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Segeberg Brückenbau beeinträchtigt den ÖPNV
Lokales Segeberg Brückenbau beeinträchtigt den ÖPNV
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16:59 10.04.2019
Die Sülfelder müssen mit einschränkungen rechnen – die Oldesloer Straße soll saniert werden Quelle: sg
Sülfeld

Was lange währt...: Seit mehreren Jahren steht die Erneuerung der Kreisstraße 108 mit der Bestebrücke auf der Agenda des Kreises Segeberg. Mehrmals mussten beide Maßnahmen verschoben werden, doch am Brückenabriss geht nun kein Weg mehr vorbei. Vom 6. Mai bis voraussichtlich Mitte Dezember müssen die Sülfelder mit Einschränkungen rechnen – auch beim Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV).

Immer wieder musste die Baumaßnahme verschoben werden, zuletzt nach der Ausschreibung Mitte 2017, bei der der Kreis mit gestiegenen Baukosten konfrontiert wurde, die das Budget erheblich überschritten hätten. Notgedrungen musste die Sanierung der Straße ein weiteres Mal verschoben werden. Für die Brücke aber wäre ein Aufschub keine Alternative mehr gewesen. Ihr Zustand ist schlicht und einfach zu schlecht.

„So wie sie gebaut wurde, entspricht sie nicht den Vorschriften. An vielen Stellen ist der Beton gerissen, außerdem ist die Brücke durchfeuchtet. Wenn es regnet, wird man auch unter ihr nass“, beschreibt Kreis-Bauingenieur Matthias Blumhagen den Zustand der Bestebrücke.

Brücke wurde 1955 verbreitert

Seit knapp zwei Jahren nimmt er im Kreis Segeberg die Brücken genauer unter die Lupe. Doch leider: „Oftmals fehlen Unterlagen. Bei der Bestebrücke ist nur dokumentiert, dass sie 1955 verbreitert wurde“, so Blumhagen, der davon ausgeht, dass die Sülfelder Brücke zwischen 1910 und 1920 gebaut worden sein könnte. „Man geht in der Regel von einer Lebensdauer von 70 bis 80 Jahren aus. Die hätte sie somit schon lange erreicht.“

Die Abriss- und Bauarbeiten an der Bestebrücke können nur mit einer Vollsperrung der K 108 erfolgen, durch die auch der ÖPNV eingeschränkt wird. „Wir haben vorab mit den Anwohnern gesprochen. Auch die Gemeinde, das Amt Itzstedt und die Busbetriebe wurden informiert. Rückmeldungen hat es keine gegeben“, so der Bauingenieur.

Gar nicht glücklich ist die SPD-Sülfeld mit den neuen Busfahrplänen, die auf der Internetseite des Amtes Itzstedt abgerufen werden können. „Für alle Sülfelder ist das eine Hiobsbotschaft. Von der Buslinie 7141 wird Sülfeld bis Dezember gar nicht mehr angefahren. Die nächste Zusteigemöglichkeit gibt es erst in Tönningstedt“, ärgert sich Gerhard Homfeldt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Längere Fahrzeiten einplanen

Zwar fahre die Linie 8140 von Sülfeld über Borstel und Tönningstedt nach Bad Oldesloe, aber auch damit seien Probleme verbunden. Durch die Umleitung der Linie 8140 seien keine direkten Anschlüsse in Bad Oldesloe mit den Regionalbahnen nach Hamburg, Ahrensburg, Bargteheide, Lübeck und Bad Segeberg gegeben. „Es sind längere Fahrzeiten von bis zu einer Stunde einzuplanen. Die Frühverbindung um sechs Uhr nach Bad Oldesloe entfällt ganz, der letzte Bus am Abend um 18.30 Uhr ebenfalls. Eine Verbindung von Sülfeld nach Nahe und Henstedt-Ulzburg ist überhaupt nicht mehr gegeben“, so Homfeldt. Das sei ein großes Problem für alle, die auf den ÖPNV angewiesen seien, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

Seine Fraktion hatte in der Gemeindevertretung vom 7. Februar beantragt, dass die Gemeinde gegen eine solche ÖPNV-Änderung intervenieren möge. Darauf habe sich die Gemeindevertretung nicht einigen können, aber es sollten „Gespräche“ geführt werden. Homfeldt: „Diese waren anscheinend nicht erfolgreich. Die Umleitung der Buslinien soll jetzt genauso durchgeführt werden, wie wir es befürchtet hatten.“

Petra Dreu

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