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Segeberg Bürger zweifeln Gemeindevertreter an
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16:17 02.07.2017
Kann die Groß Rönnauer Gemeindevertretung noch zum Wohle des Dorfes zusammenarbeiten? Einige Einwohner stellen das infrage. Quelle: Foto: Dreu

Das „heiße Eisen“ Windkraft fehlte dieses Mal zwar auf der Tagesordnung der Groß Rönnauer Gemeindevertretung, die am Donnerstag tagte, dennoch schwebte das Thema wie ein Damoklesschwert über der Versammlung. Und in der Einwohnerfragezeit entlud sich dann der Frust einiger Bürger. Es ging richtig zur Sache. Besonders die drei Landeigentümer und Gemeindevertreter, auf deren Ackerflächen ein Investor gerne seine Windkraftanlagen setzen würde, mussten sich viel Kritik von den Einwohnern anhören. Bei denen schien der erste große Frust zwar überwunden, dennoch wurden erneut Rücktrittsforderungen laut.

„Ihr vertretet unsere Interessen nicht mehr. Macht den Stuhl frei“, sagte etwa Herbert Ott, der sich besonders darüber ärgerte, dass die Gemeinde zuvor einen einstimmigen Beschluss gegen Windkraft gefasst hatte, als dann aber der Investor an die Landeigentümer herangetreten sei, diese still und heimlich mit ihm Verabredungen getroffen hätten. Seine Fragen, ob bereits Verträge unterschrieben worden seien, beantworte mit Christian Volk zumindest einer der Landeigentümer ehrlich mit „Ja“.

Dass die restlichen Gemeindevertreter nicht informiert worden seien, ist für Henning Struve kein Thema: „Mein Rechtsanwalt hat gesagt, das sind privatrechtliche Dinge, die ich mit niemandem zu bereden brauche.“ Auf Verständnis stieß er mit seiner Ausführungen jedoch nicht. „Ihr zieht 1000 Leute in Mitleidenschaft, um eigene Interessen durchzusetzen. Dass ein Investor das jetzt hier mit Eurer Unterstützung umsetzen will, haben wir allein Euch zu verdanken“, kam ein weiterer Vorwurf aus dem Publikum.

Die beste Stimmung herrschte noch nie in der Groß Rönnauer Gemeindevertretung, und so fragten sich gleich mehrere Einwohner, ob eine Zusammenarbeit der Kommunalpolitiker überhaupt noch möglich ist.

Das werde sie oft gefragt, sagte Bürgermeisterin Gesche Gilenski, die erst kürzlich nur über das Amt Trave-Land von einer Sitzung zum Feuerwehrhaus erfahren hatte. Sie als Bürgermeisterin sei mit dem Verweis auf „intern“ nicht eingeladen worden. Zur Finanzierung des Feuerwehrhauses sagte Stephan Hamann: „Wo soll das Geld dafür denn herkommen, wenn nicht von der Windkraft?“

Einwohnerin Barbara Pieper sorgte sich vor allem um die Stimmung im Dorf. „Ich wünsche mir, dass die Windkraft keinen Keil in das Dorf treibt.“

Ein im großen Saal aufgestellter Wassereimer verdeutlichte unterdessen, was in der Gemeinde sonst noch wichtig ist und angepackt werden muss: das Dach ist leck und muss dringend saniert werden. Eine umfassende Dachsanierung hatte die Gemeinde erst im letzten Jahr bei der Alten Schule hinter sich gebracht. Nun stehen das Dach über dem Saal und das Dach der Altern Meierei an, das ebenfalls leck ist. Für beide Gebäude sollen nun Angebote eingeholt werden.

In der Alten Meierei soll sich zudem ein Fachmann die Heizungsanlage genauer unter die Lupe nehmen. Gut möglich, dass danach noch weitere Kosten auf die Gemeinde zukommen.

 Petra Dreu

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