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Segeberg Blutsbrüder jubeln über super Saison
Lokales Segeberg Blutsbrüder jubeln über super Saison
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21:39 02.09.2013
Jan Sosniok (Winnetou) und Wayne Carpendale (Old Shatterhand) nahmen sich erst gegenseitig auf und dann freudestrahlend in den Arm. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Rekord! 322 424 Menschen sahen sich in diesem Sommer die Karl-May-Inszenierung „Winnetou I — Blutsbrüder“ an. Und das habe nicht nur am super Sommer gelegen, sondern an der rasanten Aufführung und dem bis zum Schluss ganz besonders spielfreudigem Ensemble, hob Kalkberg GmbH-Chefin Ute Thienel hervor. Die hochkarätige Besetzungsliste mit Jan Sosniok als Winnetou, Wayne Carpendale als Old Shatterhand, Gojko Mitic als Intschu-tschuna, Sophie Wepper als Ntscho-tschi und Joshy Peters als Fiesling Santer trug sicherlich ebenfalls zu dem großen Erfolg bei. Alle hatten ihre Fans und alle wurden mit riesigem Applaus am Sonntag verabschiedet. „Unsere Blutsbrüder verband in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. Das Publikum mochte die Coolness, ihren freundschaftlichen Umgang.“ Thienel hüpfte selbst vor Begeisterung, als sie die Besucherzahl zu Konfettiregen bekannt gab. „Die Karl- May-Spiele haben einmal mehr ihren Ruf als eines der erfolgreichsten und schönsten Familientheater in Deutschland bestätigt“, lobte Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld angesichts der Sympathieträger am Kalkberg, die zum Kassenschlager wurden.

72 Vorstellungen lang hatten Darsteller und Publikum Spaß im sandigen Rund am Gipsfelsen — während der letzten Vorstellung ganz besonders. Auf die ohnehin sehr liebevoll gezeichneten Nebenfiguren und die zahlreichen Gags, mit denen das Stück gespickt war, setzte das Ensemble ordentlich einen drauf. „Ich heiße Center, Eros Center“, stellte sich beispielsweise Joshy Peters als Bösewicht vor und lud die „Rothäute“ zum Eierlikör ein — „mit Schokoraspel“, versprach Bösewicht Rattler (Dirc Simpson), bevor es zu einem Treffen mit „Kiowas Zeugen“ kam. Als sich Cowboy und Indianer trennten, wurden nette „Grüße an die Gemahlin, Marta Pfahl“, ausgerichtet.

Squaws, die ihre Behausung mit einem Staubsauger klarierten oder zwischendurch Popcorn futterten, knutschende Bösewichte und Indianer mit Melone statt Federschmuck auf dem Kriegspfad — all das gehörte am Sonntagnachmittag dazu. Old Shatterhand zu Winnetou: „Komm, Winnie Puuh.“ Die beiden gingen ganz besonders auf Kuschelkurs, konnten sich dabei kaum halten vor lachen. Ihre liebe Not hatten der Häuptlingssohn der Apachen und sein späterer Blutsbruder bei ihren Kämpfen: „Nun bleib doch endlich mal liegen“, mahnte Sosniok sein Gegenüber, das immer wieder aufstand. Besonders sympathisch:

Rattler und Santer verneigten sich vor Gojko Mitic: „Es war uns eine große Ehre, Häuptling“ — und der wiederum: „Intschu-tschuna weiß, dass die Spiele von Karl May einen neuen Häuptling haben.“ Und der heißt auch 2014 im Stück „Unter Geiern — Der Geist des Llano Estacado“ Jan Sosniok. So viel verriet Kalkberg-Chefin Ute Thienel.

„Danke für dieses wundervolle Wochenende“
Jenny Albrecht strahlte und konnte es kaum glauben: „Vor zwei Tagen wussten wir noch gar nichts von unserem Glück, und jetzt sind wir in Bad Segeberg!“ Mit ihren vier Kindern genoss die sympathische Berlinerin den Ausblick von der Terrasse des Vitalia Seehotels auf den Großen Segeberger See. Nach einem schweren Schicksalsschlag, der Ehemann und Vater war im vergangenen März während einer Übung der Bundespolizei bei dichtem Schneetreiben mit dem Helikopter in der Nähe des Berliner Olympiastadions abgestürzt, musste sich die Familie erst finden. Über die Bundespolizeistiftung nahmen die LN Kontakt auf. Zuvor hatten wir das Vitalia Seehotel gefragt, ob das Haus Übernachtung und Abendessen sponsern würde, Direktor Guido Eschholz war, als er von dem schrecklichen Unfall hörte, sofort bereit. Ebenso die Karl-May-Spiele, die Karten für die Abschiedsvorstellung zur Verfügung stellten.
Die Reise nach Segeberg war von besonderen Erinnerungen begleitet. Polizeioberkommissar Lutz Albrecht war mehrfach zu Lehrgängen in der Region gewesen, auch in Lübeck. Frau und Kinder besuchten ihn, machten kleine Ausflüge. „Wir lieben den Norden“, so Jenny Albrecht, „vielen, vielen Dank für dieses wundervolle Wochenende“. jhw

Heike Hiltrop

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