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Segeberg Brünett oder blond: Hauptsache, die Chemie stimmt
Lokales Segeberg Brünett oder blond: Hauptsache, die Chemie stimmt
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22:19 02.09.2013
Klassenbeste: Donata Pagliara (26, l.) aus Lübeck und Valeriya Lyubinetska (21) aus Bad Bramstedt umrahmen die Jahrgangsbeste Gina Lange (23).

Kamm, Schere und Wickler sind ihr Werkzeug. Sie schütteln Erklärungen zu Extensions, Spliss, Papilotte und Bombage aus dem Ärmel wie Mathematiker Rechenformeln. Ihr geschultes Auge unterscheidet penibel zwischen Burgunder-, Kirsch-, Erdbeer- oder Kupferrot, und sie kennen heute schon den Haartrend, der übermorgen angesagt ist: Friseusen. Gutes Aussehen ist ihr Ziel — und zwar das ihrer Kunden, aber auch ihr eigenes. Nirgendwo im Segebergischen war die Stiletto-Dichte am Wochenende höher als im Vitalia-Seehotel. Es roch nach Taft und blumigem Parfum, als 35 junge Frauen herausgeputzt von der Sohle bis zu den Haarspitzen in einer feierlichen Zeremonie freigesprochen wurden.

Männlichen Nachwuchs gibt es in diesem Jahr in Mittelholstein nicht, und neun angehende Friseusen aus Neumünster, zwei aus Norderstedt und eine aus Bad Segeberg, waren durchgefallen. Doch für alle anderen öffnete Innungsobermeister Jörg Soltau die große, hölzerne Lade, es wurden Kerzen entzündet und ein roter Teppich ausgerollt für „die Stifte, die den harten Weg zum Gesellen hinter sich gebracht haben“, so Soltau.

„Kontaktfreude und Kreativität sind das, was ein junger Mensch für diesen schönen Beruf mitbringen muss“, sagte Soltau. „Und wer in seinem Job gut ist, der kann auch gut verdienen“, betonte er. „Sie haben einen Beruf erlernt, der sehr anstrengend, aber auch zukunftssicher und kreativ ist“, befand Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme (CDU) in ihrer Ansprache. „Die Erwartungshaltung der Kunden ist groß, wenn dann noch die Chemie stimmt, ist es gut.“

Besonders groß war die Freude bei Donata Pagliara aus Lübeck, die ihre Ausbildung in Bad Segeberg gemacht hat, Valeriya Lyubinetska aus Bad Bramstedt, die in Norderstedt gelernt hat, und der Neumünsteranerin Gina Lange. Die drei sind die besten ihrer Klassen. Darüber hinaus hat Gina Lange mit einem glatten „sehr gut“ und damit als Jahrgangsbeste ihre Ausbildung abgeschlossen. Wie auch die 21-jährige Valeriya Lyubinetska geht sie direkt auf die Meisterschule. „Am liebsten mache ich Herrenschnitte“, so die 23-Jährige, während ihr praktischer Fachlehrer Dirk Campochiaro ins Schwärmen kommt: „Sie ist motiviert und vorbildlich, von Anfang an. Ihre Umsetzung ist einfach perfekt. Ich will, dass sie an der Landesmeisterschaft teilnimmt.“ Konkrete Zukunftspläne hat die Junggesellin nicht, aber die Selbstständigkeit sei keine Option, so Gina Lange.

Heike Hiltrop

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