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Norderstedt Behördengänge per Laptop und Handy

Norderstedt gewährt seinen Bürgern als erste Kommune im Land Online-Bürgerservice.

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Der parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder (l.) und Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote schalteten das neue Online-Portal der Norderstedter Verwaltung frei.

Quelle: Foto:Fuchs

Norderstedt. Die Stadt Norderstedt hat den ersten Schritt in Richtung digitaler Verwaltung gemacht. Gemeinsam mit dem parlamentarischen Staatssekretär Ole Schröder aus dem Bundesinnenministerium gab Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote jetzt den offiziellen Startschuss und schaltete den Bürgerservicedienst online.

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein bietet die größte Stadt des Kreises nun seinen 77 000 Bürgern Dienstleistungen an, die sie von ihrem Rechner, Laptop oder Smartphone zu Hause oder von unterwegs aus im Internet abrufen und bestellen können. Sie können sich online an- oder ummelden, Führungszeugnis oder Personalausweis beantragen, Briefwahlunterlagen anfordern oder sich vorab auf elektronischem Weg einen Termin für das Bürgeramt besorgen, damit sie nicht stundenlang im Rathaus warten müssen.

„Das neue Bürgerserviceportal mit seinen Bürgerdiensten ist für uns ein wichtiger Baustein, um den gestiegenen Erwartungen, die die Bürger an eine moderne Verwaltung haben, gerecht zu werden“, sagte Grote. „Immer mehr Menschen möchten Verwaltungsdienstleistungen mobil und möglichst zeitlich unabhängig von Öffnungszeiten der Verwaltung abrufen können.“

Die Norderstedter Verwaltung ist nicht allein mit diesem Vorstoß. Zahlreiche Kollegen aus Stadt-, Kreis- und Amtsverwaltungen in Schleswig-Holstein, wie aus Reinbek, Pinneberg, Rellingen, Glinde, Eckernförde, Neumünster, dem Amt Bargteheide-Land oder dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, waren nach Norderstedt geeilt, um sich näher darüber zu informieren. Alle waren sie gespannt zu hören, wie Norderstedt diese Online-Dienste umgesetzt hat, die sie am liebsten auch bald ihren Bürgern ebenso bequem vom Rechner aus anbieten möchten. „Es muss ja nicht jeder das Rad neue erfinden“, sagte dazu eine Mitarbeiterin aus der Verwaltung in Reinbek.

Dabei müssten die Verwaltungen den Spagat zwischen Datenschutz und einfacher Bedienbarkeit, zwischen der Einhaltung der Rechtsvorschriften und der Erfüllung der Wünsche der Bürger schaffen, führte Verwaltungschef Grote aus. Denn anders als in den jedermann zugänglichen sozialen Netzwerken müsse die Privatheit der Daten aller Bürger gewahrt sein.

Seinem Team unter der Leitung des eigenen IT-Experten Norbert Weißenfels sei es gelungen, diese hohen Anforderungen an die Sicherheit der Daten zu erfüllen, betonte Grote. Wer nicht selbst über die notwendige Technik zur Nutzung der digitalen Bürgerdienste verfüge, könne in Zukunft ein sogenanntes Bürgerterminal nutzen, das im Norderstedter Rathaus frei zugänglich stehen werde.

Das Online-Portal werde die Arbeit in der Verwaltung beschleunigen und effektiver machen, die Wartezeit für Behördengänge für den Bürger überflüssig machen oder verkürzen, den Papierverbrauch stark reduzieren, nannte IT-Leiter Weißenfels die Vorteile für den Bürger und die Kollegen in den Verwaltungen. Es gebe kostenlose Dienste wie die An- und Abmeldung und auch kostenpflichtige Service-Leistungen wie die Meldebestätigung oder das Führungszeugnis, die dann über ein Online-Bezahlsystem abgerechnet werden würden.

Der parlamentarische Staatssekretär Schröder, der mit Grote den grünen Knopf zum Startschuss drückte, lobte den Einsatz auf dem Weg zur digitalen Kommune. „Norderstedt ist eine der acht bundesweiten Modellkommunen im Bereich des E-Gouvernements.“ Bundesweit arbeiteten inzwischen 650 Kommunen an Lösungen für die digitale Verwaltung der Zukunft, sagte Schröder. bf

LN

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