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Segeberg „Bürger, lass das Träumen“
Lokales Segeberg „Bürger, lass das Träumen“
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22:31 04.11.2013
Für das Fazit der Show musste die Umdichtung des Chorfestivals „Segeberg singt“ herhalten: Segeberg sinkt. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Es ist immer wieder ein Genuss für Augen und Ohren, wenn sich die Gesangs- und Kabarettgruppe der Segeberger Feuerwehr beim großen Ball im Vitaliahotel der Lokal- und Kreispolitik widmet. Dabei bekam nicht nur die Stadt, sondern auch der Kreis sein Fett weg und aus dem Chor-Festival „Bad Segeberg singt“ wurde kurzerhand „Bad Segeberg sinkt“.

Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste: Wenn schon Angela Merkels Handy ausspioniert wird, dann bestimmt auch das Segeberger Rathaus. „Man weiß nie, wer alles mithört“, sagte Nachrichtensprecher Oliver Svensson, der für seine Recherche kurzerhand auf ein altbewährtes und abhörsicheres Exemplar zurückgriff: das Bechertelefon. Eigentlich sei alles gut in Bad Segeberg: Der Eichenhof sei verkauft, es gebe genügend Seniorenwohnungen, die Umgebung am Glindenberg, am Gasberg und am Marienhof sei rollatorgeeignet und der Bund der Steuerzahler wolle sogar Bad Segeberg auf die Seite der Guten ins „Schwarzbuch“ aufnehmen.

Der Bahnhof sorgte einmal mehr für den Hohn der Feuerwehrleute und hat gute Chancen, auch in den nächsten Jahren Ziel des Spottes werden. „Der Weg zum Parkplatz wird jetzt viel länger, dafür aber kann man unterwegs noch schnell Gummistiefel im Fachmarktzentrum kaufen“, stellte Oliver Schulz in Aussicht. Feuerwehrmann Hans König hatte dem Bahnhaltepunkt sogar ein Lied gewidmet. „Bürger, lass das Träumen“, sang er und wirkte dabei wenig optimistisch: „Den Bahnhof kriegst Du nicht.“

Und der alte Bahnhof? Mehr Ampeln als nötig tun hier ihren Dienst. „Nur die sinnvollste aller Ampeln, die tut nichts“, kommentierte Oliver Schulz mit Blick auf die Landrätin, der die Feuerwehr ein Erinnerungsschild gefertigt hatte. „Fast schon Ampel“ steht darauf geschrieben. Vorbild dafür waren die „Fast schon Winsen“-Schilder, durch die eine weitere Posse geschrieben wurde, die wenig Fingerspitzengefühl, dafür aber stures Verwaltungshandeln erkennen ließ.

Auch Landrätin Jutta Hartwieg hatten die Feuerwehrleute ein Lied gewidmet: „Hey, hey, Jutta“ nach der Melodie des ideenreichen Kinderklassikers „Wickie“.

Die immer teurer werdende Promenade am Großen Segeberger See und die beliebte Villa am See, die so gern ein Café werden soll, hatten die Feuerwehrleute ebenfalls aufs Korn genommen. Und mit der Tanzeinlage einer Vogelstrauß-Herde im „Schwarzlichtmilieu“ sorgten die Feuerwehrleute bei den Besuchern ein weiteres Mal für Begeisterung. Als Höhlenmensch war Dennis Strache nicht mehr zu erkennen, dafür aber setzte er stimmlich bei „An Tagen wie diesen“ musikalische Marken.

Mehr als 300 Gäste hatten sich für den Feuerwehrball angemeldet, bei dem die Band „Babs & Friends“ erneut für die richtige Tanzmusik sorgte. Ihr bleibt die Feuerwehr treu — wie die Segeberger ihrem Stadtfest.

Petra Dreu

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