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Segeberg Bauen auf der Müllkippe: Investor hat Ärger mit Nachbarn
Lokales Segeberg Bauen auf der Müllkippe: Investor hat Ärger mit Nachbarn
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20:34 15.09.2016
Nahe an den tiefgelegenen Grundstücken Wischhof sollen Wohnblöcke entstehen.

Grünes Wohnen auf einer ehemaligen Schietkuhle? Mehrfach haben die LN über das ambitionierte Bauvorhaben auf der ehemaligen städtischen Mülldeponie im Ortsteil Klein Niendorf berichtet. Doch jetzt geht es nicht nur um Altlasten, sondern auch um Auseinandersetzungen mit der Nachbarschaft, die eine Beschattung ihrer Grundstücke durch Wohnblöcke nebenan befürchtet.

Joachim Wilken-Kebeck (SPD) stellte im Bauausschuss klar, dass es mit dem nun gefassten Aufstellungsbeschluss zum B-Plan nur darum gehe, dem Investor zu ermöglichen, das Gelände zu bebauen. Wie – das müssten künftige Beratungen ergeben. Wie berichtet, sollen südlich der Dorfstraße und westlich der Straße Wischhof in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss 67 Wohnungen entstehen.

Die Erschließung des neuen Wohngebiets „Gartenquartier Niendorfer Rondell“ soll von der Moltkestraße aus erfolgen. Als Investor plant die Argos Beteiligungsgesellschaft mbH, eine Tochter der DS Immobilien-Gruppe um Geschäftsmann Hanno Hagemann, die Entwicklung von vier Mehrfamilienhäusern. Gezeigt hat sich bei den Untersuchungen, dass sich unterhalb der Schuttablagerungen eine Torflinse befindet, deren festgestellte Ausdünstungen seien natürlicher Art, betonte der Planer.

Doch schon regt sich Widerstand in der Nachbarschaft. Drei benachbarte Grundstücke wären betroffen. Die liegen sehr tief zum Baugelände. Bauamtschefin Antje Langethal kündigte eine Überprüfung der topografischen Verhältnisse an, als sich ein Anlieger im Ausschuss beschwerte. Kurt Schmidt, Architekt aus Bad Segeberg, erklärt die Sachlage aus seiner Sicht. Eines der Nachbargrundstücke ist in seinem Familienbesitz. „Wir sind im Gesprächkontakt mit dem Investor Herrn Hagemann.“ Problem sei, dass die geplanten Gebäude mehr im Norden des Geländes an der Grenze zu den Nachbarn gebaut werden sollen. Warum? Im nördlichen Teil der alten Müllkippe sei der gemessene Methangas-Austritt relativ gering, im Vergleich zum südlichen Bereich, so Schmidt. Nach seinen Messungen liegt die Baufläche schon jetzt etwa 2,50 Meter höher als sein Grundstück. „Wenn dann noch drei Stockwerke mit Staffelgeschoss gebaut werden, türmt sich an unserem Grundstück eine Wand mit insgesamt 15 Metern auf.“

Rücke der Investor mit dem Gebäude weiter weg, müsste er nach Einschätzung Schmidts mehr für die Entgasung der Flächen ausgeben. Er vermute, dass für eine Baumaßnahme im südlichen Bereich der Deponie wohl ein Bodenaustausch nötig wäre. Technisch sei alles machbar, es könnte aber für den Investor teuer werden. Für Schmidt gilt, dass sich die Bebauung in der Nachbarschaft der vorhandenen Bebauung anpassen sollte. Zweigeschossig plus Staffelgeschoss – das könnte noch im Rahmen sein, meint Schmidt. Er sei kompromissbereit.

 Wolfgang Glombik

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