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Segeberg Brandstiftung in Bornhöved: Hundetrainer vor dem Nichts
Lokales Segeberg Brandstiftung in Bornhöved: Hundetrainer vor dem Nichts
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21:51 03.08.2015
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Bornhöved

Nach der Brandnacht auf einem Hundesportplatz in Bornhöved stehen ein Verein und eine Hundeschule vor den verkohlten Resten ihrer Ausstattung. Wie berichtet, musste die Feuerwehr vergangene Woche in einer Nacht drei Mal in die Adolf-Piening-Straße in der Sandensiedlung ausrücken. Erst brannte ein Wohnwagen, dann ein Baucontainer aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Im Container gab es eine Explosion. Ein 42-Jähriger erlitt dabei schwere Verletzungen. Er gilt als möglicher Tatverdächtiger. Ob er inzwischen vernommen werden konnte, darüber konnte eine Polizeisprecherin gestern keine Angaben machen.

Ob der mögliche Täter der Verursacher ist, ist für Udo Hofmann nicht entscheidend. Er führt auf dem Gelände seit 2009 eine Hundeschule. In dem Baucontainer hatte er die Gerätschaften für seine Kurse gelagert. Alles ist verbrannt. „Ich fange bei Null an“, sagt er. Der Sachschaden liege in einer Größenordnung um die 10000 Euro. Nun sieht er seine Existenz bedroht. „Allein ein fünf Meter langer Tunnel in vernünftiger Qualität kostet 300 Euro“, sagt Hofmann. Viele Angebote seien ohne Material nicht durchführbar — etwa die Vorbereitung auf den Wesenstest, für die Welpen habe er kein Bällebad mehr. Auf Entschädigungszahlungen kann der Hundetrainer nicht hoffen. „Ich habe keine Versicherung“, räumt Hofmann ein. „So viel wirft die Hundeschule nicht ab.“ Nicht jeden Monat erwirtschafte er ein Plus. Zusätzlich hat Hofmann einen kleinen IT-Betrieb.

Hofmann will den Kopf nicht in den Sand stecken. Er will weitermachen und erst mal gucken, was er nun am nötigsten braucht. Viele Rücklagen habe er nicht. Schon im April sei in den Container eingebrochen worden. Ein Stromaggregat wurde gestohlen. Schaden: 1500 Euro. Einen Kredit werde man ihm sicher nicht hinterherwerfen. Mit 56 Jahren. Er müsse nun improvisieren. Bei einem Training habe er bereits Querstangen durch Leinen ersetzt. „Aber das ist natürlich nicht, was die Kunden erwarten.“ Bisher zeigten sie aber Mitgefühl. Das baue auf, sagt Hofmann. Dass die Polizei einen möglichen Verdächtigen hat, wird ihm nichts nützen, befürchtet Hofmann. Den Verletzten kenne er als Bewohner der Schlichtwohnungen. „Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.“

Auf dem 12000 Quadratmeter großen Trainingsplatz ist auch der Hundesportverein „Sechs Pfoten“ zu Hause. Der ausgebrannte Wohnwagen gehörte dem Verein, der erst im vergangenen Oktober auf den Platz gezogen ist. „Der Wohnwagen war eine Spende, wir hatten ihn erst vier Wochen“, sagt Vorsitzende Babette Meschkat. Der Wagen diente als „Vereinsheim“. Das ist nun weg. Und der Rasenmäher für die Pflege des Geländes. „Das ist bitter“, sagt sie. Auch der Verein hatte keine Versicherung. Es sei auch schwer, so etwas zu bekommen für einen Wohnwagen oder Container, sagt Meschkat. Stattdessen müsse man nun auch noch für die Entsorgung aufkommen. Ein herber Rückschlag. „Wir sind aber nicht in unserer Existenz bedroht“, sagt Meschkat. Nicht wie der Nachbar mit seiner Hundeschule.

nam

LN

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