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Berufung abgelehnt: Todesfahrer muss jetzt ins Gefängnis

Kiel/Norderstedt Berufung abgelehnt: Todesfahrer muss jetzt ins Gefängnis

Ein 57-Jähriger starb vor zwei Jahren in Norderstedt bei einem Verkehrsunfall, weil zwei junge Männer sich ein illegales Wettrennen im Straßenverkehr lieferten.

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Ein 57 Jahre alter Mann hatte in seinem Opel Zafira keine Chance, als der Mercedes frontal auf ihn zugeschossen kam.

Quelle: LN-Archiv

Kiel/Norderstedt. Ali S. (Name von der Redaktion geändert), der vor einem Jahr vom Norderstedter Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung und vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden war, muss jetzt aller Voraussicht nach die Gefängnisstrafe antreten. Die 12. Strafkammer des Landgerichts Kiel unter Vorsitz von Richter Peter Doebel verwarf gestern die Berufung des 25-Jährigen und bestätigte das vom Amtsgericht verhängte Urteil als in vollem Umfang berechtigt und richtig.

„Als Erwachsener muss er sich im Straßenverkehr verantwortungsvoll verhalten.“ Richter Peter Doebel

S. hatte sich Mitte November 2014 um die Mittagszeit auf der Niendorfer Straße mit einem Bekannten ein Wettrennen im Straßenverkehr geliefert. Beide jungen Männer fuhren dicke Mercedeslimousinen und überholten sich mehrmals unter Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in halsbrecherischer Manier. Ein Ehepaar, das dem Angeklagten in Höhe des Tesa-Firmengebäudes mit seinem Opel Zafira entgegenkamen, hatten keine Chance dem in den Gegenverkehr geratenen Mercedes-Raser auszuweichen. Der 57-jährige Mann starb noch an der Unfallstelle an multiplen Frakturen, seine Ehefrau erlitt ebenfalls Brüche und psychische Beeinträchtigungen mit der Folge, dass sie ihre selbständige Berufstätigkeit als Fußpflegerin aufgeben musste.

Die Anwältin des Angeklagten, Christiane Yüksel, wollte mit der für ihren Mandanten eingelegten Berufung ein in ihren Augen „gerechtes Urteil“ erreichen – und das sah sie in einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die nach ihrer Ansicht zur Bewährung auszusetzen sei. Ihr Mandant sei mit dem damals mithilfe eines vom Vater gewährten Darlehens erworbenen Mercedes zwar mit einer Geschwindigkeit von rund 130 km/h durch Norderstedt gerast. Er habe aber niemanden gefährden wollen und geglaubt den Wagen zu beherrschen, so die Verteidigerin, die ergänzte, dass ihr Mandant bis an sein Lebensende unter den Folgen der Geschehnisse zu leiden haben werde.

S. selbst erlitt einen komplizierten Bruch des Fußes, in dessen Folge der Anlagenmechaniker arbeitslos wurde und bis heute ist.

Der Angeklagte hatte sich am Ende des vor einem Jahr in Norderstedt stattgefundenen Gerichtstermins bei der Witwe des Unfallopfers entschuldigt und ersparte der Frau einen erneuten Auftritt als Zeugin, indem er den vom Amtsgericht festgestellten Sachverhalt als feststehend akzeptierte. Die Berufung richtete sich somit allein gegen das verhängte Strafmaß.

Während die Staatsanwältin eine Bewährungsstrafe aufgrund einer positiven Sozialprognose beantragte, betonte Richter Doebel, dass eine so milde Strafe bei diesem Sachverhalt im Rechtsempfinden der Bevölkerung auf völliges Unverständnis stoßen würde.

Die Verteidigerin hatte betont, ihr Mandant sei ja mit seinen damals 23 Jahren gerade erst nach Erwachsenenstrafrecht zu beurteilen, das jugendliche Alter müsse berücksichtigt werden. Richter Doebel dazu: „Als Erwachsener muss er sich im Straßenverkehr verantwortungsvoll verhalten. Eine Gefährdung unschuldiger Verkehrsteilnehmer nur aus egoistischen Gründen und aus Übermut kann nicht hingenommen werden.“ Bei der Urteilsfindung spielte auch eine Rolle, dass S. zwar nicht vorbestraft, aber schon mehrfach wegen zu schnellem Fahren aufgefallen ist, einmal auch ein einmonatiges Fahrverbot kassiert hatte. Die vom Amtsgericht verhängte Führerscheinsperre von vier Jahren wurde vom Gericht für weitere drei Jahre bestätigt.

Rechtsanwältin Yüksel kündigte an, eventuell in die Revision zu gehen, wobei dann das Urteil nur auf Rechts- oder Verfahrensfehler überprüft wird.

 Martina Kausch

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