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Segeberg Bekenntnis zum Gesundheitsstandort
Lokales Segeberg Bekenntnis zum Gesundheitsstandort
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22:12 09.10.2017
Minister Heiner Garg, Landrat Jan Peter Schröder, Geschäftsführer Carsten Leffmann, Präsident Franz Joseph Bartmann, Bürgermeister Dieter Schönfeld und Geschäftsführer Karsten Brandstetter (v.l). Quelle: Fotos: Irene Burow
Bad Segeberg

„Wir können das Gebäude nun 40 Jahre nutzen, ohne nennenswert zu investieren“, sagte Karsten Brandstetter, Kaufmännischer Geschäftsführer der Ärztekammer. Am Anfang habe Sanierung, Neubau oder Anmietung zur Diskussion gestanden. „Glücklicherweise haben wir uns für die Variante der Sanierung entschieden.“ Dabei sei nur die Stahlbetonkonstruktion stehengeblieben. Es habe keine bösen Überraschungen beim Umbau gegeben, so Brandstetter. Ein Neubau wäre mit bis zu zwei Millionen Euro deutlich teurer geworden.

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat ihr neues Domizil in Bad Segeberg offiziell in Betrieb genommen. Die Geschäftsstelle ist über zwei Jahre grundsaniert worden. Geladene Gäste nahmen das Haus am Montag in Augenschein, unter ihnen Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP).

„Wir sind mächtig stolz und scheuen uns nicht, das zu zeigen“, freute sich der Präsident der Ärztekammer, Franz Joseph Bartmann. „Einen besseren Standort gibt es in Bad Segeberg nicht.“ Eines seiner Lieblingsdetails: Eine Deckenheiz- und Kühlanlage sorgt für behagliche Temperaturen. Es war der Wunsch der Ärztekammer, dass das neue Haus in der Bismarckallee energetisch einem Neubau entspricht.

Dieses Ziel wurde mehr als erreicht, die Werte lägen 25 Prozent unter jenen, die der Gesetzgeber fordere, hieß es.

„Baulich ist ein Sprung aus den 70er Jahren in die Gegenwart gelungen, mit Potenzial für die Zukunft“, lobte FDP-Landesgesundheitsminister Heiner Garg. Das sei eine gute Grundlage für die Vernetzung von Gesundheitsverbänden und die Kommunikation mit digitalem Equipment. Die Ärztekammer bleibe so ein Garant dafür, dass Ärzte in der Politik eine Stimme bekämen. „Das ist gut für das gesamte Land Schleswig-Holstein.“ Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) und Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) lobten das offensichtliche Bekenntnis zum Standort. „Der Kreis versteht sich mit Kliniken und Medizinprodukteherstellern als Gesundheitsstandort. Das wird der Motor der Zukunft sein“, sagte Schröder. Von einer historischen Bedeutung sprach Bürgermeister Schönfeld. In der Gesundheitsbranche gebe es inzwischen die größten Arbeitgeber.

Die neue Ärztekammer hat nicht nur innen und außen ein neues Gesicht bekommen. Es gibt jetzt auch einen Fahrstuhl und einen barrierefreien Zugang. Die Mitarbeiter können sich über höhenverstellbare Schreibtische freuen. Überall gibt es LED-Beleuchtung, die Tageslicht entspricht. Große Fensterfronten sorgen für helle Räume. Den Architekten war die Materialwahl wichtig, zum Beispiel wurde viel Holz verbaut. „Holz kann viel“, sagte Architekt Tobias Mißfeld, es bringe Vorteile in Akustik, Ambiente und Raumklima. Nicht zuletzt sei es ein nachwachsender Baustoff. Treppen, Wände und Boden bestehen teils aus lasierter Eiche und Fichte, das dunkle äußere Erscheinungsbild des Aufbaus besteht ebenso aus Holz. Flachdächer sind begrünt worden, den Insekten zuliebe.

Die Kammer lobte die Zusammenarbeit aller Akteure. Es sei offensichtlich geworden, dass sich die regionalen Gewerke untereinander kennen. Die Kommunikation mit Stadt, Anwohnern und Fledermausschützern habe hervorragend funktioniert.

Das Gebäude in Zahlen

6,6 Millionen Euro hat die Ärztekammer investiert, damit ist der Bau minimal teurer geworden. Angesetzt waren 6,5 Millionen. Das Gebäude wurde einst 1976 errichtet.

2600 Quadratmeter Nutzfläche gibt es – 300 mehr als vorher. Das Gebäude hat einen L-förmigen Aufbau bekommen und beherbergt zehn Abteilungen. Geplant wurde vier Jahre lang. Die Umsetzung hat etwa zweieinhalb Jahre gedauert. Die Mitarbeiter zogen für rund 15 Monate in den Levo-Park.

170 Mitarbeiter hat die Kammer, hundert arbeiten im neuen Gebäude, der Rest in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung in der Esmarchstraße.

 Irene Burow

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