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Segeberg Bio-Tonnen in Kaltenkirchen werden jetzt kontrolliert
Lokales Segeberg Bio-Tonnen in Kaltenkirchen werden jetzt kontrolliert
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17:49 06.12.2018
Bio-Tonnen-Aktion in Kaltenkirchen: Abfallberater Holger Kraski holt das Plastik aus der Biotonne. Quelle: Fuchs
Kaltenkirchen

Die Biomülltonnen in der Straße Wulfskamp in Kaltenkirchen werden in nächster Zeit die wohl bestüberwachten Mülltonnen im Kreis Segeberg sein. Der Wege-Zweckverband (WZV), der bis auf Norderstedt den gesamten Bioabfall im Kreis Segeberg entsorgt, hat sich der bundesweit laufenden Kampagne der Entsorgungsgesellschaften „Wir für Bio“ angeschlossen und am Donnerstag einen Aktionsplan dazu gestartet.

So werden jetzt alle zwei Wochen die 60 Bioabfall-Tonnen der 525 Haushalte in der genannten Straße in Kaltenkirchen genau inspiziert, um festzustellen, ob darin tatsächlich nur kompostierbarer organischer Abfall enthalten ist. Dies geschieht jeweils mittwochs, einen Tag vor der eigentlichen Entleerung, kündigte Holger Kraski, Abfallberater beim WZV, an.

Zu viele Fremdstoffe im Biomüll

Hintergrund dieser Kontroll-Aktion sei es, dass immer noch zu viele Fremdstoffe in den Bioabfall geworfen werden, erklärt WZV-Bereichsleiterin Julia Hobohm. So landeten jede Menge Kunststoffe, Metalle, Styropor, Rest- oder sogar Sondermüll in den braunen Bioabfalltonnen, die darin gar nicht hineingehörten. Gerade bei Plastik sei dies besonders schlimm, da es dazu führe, dass diese Stoffe bei der Sortierung in der Anlage in Schmalfeld so zerkleinert würden, dass sie nachher kaum noch von dem Bioabfall zu trennen seien. Und später werde dann dieser angebliche Biokompost, der mit Mikroplastik und anderen Fremdstoffen verunreinigt sei, auf die Äckern und Weiden der Landwirte im Kreis Segeberg verteilt werden, an die er zur Düngung der Felder kostenlos abgegeben werde.

Das soll künftig anders und sauberer werden, hoffen die Abfallexperten vom WZV. „Unser Ziel ist es, möglichst plastikfreie Biotonnen zu erreichen“, sagt Julia Hobohm.

Modellversuch läuft bis Ende März

Kaltenkirchen sei als Modellkommune für dieses Pilotprojekt ausgesucht worden, weil sich der Bauverein als Eigentümer der Wohnungen dort dazu bereit erklärt habe, dabei mitzumachen, erläutert Projektleiter Kraski. Eine Reihen- oder Einzelhaussiedlung habe man bewusst dafür nicht ausgewählt, weil sich die Bewohner dort meist „mit ihrem Müll identifizierten“, erklärt Julia Hobohm. In Mehrfamilienhäusern sei dies oft anders. Da lebten die Menschen eher anonym, achteten weniger darauf und jeder verließe sich auf den anderen, so die Ausgangsthese des Modellversuchs, der nun bis Ende März das Mülltrennverhalten und den Lerneffekt der dortigen Bewohner auf den Prüfstand stellt.

Begleitet wird diese Biomüll-Aktion mit einer Aufklärungskampagne der Bewohner. So wurden und werden Handzettel in die Briefkästen verteilt, mit der Aufschrift: „Kein Bock auf Plastik im Bioabfall – Mithelfen, Plastik vermeiden, Umwelt schonen“, erklärt Kraski. Auf diese Weise solle untersucht werden, ob die Bürger bereit sind, hierbei mitzumachen und das Ergebnis tatsächlich besser wird.

Weihnachtszeit optimal für den Test

Gerade die Weihnachtszeit sei dazu optimal, weil sehr viel mehr Abfall als sonst anfalle, so Julia Hobohm. Flankiert wird die Aktion mit kompostierbaren Papiertüten, die in den Supermärkten ausgelegt würden, damit die Bürger ihre Küchenabfälle darin sauber entsorgen und biologisch einwandfrei entsorgen könnten.

Ein Blick in die Biotonnen am Starttag bewies, dass noch viele Plastiktüten im Biomüll landen. Insgesamt liege der Anteil der störenden Fremdstoffe im Biomüll beim WZV bei etwa drei bis fünf Prozent, erklärt die Bereichsleiterin. Bei 23 000 Tonnen Bioabfall, die pro Jahr aus den 56 000 Bio-Tonnen der Privathaushalte im Kreis Segeberg entsorgt werden, sind das zwischen 690 und 1150 Tonnen.

Insgesamt beteiligen sich an der Aktion „Wir für Bio“ inzwischen 30 Abfallentsorgungsunternehmen von Flensburg bis Tuttlingen, darunter ein Dutzend Entsorger aus Schleswig-Holstein.

Burkhard Fuchs

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