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Segeberg Betreiber: Bodendeponie ist keine Müllkippe
Lokales Segeberg Betreiber: Bodendeponie ist keine Müllkippe
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21:34 06.10.2017
Geschäftsführer Ralf Eggers und Deponieleiterin Frauke Behrmann informierten in Schwissel über die Bodendeponie. Quelle: Foto: Domann

„Der Begriff Deponie ist häufig mit Ängsten verbunden, man denkt an Müll und giftige Stoffe“, sagte Geschäftsführer Ralf Eggers und betonte, dass es sich bei der Bodendeponie aber nicht um eine Müllkippe, sondern um ein technisches Bauwerk mit entsprechendem Regelwerk handele. Er ging kurz auf die Vorgehensweise ein. Sei die Eignung des Standortes gewährleistet, werde die Basisdichtung erstellt sowie für die Entwässerung gesorgt. Das Niederschlagswasser werde in speziellen Teichen aufgefangen und beprobt. Sei die Deponie verfüllt, werde sie abgedichtet und anschließend begrünt, sodass eine leichte Kuppe entstehe. „In Krems I kann man das sehen, dort ist unsere Deponie nahezu fertig“, erklärte Eggers den nur elf erschienenen Einwohnern und neun Gemeindevertretern. Außerdem bot er eine Ortsbegehung an.

Das technische Bauwerk ist eine Bodendeponie der Klasse „Null“. Dort darf Boden bis zu einem bestimmten, maximalen Zuordnungswert (Z2) eingelagert werden. Diese Zuordnungswerte (Z0 bis Z5) wurden von der Landesarbeitsgemeinschaft Abfall erarbeitet. „Eine Reihe von Parametern und deren Grenzwerte wurden festgelegt“, sagte Deponieleiterin Frauke Behrmann. Unter anderem gehörten der pH-Wert, Leitfähigkeit und der Gehalt von Schwermetallen, Kohlenwasserstoffen und Salzen dazu. Liegen die Werte über dem Grenzwert, komme der Boden nicht nach Schwissel. Doch auch natürlich belassener Boden könne über den Grenzwerten liegen. So könne Ton einen erhöhten Gehalt an Arsen aufweisen und Mergel einen zu hohen Sulfatgehalt. Auch diese würden dann nicht in Schwissel deponiert, sagte Behrmann.

Acht Hektar groß ist die ehemalige Sandgrube, die die Firma Eggers 2013 gekauft hat. Auf fünf Hektar befindet sich die Bodendeponie, die in drei Bauabschnitte aufgeteilt ist. Insgesamt bietet sie Platz für 695 000 Kubikmeter Boden. Das sei überwiegend Bodenaushub aus Wohnungsbauprojekten aus Hamburg, Lübeck, Bad Oldesloe und Bad Segeberg. „Der Boden ist nicht weiter verwertbar, höchstens für Lärm- und Sichtschutzwälle, doch so viele Wälle werden nicht gebraucht, sodass die Deponie in Schwissel wichtig ist“, sagte Eggers. Er rechne mit einer Betriebszeit von sechs bis sieben Jahren.

Ein Kritikpunkt der Schwisseler sind die durch die Lkw verschmutzten Straßen. Die Situation habe sich aber verbessert, Eggers hat einen Weg asphaltieren lassen und eine „Rüttelstrecke“ sorgt dafür, dass der Schmutz vorher von den Lkw fällt. Außerdem pendele ein Besenwagen zwischen der Deponie in Krems I und der in Schwissel. Zudem überlegt Eggers, die Reifenwaschanlage von Krems I nach Schwissel zu verlegen.

 Von Silvie Domann

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