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Segeberg Betrüger für 22 Monate ins Gefängnis
Lokales Segeberg Betrüger für 22 Monate ins Gefängnis
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21:14 07.05.2016

Ein relativ hartes Urteil fällte das Norderstedter Schöffengericht jetzt unter Vorsitz von Amtsrichter Matthias Lohmann im Betrugsprozess um nicht durchgeführte Grundstücksreinigungsarbeiten: Der Wortführer des angeblichen Reinigungstrupps, Mathias B. (26, alle abgekürzten Namen geändert), der sich gegenüber seinem 82-jährigen Opfer als Chef der Firma ausgegeben hatte und als einziger des Trios auf der Anklagebank saß, muss für 22 Monate ins Gefängnis.

Bei diesem Urteil bezog das Gericht eine vom Amtsgericht Stade im vergangenen Mai verhängte, einjährige Freiheitsstrafe mit ein. Damals war der Angeklagte wegen siebenfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und eines versuchten Betruges verurteilt worden und für vier Jahre unter Bewährung gestellt worden. Da er in diesem Zeitraum erneut straffällig wurde und eine Reihe von Vorstrafen wegen ähnlicher Betrügereien sein Vorstrafenregister füllen, sah der Richter keinerlei Anzeichen für eine positive Sozialprognose und eine erneute Bewährungschance. Der Angeklagte hatte zudem während des gesamten Prozesses geschwiegen und, wie der Richter ausführte, auch keine Reue gezeigt, sodass eine Absicht, seine kriminelle Laufbahn in Zukunft zu beenden, nicht zu erkennen sei.

Wie berichtet, hatte der Angeklagte, der weder lesen noch schreiben kann, sein Opfer, die damals 82-jährige Gertrud K., wortreich davon überzeugt, dass sie unbedingt ihre Grundstücksauffahrt reinigen und versiegeln lassen müsse. Das Ganze sollte 2500 Euro kosten, die das Betrugsopfer den drei Männern übergab. Zwei Tage später verlangten die Männer erneut 1000 Euro, angeblich als Kaution für eine ausgeliehene Maschine. Nach einer teilweisen Reinigung der Auffahrt mit dem Hochdruckreiniger war das Trio dann auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Der Verteidiger hatte von Prozessbeginn an versucht, das Verfahren platzen zu lassen und eine Einstellung zu erwirken. So monierte er Fehler der Anklage oder die Verwertung von Beweismitteln.

Richter Lohmann verwarf alle entsprechenden Anträge, gab gleichzeitig aber zu, dass einiges schief gelaufen sei, insbesondere im Ermittlungsverfahren. Gertrud K., die sich damals das Autokennzeichen des Täters gemerkt hatte, hatte jedoch im Gerichtssaal den Angeklagten eindeutig als den Mann erkannt, mit dem sie mehrfach verhandelt hatte. Das reichte dem Gericht zum Nachweis der Täterschaft des Angeklagten, insbesondere weil er durch eine Reihe ähnlicher Betrügereien zuvor in Erscheinung getreten ist. Als besonders verwerflich wertete das Gericht die Tatsache, dass sich der Angeklagte gezielt ältere, vermeintlich hilflose Opfer ausgesucht und die regelrecht überrumpelt habe. mka

LN

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