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Segeberg Bebensee: Sechs zu eins Gründe gegen die Windkraft
Lokales Segeberg Bebensee: Sechs zu eins Gründe gegen die Windkraft
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20:35 09.06.2017

Nach heftigen Auseinandersetzungen über eine gemeinsame Stellungnahme zur Windvorrangfläche in Bebensee im April, hatten sich sich die Gemeindevertreter von AWB, BAW und CDU am 1. Juni noch einmal zusammengesetzt, kontrovers diskutiert und letztlich eine gemeinsame Stellungnahme formuliert. Diese stellten sie nun knapp 40 Einwohnern während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag vor.

Holger Rickert, stellvertretender Bürgermeister (BAW), stellte die Stellungnahme der Gemeinde vor. Quelle: Foto: Sd

Ein Schlussfazit wurde nicht gezogen, sechs Gesichtspunkte sprächen eher gegen Windkraft, einer dafür. Einigen Besuchern fehlte der Punkt Bürgerentscheid, denn bereits 2010 hatten sich Bebenseer gegen Windkraft entschieden. Folgende Themen wurden dargelegt:

Räumliche Entwicklung: Aufgrund der baulichen und geografischen Gegebenheiten seien der räumlichen Entwicklung Bebensees enge Grenzen gesetzt. Einziges Potenzial liege im Westen, dem möglichen Standort der Windräder. Sollte nur der Minimalabstand von 800 Metern eingehalten werden, sei eine Bebauung nicht mehr möglich. Deshalb empfiehlt die Gemeinde eine Einhaltung des Mindestabstandes von 1200 Metern.

Optische Bedrängung: Werden zusätzliche Windkraftanlagen im Westen errichtet, führe das zu einer Umfassung des Gemeindegebietes in Form einer Riegelbildung. Außerdem verursachten die Anlagen vor allem an Sommerabenden eine Schlagschattenbelastung.

Artenschutzrechtliche Bedenken: Die Windeignungsfläche liege zwischen den FFH- und Schutzgebieten Neversdorfer See, Travetal und Mözener Au und sei somit eine Verbundachse diverser Biotope. Viele Großvögel (Seeadler, Kranich, Rotmilan) sowie Fledermäuse nutzten die Fläche als Flugachse. Windräder würden das Gebiet beeinträchtigen, zerschneiden und verriegeln. Die Gemeindevertreter wünschen sich deshalb Artenschutz-Gutachten für jede genannte Vogelart, die transparent erstellt und veröffentlich werden sollen.

Charakteristischer Landschaftsraum: Dieser werde durch Windräder zerschnitten. Dieser Punkt sei bereits in einem früheren Entwurf im April 2012 dargelegt worden.

Lärmemissionen: Es könne zu einer Kumulierung von Autobahnlärm und der pulsierenden Lärmemission der Windräder kommen.

Gebiet archäologischer Kulturdenkmäler: Bebensee ist eines der ältesten Dörfer in der Region, was durch Hünengräber und Urnenfunden belegt wird. Der besondere Bestands- und Denkmalschutz dürfe nicht beeinträchtigt werden.

Steueraufkommen: Bei richtig konzeptionierten Projekten könne eine höhere Gewerbesteuereinnahme erfolgen, die der Gemeinde größere finanzielle Möglichkeiten biete.

Bis zum 30. Juni werden die Stellungnahmen der Gemeinden gesammelt, dann beurteilt die Landesregierung diese. Auch jeder Bürger kann noch 21 Tage lang eine Stellungnahme unter www.bolapla-sh.de abgeben. Silvie Domann

LN

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