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„Boomtown“ Kaltenkirchen: Überall wird gebaut

Kaltenkirchen „Boomtown“ Kaltenkirchen: Überall wird gebaut

In der 21000-Einwohner-Stadt entstehen zurzeit 1000 neue Wohnungen — Dazu siedeln sich zahlreiche neu Firmen an — Jetzt fehlt nur noch der S-Bahn-Anschluss.

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Der Wohnungsbau scheint keine Grenzen zu kennen. Überall wird gebaut, wie hier am Jungfernstieg in unmittelbarer Nähe der Einkaufsstraße.

Kaltenkirchen. „Boomtown“ Kaltenkirchen! Wer durch die Stadt fährt, kann es nicht übersehen: Überall weisen Werbeschilder auf Wohn- und Gewerbebauten hin, die hier im Entstehen sind. Im ganzen Ort drehen sich Kräne, kippen Lastwagen Kies oder Baumaterial ab, sind Handwerker emsig beschäftigt. Fast 1000 Wohnungen (!) sind derzeit im Bau. Und das in einer Stadt mit 21000 Einwohnern.

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Auch An der Krückau entstehen hunderte Wohnungen.

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Bürgermeister Hanno Krause (CDU): „Wir haben eine gesunde Einstellung zum Im-Jetzt-Leben. Das soll heißen: Was wir heute nicht tun, kann morgen schon nicht mehr umsetzbar sein. Die Investoren, die wir nicht ‘ranlassen, gehen woanders hin.“ Die Kommune hat aber auch massiv für sich geworben. Das hat auch das Gewerbe angesprochen. Krause: „Das Schöne ist der gesunde Mix aus allen Branchen. Wir haben viele Gewerbebetriebe um- oder angesiedelt. Aktuell baut die Firma Baustoffhandel-Plambeck im Gewerbegebiet Grassaustraße (B-Plan 74) neu. Die Firma „Küchen aktuell“ startet im April einen Neubau. Und die Firma Popp hat 3,5 Hektar für eine Betriebserweiterung gekauft.“

Der „Hammer“ aber ist: „Wir haben fast 1000 Wohnungen im Entstehen“, so der Bürgermeister. Die würden aktuell in vier Baugebieten hochgezogen. Die meisten seien bereits vermarktet. Und von den sieben Hektar Fläche für Eigenheime, die die Kaltenkirchener Bank anbietet, seien alle Grundstücke schon verkauft. „Es ist irre“, freut sich Krause über die enorme Nachfrage. Ein Teil der neuen Wohnungen wird vermutlich von Kaltenkirchenern, die sich verändern wollen, bezogen, ein Teil aber von Neubürgern. Krause schätzt, dass sich in den vier Gebieten 500 Neu-Kaltenkirchener ansiedeln werden.

„Zusätzlich entsteht gerade eine neue Feuerwehr, und wir werden noch drei Kindertagesstätten bauen — das macht richtig Spaß“, sagt der bestens aufgelegte Bürgermeister.

Kaltenkirchen wächst. Das allein ist schon bemerkenswert. Zurzeit hat die Stadt 21000 Einwohner. Ende des Jahres könnten es glatt 1000 mehr sein. Denn auch kleinere Wohngebäude sind derzeit im Entstehen. Der durchschnittliche Kaltenkirchener ist 42 Jahre alt. Krauses Ziel: „Wir müssen unter 40 Jahre kommen.“ Deshalb tue man so viel für Familien. Es brummt in der Stadt, man sei eine Zuzugskommune, profitiere natürlich von der Nähe zu Hamburg. Krause: „Unser Potenzial sehe ich bei 23000 Einwohnern.“

Aber auch im Einzelhandel hat sich vieles getan. Das frühere Ikea-Bauwerk wurde abgerissen, dort hat die Citti-Gruppe den Ohlandpark errichtet, ein großes Einkaufszentrum.

Alles gut also in der Stadt? Fast! Die verkehrliche Infrastruktur stimme, aber es fehle der S-Bahn-Anschluss nach Hamburg. Und: „Unser kulturelles Angebot lässt noch Wünsche offen.“ Um dieses Defizit auszugleichen, wünscht sich Hanno Krause einen noch besseren ÖPNV, damit seine Bürger noch schneller nach Hamburg gelangen könnten.

Christian Spreer

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