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Segeberg Baupläne am Nelkenweg werden konkret
Lokales Segeberg Baupläne am Nelkenweg werden konkret
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19:14 30.06.2016

Dachterrassen, Hausgärten und E-Autos: Das Projekt ist für Bad Segeberger Verhältnisse spektakulär. Der Hamburger Architekt Martin Reichardt plant für das neue Baugebiet am Nelkenweg auf einer rund 13 000 Quadratmeter großen Fläche ein völlig neues Konzept für ein Quartier mit Mehrfamilienhäusern in der Kleinstadt. Wie berichtet, möchte die Stadt auf den brachliegenden Flächen westlich des Nelkenweges eine „hochwertige Wohnbebauung“ ermöglichen. Am Mittwoch, 6. Juli, 18 Uhr soll das Konzept für die Bauleitplanung im Bauausschuss (Bürgersaal) vorgestellt werden.

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Wohnen mit E-Carsharing in der Tiefgarage? Am Nelkenweg gibt es hierzu Überlegungen.

Die Flächen gehört der IMR Consulting, einem Familienunternehmen von Manfred Ranthum, der schon vor Jahrzehnten auffälliger Player im Baugeschäft der Region war und dann seine Aktivitäten nach Hamburg verlagerte. Nun kehrt er als „Ruheständler“ mit neuen Plänen zurück.

Sein Architekt plant zum Beispiel, den kompletten ruhenden Verkehr für das neue Quartier mit rund 120 Wohneinheiten in einer Tiefgarage unterzubringen. Im Osten sollen in der Nachbarschaft zum Berufsbildungszentrum drei sogenannte „Punkthäuser“ errichtet werden. Punkthäuser haben einen inneren „Erschließungskern“ mit Treppenhaus/Fahrstuhl und außenliegenden Wohnungen. Gegenüber, an der der Ostseite zum Nelkenweg, plant der Architekt einen gegliederten, aber geschlossenen, langgestreckten Baukörper, der sich wie ein großes „J“ am Knick entlangzieht. Die Idee sei, so Reichardt gegenüber den LN, dass so in dem Wohnquartier ein geschützter grüner Innenhof entsteht. Teilweise sollen auf den Häusern in dreigeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss auch Dachterrassen entstehen.

Reichardt: „Wir versuchen, die Hanglage des Grundstückes auszunutzen und wollen verhindern, dass die Autos alles zuparken und verstopfen.“ Deshalb sollen alle Autostellflächen unterirdisch untergebracht werden.

Es soll ein „Wohnungsmix“, aber mit nicht so großen Wohnungen entstehen. Reichardt schätzt bis zu 120 Wohneinheiten. Details stünden noch nicht fest. „Wir sind jetzt in der Phase der planungsrechtlichen Abstimmung, da müssen die Nachbarn auch zustimmen.“ In der östlich liegenden Nachbarschaft gibt es schon Mehrfamilienhäuser von der Wankendorfer. Das dürfte unproblematisch sein.

Im Norden hingegen sind auch Einfamilien- und Reihenhäuser betroffen. Hier haben Anlieger, wie berichtet, schon Bedenken angemeldet, sollte der nördliche Teil des Baugebietes mit mehrgeschossigen Gebäuden zugebaut werden. Die 2000 Quadratmeter gehören aber einem anderen Eigentümer. Es sei möglich, das Bauvorhaben auch für den nördlichen Bereich fortzusetzen, doch man habe sich noch nicht geeinigt, lässt Reichardt durchblicken. Die Stadt würde in diesem Teilbereich B am liebsten zwei zusätzliche Mehrfamilienhäuser in zweigeschossiger Bauweise plus Staffelgeschoss baurechtlich ermöglichen. Doch dieser Teil soll nun erst später überplant werden.

Zurück zu den konkreten Bauplänen: Hier möchte der Architekt den Erdgeschoss-Mietern oder -eigentümern Sondernutzungsbereiche zuordnen. Dort können Bewohner direkt an ihren Wohnungen kleine private Gärten anlegen. Der restliche Grünbereich um die Häuser soll Gemeinschaftsfläche werden.

Ernsthaft diskutiert wird auch, dass man bei 120 Wohneinheiten im Viertel den Bewohnern zehn Elektro-Autos per Carsharing zur Verfügung stellt (siehe nebenstehenden Info-Text). Ein Novum, das es in dem Umfang noch nicht einmal in Hamburg geben soll.

Wohnung mit E-Auto

10 Elektro-Autos per Carsharing sollen den Bewohnern der Siedlung am Nelkenweg zur Verfügung gestellt werden. Um nur einkaufen zu fahren, könnte man so glatt auf die Anschaffung eines Autos verzichten. Die Kosten für das Ausleihen der Autos, die in der Tiefgarage an der Aufladestation hängen, sollen über Betriebskosten umgelegt werden. Wenn die Tiefgarage Gemeinschaftseigentum sei, aber die Wohnungsinhaber auf ein eigenes Auto verzichten und stattdessen ein Elektroauto mieten, könnte so auch die Zahl der Autos reduziert werden, erklärt Architekt Martin Reichardt. Ähnliches soll es in der Hafencity von Hamburg geben. Dort muss man sich als Grundstückseigentümer an einem derartigen System beteiligen. Neu: In Bad Segeberg sollen dafür gleich Autos zur Verfügung stehen. wgl

Wolfgang Glombik

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