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Segeberg Bürgerentscheid ist Hilferuf
Lokales Segeberg Bürgerentscheid ist Hilferuf
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17:35 18.09.2017
Torsten Bohlmann und Jürgen Niemann (r.) begrüßen den Bürgerentscheid. Quelle: Foto: Glombik

Die einen diskutieren darüber, was sie am Wahltag für Parteien und Kandidaten zur Bundestagwahl wählen werden, die anderen denken an den Ausgang des Bürgerentscheides, der fast schon mehr Spannung verspricht als die Kanzlerfrage. Eine einmalige Chance: Die Bad Segeberger Bürger können an dem Sonntag selbst entscheiden, in welcher Form die große Fläche am Nelkenweg bebaut werden soll, erklärten BBS-Vorsitzender Jürgen Niemann und Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann in einem Pressegespräch.

Für ihn wirke der von den Anliegern initiierte Bürgerentscheid „wie ein Hilferuf“. Der BBS stehe dem Bürgerentscheid am Nelkenweg sehr positiv gegenüber, sagt Bohlmann. Er empfiehlt nun Bad Segebergern, vor der Wahl die Lage am Nelkenweg selbst anzusehen und dann zu entscheiden. Dass die Initiatoren die Klage des Investors bei Landgericht oder Oberlandesgericht abwehren konnten, sei „nicht Glück“ gewesen, wie die SPD meinte, sondern „Recht“.

Für Niemann ist klar: „Die Erschließung einer so großen Wohnanlage mitten durch ein Gebiet mit Einzelhausbebauung zeugt nicht gerade von einer nachhaltigen Stadtplanung.“ Ein Vergleich mit der mehrgeschossigen Bebauung am Gasberg, wo es nach Beobachtung der CDU kaum Verkehr gebe, sei „völlig abwegig“. Dort brauche man kein Auto, Einkaufsmöglichkeiten lägen vor der Tür. Am Nelkenweg hingegen sei die zu erwartenden Verkehrsbelastung durch die dort insgesamt geplanten etwa 120 neuen Wohnungen für Anlieger nicht zumutbar.

Doch der BBS sperrt sich nicht grundsätzlich gegen mehrgeschossigen Wohnraum, auch wegen der großen Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen. Es müsse nur eine „angemessene Bauverdichtung sein“, so Bohlmann. Wenn die Rahmenbedingungen nachträglich verändert würden, die Nachbarn mit Einzelhausbebauung rechneten und nun mit mehrgeschossigen Wohnblocks konfrontiert werden, könne man den Ärger der Anlieger verstehen. So sollen plötzlich Sackgassen zu Durchgangsstraßen umgebaut werden.

Bohlmann plädiert dafür, stattdessen mehrgeschossigen Wohnungsbau vorne an der Kreisstraße Richtung Weede, am Eingang zum geplanten Baugebiet Havkamp Ost zu verwirklichen. Im weiteren hinteren Bereich der Fläche könnten dann Eigenheime entstehen. Das verstehe er unter nachhaltiger Stadtplanung.

 wgl

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