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Bauschutt aus Kernkraftwerken: Experten beschwichtigen

Damsdorf/Tensfeld Bauschutt aus Kernkraftwerken: Experten beschwichtigen

Zum Informationsabend über die Deponierung von Schutt aus den stillgelegten Atomkraftwerken kamen gut 200 besorgte Bürger ins „Dörphus“ nach Damsdorf. Laut den Experten habe der Bauschutt eine Strahlung, die zu vernachlässigen sei,

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Der geplante Abbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel wird viele Jahre dauern. Das Vorhaben ist kompliziert und umstritten. Die Atomaufsicht versuchte am Donnerstag, die Damsdorfer zu beruhigen.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Damsdorf/Tensfeld. Eine „strahlende Zukunft“ für den Norden des Kreises Segeberg? Vertraut man den Experten der Atomaufsicht aus dem Kieler Ministerium, wird es nicht dazu kommen. Ebenso wie sechs weitere Deponien im Land soll zwar die Deponie Damsdorf/Tensfeld Teile der 35 000 Tonnen Bauschutt aus den abzubauenden Kernkraftwerken Brunsbüttel, Krümmel sowie aus dem Forschungsreaktor Geesthacht aufnehmen. Dieser Bauschutt habe jedoch nur eine Strahlung, die zu vernachlässigen sei, hieß es bei der Informationsveranstaltung im Damsdorfer „Dörphus“. Trotzdem gab es zahlreiche besorgte Fragen.

LN-Bild

Zum Informationsabend über die Deponierung von Schutt aus den stillgelegten Atomkraftwerken kamen gut 200 besorgte Bürger ins „Dörphus“ nach Damsdorf.

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Dr. Beatrix Klüver, Bürgermeisterin von Tensfeld und zugleich Vorsitzende der Verbandsversammlung des Deponiebetreibers Wegezweckverband (WZV), begrüßte auch im Namen ihrer Bürgermeister-Kollegen Jürgen Kaack (Damsdorf) und Jörg Saggau (Tarbek) gut 200 Bürger aus vielen Umlandgemeinden im Gemeinschaftshaus. Mit ihrem Vortrag „Stilllegung und Entsorgung kerntechnischer Anlagen in Schleswig-Holstein“ sind Uwe Meyer (Abfallwirtschaft), Dr. Jürgen Müller (Physiker) und Dr. Oliver Karschnik (Referatsleiter der 40 Mitglieder fassenden Strahlenschutzabteilung) zurzeit auf Tournee.

Denn noch in sechs weiteren Deponien in Schleswig-Holstein soll der gering verstrahlte Bauschutt aus den drei Kernkraftanlagen aufgenommen werden.

Zur Not per „Mitbenutzungsanordnung“, wie Uwe Meyer erläuterte – das heißt: Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ordnet die Deponierung an, ohne dass irgendeine Gebietskörperschaft ein Mitspracherecht hätte. Schon gar nicht die Gemeinde. „Bereits jetzt haben wir 50 Tonnen Material pro Jahr, das wir in Dithmarschen nicht loswerden können“, mahnte Meyer.

Physiker Dr. Jürgen Müller stellte die Grenzwerte in den Mittelpunkt seines Referats: Bauschutt aus abgebauten Kernkraftwerken dürfe nur auf Deponien gebracht werden, wenn der Schutt nicht mehr Strahlung aufweise als zehn Mikrosievert pro Kalenderjahr. Zum Vergleich: Der Mensch sammle pro Jahr 300 Mikrosievert natürlicher Radioaktivität in seinem Körper, weitere 700 Mikrosievert kämen pro Jahr aus dem Boden.

Ob einleuchtend, nachvollziehbar, messbar oder nicht – Sorgen machen die Menschen aus den Dörfern rings um die Deponie sich doch um die unerwünschte Ablagerungen. Warum bleibt der Schrott aus den Anlagen nicht dort, wo er jetzt schon ist? Werden unsere Häuser an Wert verlieren? Wie kann garantiert werden, dass „nichts anderes“ in Damsdorf und Tensfeld landet? Das waren Fragen, die sich am Donnerstag immer wiederholten. Und warum leide jetzt der Nord-Segeberger Raum, wenn anderswo mit Kernkraft der fette Profit gemacht worden sei? Jens Kretschmer, Verbandsvorsteher des Wegezweckverbandes (WZV), konnte jedenfalls die Mär zerstören, der WZV verdiene mächtig am atomaren Bauschutt: Bleibe es bei den vorgesehenen 240 Tonnen Schutt pro Jahr für Damsdorf (über 22 Jahre), bringe das ungefähr 10000 Euro und vielleicht noch 12000 bis 15000 weitere, wenn die Materialien eingebaut werden müssten.

Viele Fragen blieben dennoch offen – Referatsleiter Dr. Karschnik lud die besorgten Bürger nach Brunsbüttel ein, wo man sich nach Anmeldung bei den Betreibern selbst ansehen könne, wie ein Kernkraft abgebaut werde. Und nach der Sommerpause werden die drei Bürgermeister zu einem weiteren Informationsabend einladen. Zuvor wird das Thema in den Gemeindevertretungen diskutiert.

 Lothar Hermann Kullack

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