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Bornhöved plant Beete zur Klärschlammentsorgung

Bornhöved Bornhöved plant Beete zur Klärschlammentsorgung

Zwischen 50 000 und 60 000 Euro zahlt Bornhöved jedes Jahr für die Entsorgung des sogenannten Überschussschlamms aus der Kläranlage. Der wird bisher in der Landwirtschaft ausgebracht.

Bornhöved. Zwischen 50 000 und 60 000 Euro zahlt Bornhöved jedes Jahr für die Entsorgung des sogenannten Überschussschlamms aus der Kläranlage. Der wird bisher in der Landwirtschaft ausgebracht. Was den Finanzausschussvorsitzenden Arne Albertsen (CDU) ganz besonders an der bisherigen Entsorgung stört: „Da wird zu 98 Prozent Wasser durch die Gegend gefahren.“ Seit einigen Jahren denken die Kommunalpolitiker deshalb über Alternativen nach, insbesondere die Klärschlammvererdung, bei der der Schlamm in eine Art Beet eingebracht und gefiltert wird. Nun hat die Gemeindevertretung der Planung einer solchen Anlage zugestimmt. Ein Grundstück gibt es auch schon.

Klärschlamm enthält nur einen geringen Anteil an Feststoffen, besteht zu mindestens 95 Prozent aus Wasser. In der Bornhöveder Kläranlage, die auch Schlamersdorf versorgt, fallen jährlich 2400 Kubikmeter Schlamm an. „Das sind riesige Mengen, die zu transportieren sind“, sagt Albertsen. Mit der Methode der Vererdung der wässrigen Masse jedoch werden die Feststoffe aus dem Wasser herausgefiltert, der Schlamm verdichtet.

Eine Vererdungsanlage besteht aus großen Poldern, in denen eine Art Beet angelegt wird. Die Pflanzen, zumeist Schilf, nutzen den nährstoffreichen Klärschlamm zum wachsen. Feststoffe sinken auf den Beckenboden und wirken zusammen mit dem Wurzelwerk als Filter. Das gereinigte Wasser wird dann durch einen Ablauf abgeleitet. „Das klingt ein bisschen nach Gartenlandschaftsbau“, sagt Albertsen, der sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt. Damit das System aber auch wirklich funktioniert, müssten die richtigen Pflanzen verwendet werden. Deshalb wurden auch Vorversuche in Auftrag gegeben, in denen das Absetzverhalten des Schlammes untersucht werde.

Nach einer groben Schätzung vor einigen Jahren kostet so eine Vererdungsanlage 200 000 Euro. Der Vorteil sei aber, so Albertsen, dass die Feststoffe im Beet verdichtet werden und das Beet lediglich alle acht bis zehn Jahre geräumt werden müsse. Das teure Ausbringen des wässrigen Schlammes auf Felder entfiele damit. Pro Jahr ergäbe das eine Ersparnis von 20 000 Euro. In dieser Rechnung sei der ungünstigste Fall angenommen worden, so Albertsen. Unklar sei zu diesem Zeitpunkt nämlich die Entsorgung des konzentrierten Schlammes. Seit einigen Jahren werde an einer Novelle der bestehenden Gesetze zur Klärschlammentsorgung gearbeitet. Dürfte der Schlamm in einigen Jahren nicht mehr als Wirtschaftsdünger verwendet werden, müsste er in einer Verbrennungsanlage thermisch behandelt werden. Wobei wieder Kosten entstünden. Trotzdem würde sich die Vererdung noch rechnen.

Ziel sei nun die Ausschreibung für die Anlage über den Winter, damit im Frühjahr der Bau beginnen kann. Ein Grundstück direkt hinter dem bestehenden Klärwerk ist bereits gefunden, Bürgermeister Dietrich Schwarz wurde zum Kauf ermächtigt. 2000 Quadratmeter werden etwa für die Beete benötigt. Deutschlandweit gibt es etwa 100 solcher Vererdungsanlagen.

Nadine Materne

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