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Segeberg Büchereien und Sparkassen packen Integrations-Taschen
Lokales Segeberg Büchereien und Sparkassen packen Integrations-Taschen
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21:24 06.04.2017
Bibliothekarin Imma Terheyden-Breffka und Sparkassen-Filialdirektor Kai Gräper zeigen, was in den Medientaschen so alles drin ist. Quelle: Foto: Vogt

Die Sprache, da sind sich wohl alle Experten einig, ist die Basis dafür, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Bei den Integrationsbemühungen für Hunderttausende Zuwanderer kommt deshalb den Büchereien eine besondere Bedeutung zu. Die schleswig-holsteinischen Sparkassen unterstützen deren Arbeit jetzt landesweit mit 206 sogenannten Medientaschen im Wert von je 300 Euro, die in diesen Tagen auch im Kreis Segeberg verteilt worden sind.

Vier davon hat die Stadtbücherei Bad Segeberg bekommen, die nun Teil der Abteilung „Ankommen“ werden, die mit rund 400 Titeln schon auf eine ansehnliche Größe gewachsen ist. „Die Taschen, die jeweils sechs bis sieben Bücher und Spiele enthalten, gibt es in zwei Varianten: zum einen für Familien mit Kindern, zum anderen für junge Erwachsene“, erklärt die stellvertretende Bücherei-Chefin Imma Terheyden-Breffka. Je nach Zielgruppe ist die Tasche mit einschlägigen Titeln gepackt wie „Landeskunde aktiv“, „Deutsch für Willkommenskurse“, „Der Dinge-Erklärer“ sowie verschiedenen Spielen oder Bilderbüchern mit Lernfaktor. Diese Spende an die Büchereien gab es aber nicht automatisch. „Wir haben uns darauf beworben und sind froh, dass wir auch berücksichtigt worden sind“, sagt die Bibliothekarin.

Neben der Stadtbücherei haben auch die Büchereien in Wahlstedt, Trappenkamp, Kaltenkirchen, Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt sowie Nahe/Itzstedt mehrere Exemplare der Taschen erhalten – finanziert jeweils von den örtlichen Filialen der Sparkasse. In Bad Segeberg war es gestern Filialchef Kai Gräper, der die Taschen überbrachte. „Die Sparkassen wollen damit den Flüchtlingen helfen, in Schleswig-Holstein anzukommen, und auch die Ehrenamtlichen unterstützen, die sich um Integration bemühen“, sagte Gräper.

Die Taschen seien in erster Linie für Multiplikatoren gedacht, also für Sprachlehrer, Familienhelfer oder Betreuer. Zwar würden die Taschen nur mit vollständigem Inhalt verliehen. Für solche, die sich mit einzelnen Titeln aber noch intensiver befassen möchten, stünden auch Zweitexemplare bereit. Dabei stammten viele Zuwanderer eigentlich nicht aus Buch-affinen Kulturen, sagt Terheyden-Breffka. Durch den leichten Zugang zu Literatur über die Büchereien ändere sich das aber. Die „Ankommen“-Abteilung sei jedenfalls immer stark frequentiert.

„Die Menschen, die vor zwei Jahren noch Flüchtlinge waren, sind jetzt zu Bücherei-Mitgliedern geworden. Das ist eine gute Entwicklung“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) als Schirmherr der Aktion. Initiiert wurde die Förderung von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein sowie dem Flüchtlingsrat. Die Sparkassen finanzieren das Projekt mit 60 000 Euro.

Oliver Vogt

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