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Segeberg Betrügerin prellte 92-jährigen Witwer
Lokales Segeberg Betrügerin prellte 92-jährigen Witwer
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20:16 27.01.2016

/Norderstedt. Um 12 000 Euro hatte eine 48-jährige Frau aus Norderstedt einen 92-jährigen Witwer geprellt. Die mittellose Angeklagte spielte dem alten Herrn vor, das Geld kurzfristig als Barkredit für einen Umzug und neue Möbel zu benötigen. Gestern wurde das Urteil gegen die Betrügerin — 1800 Euro Geldstrafe (180 Tagessätze á zehn Euro) — rechtskräftig.

Gegen das Urteil des Amtsgerichts vom 8. Oktober 2015 hatte die Sozialhilfeempfängerin zunächst Rechtsmittel eingelegt. Gestern wollte die 12. Berufungskammer des Kieler Landgerichts die Sache dann erneut verhandeln. Doch die Mutter von fünf Kindern machte einen Rückzieher. Damit ist das erstinstanzliche Urteil rechtskräftig.

Danach hatte die nicht vorbestrafte Frau, die einer polizeibekannten Familie angehört, den Zeugen Ende Oktober 2014 in Norderstedt auf der Straße angesprochen. Man kenne sich doch vom Einkaufen, begrüßte sie ihn freundlich. Der alleinstehende Senior war angetan, ließ sich auf ein Gespräch ein und nahm die charmante „junge Frau“ mit nach Hause.

Unterwegs erzählte sie ihm von ihren Plänen. Angeblich litt sie darunter, bei ihrer Schwester zwischen Sperrmüll-Möbeln leben zu müssen. Sie wolle umziehen und endlich ihren eigenen Hausstand führen.

Der von Angehörigen als gutgläubig und hilfsbereit beschriebene Mann bot seine Hilfe an und gab ihr 1000 Euro in bar, die er im Schlafzimmer aufbewahrte.

Der Frau reichte das nicht, sie bat um mehr. Der schwerhörige, stark sehbehinderte Mann erzählte von Ersparnissen in einem Bankschließfach. Von der Frau und ihrem schnell herbeitelefonierten Fahrer ließ er sich bereitwillig zu einer Sparkasse bringen. Um keinen Verdacht zu erregen, schickte das Paar ihn allein in die Filiale.

Dort kümmerten sich die Angestellten um den langjährigen Stammkunden, fragten nach der Verwendung des Geldes und rieten ihm dringend von der Mitnahme der hohen Summe ab. Doch der Geschädigte bestand darauf, ließ sich den Schließfachschlüssel aushändigen und entnahm 11000 Euro.

Das Bündel 50-Euro-Noten händigte er auf Bitte der Angeklagten im Auto sofort dem unbekannt gebliebenen Komplizen aus. Eine Quittung versprach ihm die Frau am nächsten Tag persönlich vorbeizubringen.

Inzwischen hatte die 70-jährige Tochter des Geschädigten von dem Vorfall erfahren und legte sich zusammen mit ihrem Ehemann in der Wohnung auf die Lauer.

Als die Betrügerin tatsächlich mit einer Flasche Wein klingelte, wurde sie eingelassen und von den Zeugen gestellt. Von der Polizei ließ sie sich widerstandslos festnehmen.

Vor Gericht erregte sie zunächst Empörung mit der Aussage, der 92-Jährige habe „einen Hammer in der Hose“ gehabt und ihr das Geld für Sex angeboten. Die Behauptung zog sie später zurück.

Thomas Geyer

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