gleichberechtigten Vierer-Vorstand bilden werden. Der Sitz wird in Pinneberg sein.

Kein Stellenabbau

Es sei ein Zusammenschluss „aus einer Position der Stärke heraus“, heißt es. Personalabbau und Filialschließungen seien nicht geplant. Die Vertreterversammlungen beider Häuser müssen der Fusion noch jeweils mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen. Dies soll im Juni nächsten Jahres rückwirkend zum 1. Januar 2019 geschehen.

Eine erste Veränderung der neuen Genossenschaftsbank, die sich noch einen neuen Namen geben will, zeigte sich bei der Kleiderordnung. Die beiden Volksbank-Vorstände Stefan Witt und Uwe Augustin hatten sich beim Pressegespräch eine blau-weiß-schwarze Krawatte umgebunden. Erst vor wenigen Jahren hatten sie die Schlips-Mode für alle männlichen Mitarbeiter für beendet erklärt. „Das haben wir uns heute gewünscht“, erklärt der neue Vorstandspartner Andreas Jeske von der Raiffeisenbank Bad Bramstedt. „Bei uns herrscht nämlich noch Krawattenzwang.“

Geschäftsstellen in drei Kreisen

Zusammen verwalten beide Kreditinstitute über 30 Geschäftsstellen, die von Wilster bis Norderstedt und von Brokstedt und Schmalfeld bis Wakendorf II reichen. Sie liegen in den Kreisen Steinburg, Pinneberg und Segeberg. Damit decke die neue Bank, die sich analog zur größten Genossenschaftsbank im Land in Flensburg „VR-Bank-Süd“ nennen könnte, das Geschäftsgebiet zwischen den Autobahnen A7 und A23 ab. „Wir versorgen einen Bereich, in dem eine halbe Million Menschen leben mit der Lage-Gunst im Herzen der Metropolregion Hamburg“, sagt Volksbank-Vorstand Augustin.

Zwar betonen die Fusions-Macher, die diesen Schritt seit März vorbereiten, dass beide Häuser gut aufgestellt und ertragsreich arbeiteten. Aber auf Augenhöhe ist der Zusammenschluss von der jeweiligen Größe nicht. Die Volksbank Pinneberg-Elmshorn ist bei allen Kennzahlen drei- bis fünfmal größer als die eher im ländlichen Raum verhaftete Raiffeisenbank Bad-Bramstedt-Henstedt-Ulzburg.

Volksbank deutlich größer

Sie bringt mit 43 000 Mitgliedern, 94 000 Kunden und 215 000 Konten viermal so viel in die Ehe ein wie die Raiffeisenbank. Bei den Depots, die zusammen künftig 6350 betragen, ist der Faktor sogar fünf zu eins. Nur bei den Geschäftsstellen (18 zu 12) und SB-Standorten (neun zu fünf) ist der Größenunterschied geringer. Das liegt auch daran, dass die Volksbank erst im vorigen Jahr sechs Filialen geschlossen hat, während dies bei der Raiffeisenbank auch nach der Fusion von Bad Bramstedt und Henstedt-Ulzburg im Jahr 2000 nicht geschehen sei, wie Vorstand Ingmar Kampling erklärt.

Filialen auf den Prüfstand?

Darum könne er sich vorstellen, dass die eine oder andere kleinere Filiale der jetzigen Raiffeisenbank irgendwann doch auf den Prüfstand komme, sagt Kampling. Aber frühestens in drei Jahren. Im Zuge der Fusion würde es auf keinen Fall Personalabbau oder Filialschließungen geben. Das sei die Vorgabe beider Aufsichtsratsgremien gewesen.

Ähnliches hatten die Vorstände beim Zusammenschluss der VR Bank Pinneberg mit der Volksbank Elmshorn vor vier Jahren erklärt. Aber in keiner der elf Städte und 16 Gemeinden, in denen beide Genossenschaftsbanken Standorte unterhalten, seien sie doppelt vertreten, betonen die Banker, die ihre Geschäftsphilosophie als „bodenständig“ und nah am Kunden bezeichnen.

Kampf um Mitarbeiter

Grund für die „Fusion der Stärke“ sei der Wettbewerb um Mitarbeiter, die zunehmenden gesetzlichen Auflagen und der Ergebnisdruck, erklären die Vorstände. So bräuchten die Banken heute immer mehr Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt und in bestimmten Bereichen größere und schlagkräftigere Teams, die sie in einem größeren Verbund besser anwerben und organisieren könnten, erläutert Kampling.

Zusammen wollten beide Häuser weiter wachsen, kündigt er an. „Wir wollen die Nummer eins werden in Sachen Mitgliederzahl und Kundenzufriedenheit.“ Auch wenn nun einige Mitarbeiter aus der Zentrale von Bad Bramstedt nach Pinneberg wechseln müssten, brauche sich keiner zu sorgen, betonte Vorstand Witt. „Wir brauchen jeden Mann und jede Frau, alle Mann an Bord. Deswegen wird es auch keine Mitarbeiter-Abgänge und Filialschließungen geben.“

Burkhard Fuchs

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