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Borsteler Institut führt neuen Feldzug gegen Tuberkulose an

Borstel Borsteler Institut führt neuen Feldzug gegen Tuberkulose an

Mit finanzieller Unterstützung des Bundes intensiviert das Forschungszentrum Borstel den Kampf gegen resistente Tuberkulose-Erreger. Die Segeberger Forscher setzen dabei auf ein neuartiges Verfahren: Nano-Teilchen sollen Medikamente zielgenau an die Infektionsherde bringen.

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Quelle: Foto: Hfr

Borstel. Das Leibniz-Zentrum für Medizin- und Biowissenschaften in Borstel ist dabei Koordinator des Forschungsverbundes Anti-TB, dem neben dem Borsteler Institut andere Einrichtungen wie das Karlsruhe Institut für Technologie, das Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover und das Helmholtz Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland angehören. Für drei Jahren stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung dem Verbund Fördergelder in Höhe 2,8 Millionen Euro bereit.

Hintergrund

Wegen zunehmender Resistenzen von bakteriellen Krankheitserregern richtete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahre 2016 das Programm „Förderung von Diagnostika und neuartigen Therapien zur Behandlung bakterieller Infektionen“ ein. Damit soll der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika und die Entwicklung neuer Therapien vorangetrieben werden.

Ziel des Projektes ist es, die Therapiesituation bei resistenten Tuberkuloseerregern zu verbessern. Mit weltweit 2,2 Milliarden Infizierten stellt die Tuberkulose die wichtigste Bakterieninfektion des Menschen dar. Allein im Jahr 2015 erkrankten laut Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit 10,4 Millionen Menschen an einer Tuberkulose – 1,8 Millionen starben an den Folgen der Infektion. Die Bekämpfung wird durch das vermehrte Auftreten resistenter Erregerstämme behindert. Erschwerend hinzu kommen Therapieabbrüche, denn die Behandlung ist langwierig.

„Patienten mit einer multiresistenten oder einer extensiv resistenten Tuberkulose müssen bis zu 24 Monate lang Medikamente mit teilweise hohen Nebenwirkungen einnehmen. Mit unserem neuen Therapieansatz möchten wir genau hier ansetzen, um die Nebenwirkungen zu minimieren und zugleich die Therapiedauer zu verkürzen“, erklärt Professor Ulrich Schaible, Direktor des Programmbereichs Infektionen am Forschungszentrum Borstel. Dadurch hoffen die Forscher, die Bereitschaft der Patienten zur Therapie zu steigern und die derzeitigen Abbruchraten von bis zu 50 Prozent deutlich reduzieren zu können.

Um weitere Resistenzentwicklungen zu vermindern, nutzt das Verbundvorhaben Anti-TB einen nanomedizinischen Ansatz. Dazu sollen wirkstoffbeladene Trägersysteme, die nur wenige Nanometer groß sind, konstruiert und deren Oberfläche mit Adressmolekülen modifiziert werden. Mit Hilfe „Antibiotika-beladener Nanocarrier“ können Infektionsherde in der Lunge zielgerichtet erreicht und behandelt werden.

„Ziel unseres Verbundvorhabens ist es, die Antibiotika-Nanocarrier bis zur Schwelle der klinischen Testung zu entwickeln“, sagt Schaible. Durch Inhalation sollen stark erhöhte Wirkstoffkonzentrationen in der Lunge erzielt werden, um die Therapiedauer zu minimieren und weniger belastend zu gestalten.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Chemikern, Pharmazeuten und Mikrobiologen soll ein neues Therapiekonzept entwickelt werden, welches in Zukunft auch für andere Krankheiten angewendet werden könnte.

LN

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