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Segeberg Baustellen-Ärger: Bockhorner zählen nicht als „Anlieger“
Lokales Segeberg Baustellen-Ärger: Bockhorner zählen nicht als „Anlieger“
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20:28 08.08.2016
Gerhild Friedrich (57) aus Bockhorn ist sauer. Sie muss 20 Euro Verwarngeld zahlen, weil die Polizei sie nicht als Anliegerin anerkennt. Quelle: Vogt

Anlieger oder nicht Anlieger? Zu den mehr als 150 Autofahrern, die bei Kontrollen in der vergangenen Woche beim illegalen Durchfahren der gesperrten B 206 von der Polizei erwischt worden waren (die LN berichteten), zählten offenbar auch diverse Anwohner aus Bark und Bockhorn. Unter ihnen Gerhild Friedrich. Wie die anderen Ertappten muss sie jetzt 20 Euro Verwarnungsgeld an die Landeskasse zahlen – und versteht es nicht. Denn Anlieger und Linienbusse dürfen den halbseitig gesperrten Bauabschnitt zwischen Wittenborn und Rotenhahn eigentlich benutzen.

Weil sie dachten, sie sind zur Durchfahrt der Baustelle an der B 206 berechtigt, müssen diverse Autofahrer jetzt Verwarngelder zahlen – Verständnis haben sie dafür keines.

Zu ihnen gehört Gerhild Friedrich nach Ansicht der Polizei aber nicht.

„Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wir Bockhorner nicht als Anlieger gelten könnten“, sagt die 57-Jährige verärgert. Deshalb habe sie die halbseitigen Straßensperrungen auch ganz selbstverständlich missachtet. An einer Kontrollstelle der Polizei musste sich die Bockhornerin, die in Bad Oldesloe ein Spielwarengeschäft betreibt, dann aber eines Besseren belehren lassen – mit den entsprechenden monetären Konsequenzen.

Die Unternehmerin steht damit nicht allein. In der Gemeinde habe die Anliegerfrage bereits viel Ärger und Diskussionen ausgelöst, bestätigt Gemeindebürgermeister Hartmut Faber (KWV). Zumal es widersprüchliche Informationen seitens der Polizei gegeben haben soll. Während ein Beamter ihm gegenüber zu verstehen gegeben hatte, dass die Barker, Schafhauser und Bockhorner sehr wohl als Anlieger gelten müssten, habe das Verhalten der kontrollierenden Beamten eine andere Sprache gesprochen. Faber rät Verwarngeld-Opfern daher zum Widerspruch. Jetzt noch eine Durchfahrtgenehmigung für seine Einwohner zu erkämpfen, sei aber wohl aussichtslos. „Bis der Amtsschimmel da in Bewegung kommen würde, ist die Baumaßnahme vorbei.“

Nach Ansicht von Gerhild Friedrich hätte das bereits im Vorwege so geregelt werden müssen. Denn dass Bark-Bockhorn im Gegensatz zu Wittenborn keine „betroffene Gemeinde“ sei, sieht die 57-Jährige nicht ein. „Die Wittenborner können in alle Himmelsrichtungen wegfahren. Uns bleibt wegen der Sperrungen im Osten und im Westen nur der Weg nach Süden über die Umleitung. Und die ist während des Berufs- und Karl-May- Verkehrs oft überlastet.“

Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr, bittet die Anwohner um Verständnis: „Im Vorwege sind viele verschiedene Lösungen diskutiert worden, die letztlich aber nicht praktikabel waren.“ Auf dem einspurig befahrbaren Bauabschnitt bei Wittenborn sei nur eine kleine Zahl von Anliegerfahrzeugen vertretbar gewesen. Die Behelfsampel dort habe sehr lange Rotphasen. „Bei einer größeren Zahl an Fahrzeugen hätten wir dort sehr lange Rückstaus, deswegen wurde die Idee verworfen“, erklärt Sommerburg. Im Vergleich dazu sei die Umleitung über Todesfelde, Fredesdorf und Leezen sinnvoller, wenn auch sicher nicht optimal. „Zumindest wird dort die meiste Zeit gefahren und nicht gewartet.“ Zumal sich die Lage zum übernächsten Wochenende auch wieder entspannen dürfte.

Die Bockhorner haben dann zumindest wieder Richtung Bad Bramstedt freie Fahrt. Die Baustelle Richtung Bad Segeberg bleibt dagegen bis zum 30. September.

Wirtschaftsweg gesperrt

Kein Schleichweg mehr: Der Landesbetrieb Straßenbau hat einen Wirtschaftsweg zwischen Bark und Industriegebiet Wittenborn für Unbefugte gesperrt. Vor allem Ortskundige hatten das genutzt, um die offizielle Umgehung zur B 206 zu meiden. Bürgermeister Hartmut Faber hatte sich für die Sperrung eingesetzt. Denn obwohl nur für maximal 5,5 Tonnen zugelassen, hatten zuletzt sogar 40-Tonner-Lkw die Abkürzung benutzt. Bei weiterer Nutzung dieser Art wäre eine teure Sanierung die Folge gewesen, erklärte Faber.

Oliver Vogt

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