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Segeberg Bürgermeister Schönfeld wehrt sich gegen Kita-Kritik
Lokales Segeberg Bürgermeister Schönfeld wehrt sich gegen Kita-Kritik
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21:36 26.07.2017
Bürgermeister Dieter Schönfeld (r.) und Personalchef Carsten Schleicher stellen klar, dass die Qualität der Kita weiterhin erstklassig sei. Quelle: Glombik

Es war eine „Abschieds“-Feier in der Mühle mit Festreden, Besuchern von Land, Kreis und nicht zuletzt dem Wahlstedter Bürgermeister Matthias Bonse, die heute noch nachwirkt. Aber nicht nur positiv. Vor allem der Fachvortrag von Professor Asmus Hintz bei der Verabschiedung der langjährigen Leiterin der städtischen Kita Monika Saggau am 10. Juli (die LN berichteten), hat im Rathaus, gerade bei Bürgermeister Dieter Schönfeld, für Verdruss gesorgt. Er selbst und auch der Personalrat der Stadt sei bei dieser „privaten Feier von Frau Saggau“ gar nicht dabei gewesen, stellt Schönfeld nun klar. Dort sei offenbar der Eindruck entstanden, dass Monika Saggau in den Vorruhestand verabschiedet worden sei.

Neustrukturierung sei auf gutem Wege – Langjährige Kita-Leiterin Monika Saggau übernimmt eine andere Aufgabe in Bad Segebergs Stadtverwaltung.

Das sei falsch. Frau Saggau übernehme vertragsgemäß „eine andere Aufgabe in der Stadtverwaltung“. Über die neuen Aufgaben der langjährigen Kita-Leiterin und den Zeitpunkt ihres Ruhestandes wollte sich Schönfeld aus Datenschutzgründen nicht äußern. Als „Schmähkritik“ bezeichnet Schönfeld die auf der Feier geäußerten Einwände zu den Stelleneinsparungen in dem städtischen Kindergarten.

Redner Asmus Hintz hatte die Neustrukturierung im Familienzentrum kritisiert. Hintz: „Wer die Verantwortung für diese Entscheidung trägt, hat nicht den Wert einer übergeordneten Leitung verstanden oder zählt zu den ungebildeten Kleingeistern, die den Wert von Investitionen in frühkindliche Bildung immer noch nicht verstanden haben.“ Das sei „falsch und in der Wortwahl völlig unangemessen“, stellte Schönfeld demgegenüber klar. Hintz sei hier wohl von Monika Saggau falsch informiert worden, vermutet er. „Die Qualität unserer Kindergärten ist weiterhin großartig“, stellt Schönfeld klar.

Offenbar ist zwischen Monika Saggau und Bürgermeister das Tischtuch zerschnitten. Über genaue Gründe wollte sich Schönfeld nicht äußern. Monika Saggau sei im Urlaub. Sie war auch gestern Abend für die LN nicht erreichbar.

Die Bildung des Amtes vier mit Stephan Hartung an der Spitze sei eine „Notmaßnahme“ gewesen, weil die Kita nicht „in den Griff zu bekommen“ war, betont Schönfeld. Die Kritik an den steigenden Kosten und der Personalplanung sei trotzdem nicht verstummt. Schönfeld stellt aber trotzdem klar, dass während des 20-jährigen Jubiläums des städtischen Kindergartens die Leistung von Monika Saggau „um die Gründung und den weiteren Aufbau der Kita zu Recht wertschätzend gewürdigt“ worden sei.

Die neue Gesamtleitung ergebe sich nun aus der Neubildung des Amtes 4. Hier gehe es nicht nur um Pädagogik, sondern auch Personalplanung, Personalführung, Organisation und Finanzen. Schönfeld:

„Während die pädagogische Leitung unstrittig anerkannt war, ergab sich bei den anderen Aufgaben in den letzten Jahren mehrfach (berechtigte) Kritik“, schreibt Schönfeld in einem Statement zu dem Thema. Eine Kostensteigerung von 900000 Euro in der Kita – da habe die Stadt reagieren müssen.

Offensichtlich hatte man bei der Kita-Leitung auch kostenintensivere Betreuung toleriert. Es habe sich herausgestellt, so Schönfeld, dass manchmal nur ein bis zwei Kinder in den Kita-Randzeiten von Mitarbeiterinnen betreut worden seien. Da werde so eine Einrichtung teuer, sehr teuer.

So habe es im Dezember den einmütigen Beschluss der Stadtvertretung gegeben, durch Reduzierung des Angebotes auf die gesetzlich vorgeschriebenen Standards bis 2018 acht bis neun Planstellen einzusparen. Da gehe aber nicht zu Lasten der pädagogischen Betreuung, stellte Schönfeld klar. Er schätzt, dass es schon ab 2019 Einsparungen von 300 000 Euro jährlich geben könne. Alle Beteiligten im Kindergarten, auch der Personalrat, seien „hochzufrieden mit der Organisationsänderung“. Auch die Eltern würden davon profitieren, verspricht er. „Ich gehe davon aus, dass es trotz Gehaltssteigerungen sobald keine Gebührenerhöhungen geben wird.“

 Wolfgang Glombik

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