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Boostedts Bürgermeister fordert Rücktritt seiner Stellvertreterin

Boostedt Boostedts Bürgermeister fordert Rücktritt seiner Stellvertreterin

Hat Marina Weber nur vorgetäuscht, dass sie im Dezember 2014 von einem Auto angefahren wurde? Das Amtsgericht stellte das Verfahren jetzt zwar ein - aber Bürgermeister Hartmut König sieht die Glaubwürdigkeit seiner Stellvertreterin beschädigt. 

Quelle: Heike Hiltrop

Boostedt. Das Amtsgericht Neumünster verurteilte die 50-Jährige nicht wegen Vortäuschens einer Straftat, sondern stellte das Verfahren gegen eine Zahlung von 1500 Euro vorläufig ein. Bürgermeister Hartmut König (CDU) sieht die Glaubwürdigkeit seiner Stellvertreterin trotzdem beschädigt: „Ich habe sie zum Rücktritt aufgefordert“, sagte er nach der Sitzung der Gemeindevertretung am Montag. Weber lehnt einen Rücktritt ab. Sie sieht sich „denunziert“. Immerhin sei sie „nicht schuldig“ gesprochen worden. Oberstaatsanwalt Axel Bieler widerspricht: Vielmehr habe das Amtsgericht Neumünster eine geringe Schuld festgestellt.

Es ist ein Jahr her, da stimmten die Boostedter Gemeindevertreter darüber ab, ob Marina Weber (FWB) das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin behalten darf. Durfte sie, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit hatte die CDU, die das Vertrauensverhältnis zerrüttet sah, für ihren Antrag nicht. Nun steht Weber erneut im Fokus.

Worum geht es? Im Dezember 2014 machte Weber Schlagzeilen: Sie sei im Dunkeln absichtlich von einem Auto angefahren worden. Den Täter vermutete sie im rechten Milieu, denn in der Diskussion um die Einrichtung einer Erstaufnahme in Boostedt hatte sich Weber für die Flüchtlinge eingesetzt. Dafür sei sie beschimpft und bedroht worden. Über Weihnachten sei sie damals mit ihrer Familie in ein Hotel geflüchtet. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet (die LN berichteten).

Bei den Ermittlungen seien laut Staatsanwaltschaft Zweifel an der Darstellung aufgekommen. „Es gab verschiedene Indizien, dass es einen solchen Unfall mit Fahrerflucht nie gegeben hat“, so Bieler. Darunter widersprüchliche Angaben zum Unfallhergang. Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren schriftlich per Strafbefehl abhandeln, was Weber abgelehnt habe. Deshalb kam es jetzt zur öffentlichen Verhandlung mit der vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße. Juristisch ist Weber damit „nicht rechtskräftig verurteilt, nicht vorbestraft, aber nicht unschuldig“, resümiert Bieler.

Ja, es habe Ungereimtheiten gegeben, räumt Weber ein – unter anderem bei Zeitangaben und Modell des Fahrzeuges. Das habe aber an den Umständen gelegen. Auch habe sie zunächst eine andere Erklärung zu ihren Verletzungen verbreitet – um ihren Mann nicht zu beunruhigen und dem möglichen Vorwurf zu entgehen, sich wichtig machen zu wollen. „Ich bleibe dabei, der Unfall ist so geschehen“, betont Weber. Auch sehe sie nicht, wie sie der Gemeinde schade, wie von der CDU vorgeworfen. Die meisten hätten von dem Prozess nichts erfahren ohne die Kopien eines Zeitungsartikels darüber, die der Bürgermeister unter den Gästen verteilt habe, behauptet Weber. Durch jenen Bericht hatte auch König vom Verfahren gegen seine Stellvertreterin erfahren, sagt dieser. Mit den Kopien habe er aber nichts zu tun.

Diskutiert wurde Königs Rücktrittsforderung am Montag nicht, doch sie findet Unterstützung bei der SPD. Fraktionsvorsitzender Bernd Schauer spricht von einer „politischen Belastung“. „Frau Weber würde sich und den Boostedtern einen Gefallen tun mit einem Rücktritt.“ Juristisch betrachtet, sei an ihr „nichts hängengeblieben“, so Schauer. Man werde das Thema und etwaige Konsequenzen aber noch in der Fraktion besprechen.

Nadine Materne

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