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Beim WZV droht ein Arbeitskampf

Bad Segeberg Beim WZV droht ein Arbeitskampf

Müssen Segeberger bald mit übervollen Müllbehältern und nicht abgeholten Sperrmüllhaufen rechnen? Die Gewerkschaft Verdi kündigt für GmbH-Mitarbeiter beim Wege-Zweckverband (WZV) einen Arbeitskampf an. Noch im November könnte es damit losgehen.

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Droht jetzt ein langwieriger Streik beim WZV? Gewerkschaft und Geschäftsführung der WZV-GmbH verhandeln erst gar nicht.

Quelle: Foto: Hiltrop

Bad Segeberg. „Die Zeichen stehen auf Streik“, erklärte gestern der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas Wübben auf LN-Nachfrage. Sollte es dazu kommen, werden die Kunden schnellstmöglich informiert, versprach danach WZV-Verbandsvorsteher Jens Kretschmer.

LN-Bild

Müssen Segeberger bald mit übervollen Müllbehältern und nicht abgeholten Sperrmüllhaufen rechnen? Die Gewerkschaft Verdi kündigt für GmbH-Mitarbeiter beim Wege-Zweckverband (WZV) einen Arbeitskampf an. Noch im November könnte es damit losgehen.

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Für ein „deutliches Plus im Portmonee“ streitet Wübben. Schon im Frühjahr seien die Verhandlungen um Lohnerhöhungen mit dem Arbeitgeberverband der Entsorgungswirtschaft BdE gescheitert. Zu den Mitgliedern dieses Verbandes gehöre auch die WZV Entsorgungs-GmbH mit etwa 180 Mitarbeitern. Wübben: „Wir fordern bundesweit dort, wo wir genügend Gewerkschaftsmitglieder und Durchsetzungsvermögen haben, die Firmen zu Haustarifverhandlungen über das Entgelt auf.“ Andernorts habe es auch schon Abschlüsse gegeben, seien schon Verhandlungen begonnen worden. Deshalb sei Verdi empört darüber, dass die Geschäftsführung der WZV-GmbH hier Verhandlungen ablehne.

So stimme das aber nicht, heißt es aus der Chefetage beim WZV. Danach habe sich Verdi mit seinem Forderungskatalog rechtlich aufs Glatteis gewagt. WZV-Chef Jens Kretschmer erklärt, dass es drei Tarifverträge gebe, einen Bundestarifvertrag, der gekündigt worden sei, und zwei Rahmenverträge mit dem Manteltarif, die noch gültig seien und gar nicht verhandelt werden dürften. Doch in den Forderungen von Verdi, die dem WZV offiziell zugesandt worden sind, seien einige Passagen, die unter nicht gekündigte Rahmentarifverträge fielen. Die dürften nicht Gegenstand von Verhandlungen sein.

Mit dem WZV-Beirat hat Kretschmer besprochen, „dass wir in diesen Punkten keine Verhandlungen mit Verdi führen werden“. So fordere Verdi unter anderem Änderungen in den Gehaltsstufen. Die vorliegende „Mixtur“ von sechs bis sieben Forderungen werde jedenfalls nicht für Verhandlungen akzeptiert, ist Kretschmer konsequent.

Auch bei Verdi bleibt man hart. Wübben betont, dass die Gewerkschaftsmitglieder nach dem Scheitern der Verhandlungen im Frühjahr mit dem Arbeitgeberverband die Gewerkschaft mehrheitlich aufgefordert hätten, die Arbeitgeber direkt zu Verhandlungen über eine Entgelterhöhung aufzufordern. Zwei Drittel der WZV-Beschäftigen seien bei Verdi. Wübben: „Jetzt werden sicher noch mehr eintreten.“ Die Mitarbeiter der GmbH haben nach Darstellung von Wübben „faktisch“ seit 2013 keine Entgelterhöhung bekommen.

Das stimme nicht, wendet hier Kretschmer ein. Als man 2016 dem Bundesverband für Entsorgungswirtschaft beigetreten sei, habe es schon eine Entgelterhöhung gegeben. Man könne sich, so Kretschmer, mit Verdi nur auseinandersetzen, wenn man sich in korrekten rechtlichen Rahmenbedingungen bewege.

Verdi geht es um mehr Geld. „Wir wollen jetzt endlich mehr haben, ist doch klar“, so Wübben. Die Forderung von sechs Prozent mehr Lohn sowie 100 Euro mehr für Auszubildende sei realistisch. „Wir sind schon dabei, Vorbereitungen zu treffen und werden gegebenenfalls von einem Tag zum anderen den Streik ausrufen. Wir sind nicht mehr in der Friedenspflicht.“

Wübben rechnet damit, dass im Streikfall die Müllfahrzeuge nicht losfahren und der Müll liegenbleibt. Auf den Fahrzeugen würden gemischte Besetzungen arbeiten, also Kollegen vom öffentlichrechtlichen Zweckverband und der WZV Entsorgung GmbH & Co. KG. Denkbar sei es, bei einem längeren Andauern des Streiks die Kollegen vom Öffentlichen Dienst zum Unterstützungsstreik aufzurufen, so Wübben. So solle verhindert werden, dass diese Kollegen als Streikbrecher eingesetzt werden. Das wollten diese auf keinen Fall.

 Von Wolfgang Glombik

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