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Segeberg Entscheidung über neues Baugebiet
Lokales Segeberg Entscheidung über neues Baugebiet
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16:09 13.09.2018
Arthur Prutz und Melanie Ziske auf dem Weg, der die einzige Zufahrt zum Baugebiet werden soll. Sie hoffen auf ein Ja der Klein Rönnauer zum Bürgerentscheid. Quelle: Petra Dreu
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Klein Rönnau

Am Sonntag haben die Klein Rönnauer die Wahl: Schlagen sie sich mehrheitlich auf die Seite der Gemeinde, die in zweiter Reihe zum Chausseebaum 6 bis 22 ein Baugebiet mit knapp 50 Grundstücken ausweisen möchte? Oder haben die Klein Rönnauer Verständnis für die Bedenken der Bewohner der Wohnanlage 18 bis 22, die eigentlich nichts gegen das Baugebiet haben, sich aber gegen nur eine einzige Zufahrt dorthin wehren. Und das können sie offenbar nur, indem der gesamte Bebauungsplan gekippt wird.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 12 haben die Gemeinde, Bauwillige und auch der Grundstückseigentümer Falko Mumme bereits ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Neben einer Zufahrt über die bestehende Wohnanlage sollte es eine zweite Zufahrt entlang des sogenannten Redders geben. Lange schien es unmöglich zu sein, dass die Beteiligten mit dem Landwirt, über dessen Feld der Redder verläuft, auf einen Nenner kommen.

Eine Wende gab es erst, als die Gemeinde den Ehrenbürger und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Kurt Würzbach als Vermittler einschaltete. Was kaum jemand mehr für möglich hielt, geschah: Der Landwirt stimmte der zweiten Zufahrt über sein Feld zu. Ihre Rechnung hatten alle Beteiligten jedoch ohne die Fledermäuse gemacht. Wie ein aufwendiges Gutachten offenbart, entpuppt sich der Redder ausgerechnet für die seltensten Arten als Hauptflugroute. Damit hatte sich die zweite Zufahrt zum Baugebiet an dieser Stelle erledigt.

Am Sonntag ist in Klein Rönnau Bürgerentscheid, bei dem die Aufhebung des B-Planes für ein neues Baugebiet hinter den Häusern Chausseebaum 6 bis 22 geht. Die einzige Wahlurne steht in der Alten Wassermühle.

Das jedoch wollten die 34 Wohnungseigentümer der Anlage nicht hinnehmen, die in einem ersten Bürgerbegehren Unterschriften für die Ausweisung einer zweiten Zufahrt gesammelt hatten. Dieses Bürgerbegehren wurde von der Kommunalaufsicht abgelehnt. Quasi in letzter Minute sammelten die Initiatoren erneut Unterschriften für ein zweites Bürgerbegehren, das sich gegen den gesamten Bebauungsplan richtet. Dieses erklärte die Kommunalaufsicht für zulässig. Als zweiter Verfahrensschritt erfolgt nun der Bürgerentscheid, über den die Klein Rönnauer am Sonntag abstimmen können (siehe Info-Text).

Dafür rühren der Grundstückseigentümer und Gemeindevertreter Falko Mumme, die Gemeinde und auch die Initiative ordentlich die Werbetrommel. Mit ganzseitigen Anzeigen in zwei Anzeigenblättern wirbt der Eigentümer der Flächen für ein „Nein“ zum Bürgerentscheid. Auf ihnen sind Paare zu sehen, die ihren Traum vom eigenen Heim in dem Neubaugebiet verwirklichen wollen. Außerdem wirbt Falko Mumme mit mehreren Bannern für junge Familie und ein gemeinsames Miteinander von Jung und Alt.

Der Bürgerentscheid

Am Sonntag, 16. September, sind die Klein Rönnauer aufgerufen, von 8 bis 18 Uhr zur Wahlurne in der Alten Wassermühle zu gehen und ihre Stimme abzugeben. Die Fragestellung des Bürgerentscheids lautet: Sind Sie dafür, den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan Nr. 12 „Fläche östlich angrenzend an die Grundstücke Chausseebaum 6 –22 und südlich der Straße Rahland“ aufzuheben? Der Bürgerentscheid gilt als „gewonnen“, wenn mindestens 285 (20 Prozent der Wahlberechtigten) ihre Stimme abgegeben und bei der Frage „Ja“ angekreuzt haben. Stimmen weniger als 285 Wahlberechtigte ab oder hat die Mehrheit mit „Nein“ gestimmt, ist der Bürgerentscheid abgelehnt. Das heißt, dass die Planungen der Gemeinde zum neuen Baugebiet mit nur einer Zuwegung zwischen den Häusern Chausseebaum 18 –22 Bestand haben.

Auf Werbung direkt im Ort setzt auch die Gemeinde, die sechs Banner anfertigen ließ, auf denen die Klein Rönnauer aufgefordert werden, beim Bürgerentscheid mit „Nein“ zu stimmen. Auch ein Rundschreiben hat die Gemeinde in der vergangenen Woche verteilt. „Wichtig ist, dass die Leute wählen gehen“, sagt Bürgermeister Dietrich Herms.

Ebenfalls mit einem Banner haben nun auch die Initiatoren des Bürgerentscheids nachgezogen, die natürlich auf ein „Ja“ der Klein Rönnauer hoffen. Auch sie haben ein Faltblatt im Dorf verteilt. Ihre Sprecherin Melanie Ziske: „Wir hoffen sehr, dass sich die Klein Rönnauer mit den Senioren der Anlage solidarisieren. Sie haben ein Durchschnittsalter von 75 Jahren. Die einzige Zufahrt so dicht an ihre Wohnungen zu legen, kann man doch niemandem antun.“

Petra Dreu

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