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Segeberg Bewährung für das Hallenbad: Politiker für den Erhalt – vorerst
Lokales Segeberg Bewährung für das Hallenbad: Politiker für den Erhalt – vorerst
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21:23 09.09.2016

Eine Kreisstadt ohne Hallenbad, „das wäre ganz schön peinlich“, schreibt ein LN-Leser auf Facebook. Angesichts des Millionen teuren Sanierungsstaus am Bad Segeberger Schwimmbad werden die Überlegungen in der Stadtverwaltung lauter, das Bad aus Kostengründen zu schließen. „Wo gehen die Kids hin, die Schulschwimmen haben“, fragt eine Frau. Und: „Macht die Stadt schön weiter zum Dorf“, kommentiert ein anderer Bürger die Berichterstattung. Der Bauausschuss kommt nächste Woche (14. September) zusammen, um über die Sanierung zu beraten – und damit die Weichen für die Zukunft des Bads zu stellen.

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Trotz hoher Defizite und Sanierungsstau spricht sich ein Großteil der Stadtvertreter für weitere Maßnahmen am 50 Jahre alten Bad aus – Aber: laufende Kosten müssen sinken.

Mit mehr als einer Million Euro Sanierungskosten rechnet die Stadtverwaltung für das gut 50 Jahre alte Hallenbad laut einem Gutachten. Wie berichtet, werden jährlich 700000 bis 800000 Euro für die Unterhaltung fällig. Das wird sich die Stadt, die am Tropf des Landes hängt, auf Dauer nicht leisten können. Bei den Stadtvertretern, die den Daumen am Ende über dem Bad heben oder senken müssen, gibt es aber noch Hoffnung, es erhalten zu können. Vorerst zumindest.

„Momentan sind wir noch ganz weit weg von einer Schließung“, mahnt SPD-Fraktionschef Joachim Wilken-Kebeck zur Ruhe. Die Million könne man auf mehrere Jahre strecken. Zunächst gehe es nur um 170

000 Euro für die Sanierung einer feuchten Wand, sagt auch Norbert Reher, Fraktionssprecher der CDU. Dass bei einem alten Gebäude Kosten anfielen, sei normal. „Das schockt mich nicht“, so Wilken-Kebeck. „Was mir aber Sorgen macht, sind die laufenden Kosten.“ Im Klartext: Die Personalkosten müssten gesenkt werden. Etwa über den Betrieb durch einen Verein nach dem Vorbild des Ihlseebades. So lang es geht, sollte das Bad erhalten bleiben, sagt auch Reher. Für den MTV mit seiner Schwimmsparte wäre die Schließung „der Todesstoß. Das wollen wir natürlich nicht.“ Vor allem für die wichtigste Aufgabe brauche man das Bad, so Reher: „Dass die Kinder schwimmen lernen können.“

„Fast ein Drittel unserer Kinder sind Nichtschwimmer“, verdeutlicht etwa Göntje Braren, Leiterin der Franz-Claudius-Schule, die Bedeutung der Halle für den Schwimmunterricht der Bad Segeberger Grundschulen. Teilweise müssten die Kinder erst ans Wasser gewöhnt werden, bestätigt auch Christiane Wolf, Leiterin der Theodor-Storm-Schule. Ganz anders als noch vor 20 Jahren. An beiden Grundschulen besuchen Kinder im vierten (Storm-Schule) beziehungsweise im dritten Schuljahr (Claudius-Schule) den Schwimmunterricht. Effektive Schwimmzeit pro Woche: 40 bis 45 Minuten. Mehr gebe der Stundenplan leider nicht her, es gebe aber auch keine weiteren verfügbaren Hallenzeiten, sagen die beiden. Doch sei der Schwimmunterricht von unschätzbarem Wert für die Kinder. Nicht nur aus Sicherheitsgründen: Im Wasser erlebten Kinder schnell Erfolgserlebnisse. Auch jene, die sonst keine Sportskanonen sind.

Göntje Braren und Christiane Wolf wissen, wovon sie reden, beide sind Schwimmlehrerinnen. „Die Schließung des Bades wäre ein großer Verlust“, sagt Göntje Braren deshalb auch. Eine Verlagerung des Schwimmunterrichts nach Wahlstedt jedenfalls sei unrealistisch, betont Christiane Wolf. Von der Verwaltung wird stets darauf verwiesen, dass sich das Mittelzentrum Bad Segeberg-Wahlstedt mit knapp 30000 Einwohnern ja zwei Bäder leiste.

Trotzdem müsse auch die mögliche Schließung erwogen werden, sagt Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS). Genau wie eine Trägerschaft durch einen Verein. „Wobei auch ein Verein das Schwimmbad nicht in die schwarzen Zahlen bringen werde“, so Tödt. Zudem müssten die städtischen Angestellten des Bades weiterhin beschäftigt werden – selbst wenn ein Verein sich bereit erklären würde, den Betrieb zu übernehmen. Man stehe jedoch noch ganz am Anfang in der Diskussion mit vielen Gesprächen.

Nadine Materne

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