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Segeberg Bau stillgelegt: Gibt’s jetzt Sondersatzung für Diekhof?
Lokales Segeberg Bau stillgelegt: Gibt’s jetzt Sondersatzung für Diekhof?
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22:14 07.02.2018
Der Bau in Diekhof ist zunächst stillgelegt. Jetzt muss erst eine Außenbereichssatzung erlassen werden. Quelle: Fotos: Dreu
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Pronstorf

Schön ist der erste Blick auf den Ortsteil Diekhof wahrlich nicht. Wer aus Richtung Pronstorf in den Diekhof einfährt, der erfasst als erstes verwahrloste Grundstücke und heruntergekommene Gebäude.

„Durch den Neubau der Wand hat niemand einen Vorteil gehabt.“ Hans-Caspar Graf zu Rantzau Bauherr

Schon von Weitem ist ein alter Kuhstall zu sehen, dessen Dachstuhl nur noch als Gerippe vorhanden ist und den Weg zu weisen scheint. Die drei ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebe gibt es schon lange nicht mehr. Stattdessen werden die Hofgebäude zumindest teilweise als Wohnungen genutzt, die umliegenden Ländereien sind verpachtet.

In einem der Gebäude aus dem Jahr 1833, dem ehemaligen Meierhof, hatte bis vor Kurzem ohne jeglichen Komfort eine Seniorin gewohnt. Als sie in ein Pflegeheim gezogen ist, hat Hans-Caspar Graf zu Rantzau, seines Zeichens nicht nur der größte Grundbesitzer, sondern zudem auch Gemeindevertreter von Pronstorf, das Grundstück gekauft. Graf zu Rantzau kennt sich aus und war sich beim Kauf dessen bewusst, dass Baumaßnahmen im Außenbereich mit Schwierigkeiten behaftet sind. Beantragt hatte er den Einbau von jeweils zwei Dachgauben auf beiden Seiten des Daches. Außerdem sollte der alte Kuhstall mit dem Dachstuhlgerippe abgerissen und die Steine des Verblendmauerwerkes für die Fassade des alten Wohnhauses verwendet werden.

„Als die Bauarbeiter damit beginnen wollten, den Dachstuhl für den Einbau der Gauben vorzubereiten, haben sie sofort gesehen, dass das nichts wird. Der Dachstuhl war völlig morsch und nicht mehr zu retten“, schildert Graf Rantzau das weitere Geschehen im vergangenen Jahr. Die Bauarbeiter entfernten den Dachstuhl, einer der Herbststürme brachte dann den alten Giebel des Hauses zum Einsturz.

Dieser wiederum habe eine Wand beschädigt, die daraufhin sicherheitshalber abgerissen und neu wieder aufgebaut worden sei. Genau das aber war nicht Gegenstand der Baugenehmigung. „Da steckte keine böse Absicht dahinter. Im Gegenteil, einen Vorteil hatten wir dadurch nicht“, beteuert Graf zu Rantzau.

Dennoch: Ein Einwohner informierte den Kreis Segeberg, der daraufhin den Bau des Grafen stilllegte. „Ich habe mich natürlich beim Kreis erkundigt, was wir machen können“, betont Hans-Caspar Graf zu Rantzau. Ihm sei die Möglichkeit genannt worden, dass die Gemeinde eine Außenbereichssatzung für das Gebiet erlassen könne. Kai Junghans von der Bauaufsicht des Kreises bestätigt: „Außenbereichssatzungen kann man zwar nicht wahllos erlassen, grundsätzlich aber ist es laut Baugesetzbuch möglich.“

Will die Gemeinde so den Bau des Grafen zu Rantzau nachträglich legalisieren, wie es Anwohner Bernd Nowak vermutet. Bürgermeisterin Bettina Albert widerspricht: „Das ist natürlich keine Gefälligkeitssatzung.“ Allerdings bleibe das Bauen im Außenbereich grundsätzlich verboten. Die Kosten für die Außenbereichssatzung wird Hans-Caspar Graf zu Rantzau als Bauherr tragen müssen. Auch die Beantragung einer neuen Baugenehmigung wird auf seine Kosten erfolgen. „Wir gehen von Mehrkosten im fünfstelligen-Bereich aus“, bedauert er. Mit der Planung der Satzung wurde bereits in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung das Planungsbüro von Elke Kistenmacher beauftragt, die ihre Ergebnisse in der heutigen Sitzung der Gemeindevertretung vorstellen wird. Beginn der Sitzung ist um 19.30 Uhr im Sprüttenhus Eilsdorf.

Von Petra Dreu

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