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Segeberg Beim Online-Einkauf „nebenbei“ für Segeberger Vereine spenden
Lokales Segeberg Beim Online-Einkauf „nebenbei“ für Segeberger Vereine spenden
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21:16 19.01.2016

Online einkaufen und gleichzeitig Geld an einen Verein spenden. Ohne Mehrkosten. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch es funktioniert ohne großen Aufwand. Charity-Shopping nennt sich das Einkaufen über Spendenportale wie Schulengel.de, Gooding.de und Bildungsspender.de, die den Großteil ihrer Vermittlungsprovisionen an die Vereine weiterleiten. Der Förderverein des Städtischen Gymnasiums etwa hat auf diese Art schon über 2800 Euro eingenommen, der Förderverein der Kirchengemeinde Großenaspe steht vor der 2500- Euro-Marke, und der THW-Helferkreis Bad Segeberg hat immerhin schon 300 Euro generiert. Es machen aber noch eher wenige Vereine und Onlineeinkäufer mit.

2,67 Euro von einem Einkauf bei Tintenmarkt, 3,54 Euro von einer Bestellung bei viking.de, 5 Cent von einem Ebay-Kauf. Auf der Seite des Städtischen Gymnasiums auf dem Portal Schulengel.de sind alle Prämien (mit Ausnahme von Amazon) centgenau aufgelistet und für jeden einsehbar. Aktueller Spendenstand: 2822,64 Euro. Angesichts sinkender Schülerzahlen mit dem Abgang des doppelten Abijahrgangs — und damit geringeren Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen — sei man bei der Suche nach weiteren Einnahmequellen vor fast drei Jahren über Schulengel.de gestolpert, erzählt Carsten Krege vom Förderverein der Schule. Viel Werbung und Aufklärung sei nötig gewesen. Aber: „Wir nehmen über Schulengel.de jedes Jahr 1000

Euro ein.“

Um mit einem Einkauf zu spenden, ist nur ein kleiner Umweg über das Spendenportal nötig — etwa über Gooding.de, wo der Förderverein des THW Bad Segeberg Spenden für seine Jugendarbeit sammelt. Der Vorgang ist auf allen Portalen ähnlich, der Kunde wählt zunächst die Institution aus, die er unterstützen möchte. Er startet von der Projektseite seinen Einkauf und gelangt über das Portal in den Onlineshop seiner Wahl. Vom Pizza-Service über Reiseveranstalter bis zu Versandriesen wie Amazon und Zalando ist alles vertreten. Aus bis zu 1700 Shops können die Kunden wählen. Für die Vermittlung in ihre Online-Shops zahlen Händler eine Art Maklerprovision — im Allgemeinen zwischen zwei und zehn Prozent, manchmal auch mehr. Bei Ikea etwa sind bis zu 15 Prozent Prämie möglich. Während Vergleichsportale diese Provisionen einbehalten, verpflichten sich die Spenden- Portale, ihre Prämien weiterzureichen. Etwa 30 Prozent der Vergütung behalten die Plattformen für den eigenen Betrieb ein. Außerdem dürfen Prämien aus Buchverkäufen wegen der Preisbindung nicht weitergegeben werden.

„Bei dem Kauf eines Laptops sind schon mal 35 Euro abgefallen“, sagt Axel Gülzow vom THW. „Aber meist sind es Centbeträge.“ Doch auch die läppern sich. „Ich freue mich immer, wenn ich eine Mail mit einer Zahlungsankündigung bekomme“, sagt Gunnar Stiens von der Kirchengemeinde Großenaspe. Über den Förderverein der Gemeinde werden 1,5 Stellen finanziert. Dafür sammelt der Verein Geld auf der Plattform Bildungsspender.de. Seit Ende 2012 sind hier 2495,82 Euro zusammengekommen. Insgesamt hat Bildungsspender.de seit 2008 — entstanden aus der Elterninitiative eines Kindergartens — nach eigenen Angaben fast 4,4 Millionen Euro an 6300 Einrichtungen ausgezahlt. Schulengel.de hat seit 2008 2,4 Millionen Euro ausgeschüttet. Bei Gooding.de sind es 787000 Euro. Es könnten noch viel mehr sein — immerhin verzeichnet der Onlinehandel Rekordumsätze. Doch das Modell sei immer noch nicht überall bekannt, sagt Carsten Krege. Er fände gut, wenn mehr Vereine mitmachten und sie das Spendenprinzip, das im übrigen auch anonym genutzt werden kann, ihren Mitgliedern erklären würden.

Tatsächlich ist die Auswahl an Vereinen in der Region begrenzt. Auf Schulengel.de können Online- Shopper neben dem Städtischen Gymnasium derzeit auch die Kita Hambötler Waldmäuse in Negernbötel, Eris Arche und die Sventana- Schule in Bornhöved unterstützten. Auf Gooding.de sammelt außer dem THW Bad Segeberg auch die Tierhilfe Nord in Rickling, der Förderverein des Wildparks Eekholt und die Pfotenhilfe mit Herz in Sülfeld. Der Kuchen für alle ist sicherlich groß genug, das Potenzial des Charity-Shoppings lange nicht ausgeschöpft. In diesem Jahr rechnet der Bundesverband des Onlinehandels mit einem zweistelligen Wachstum.

Charity-Shopping
4,36 Millionen Euro hat das Portal Bildungsspender.de nach eigenen Angaben seit 2008 an über 6300 Einrichtungen ausgezahlt. Es ist damit die größte Charity-Shopping Plattform in Deutschland. Schulengel.de hat 2,4 Millionen und Gooding.de fast 800000 Euro ausgeschüttet. Hier haben Kunden die Möglichkeit, über einen Online-Einkauf einem Verein oder einer Organisation eine Spende zukommen zu lassen, ohne eigenes Geld einzusetzen. Denn für die Kundenvermittlung erhalten Vergleichsportale und Werbeplattformen im Netz Provisionen. Portale wie Schulengel, Gooding und Bildungsspender verpflichten sich dazu, einen Großteil dieser Prämien weiterzureichen. Weitere Portale dieser Art sind bost-project.com, clicks4charity.net, planethelp.com, helfen-kostet-nix.de

Nadine Materne

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