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CDU verteidigt Kuschelkurs beim Landrat

Bad Segeberg CDU verteidigt Kuschelkurs beim Landrat

Für großes Aufsehen hat gestern der LN-Artikel über den Austritt des langjährigen Kreispolitikers Henning Wulf aus der CDU-Fraktion und auch noch aus der Partei gesorgt. Kreispräsident Winfried Zylka (CDU) und CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky zeigten sich überrascht.

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„Herr Wulf ist einer gewesen, der wirklich intensiv gearbeitet hat.“Kurt Barkowsky CDU-Fraktionsvorsitzender

Bad Segeberg. Zylka kann dessen Kritik am Landrat Jan Peter Schröder überhaupt nicht teilen. Henning Wulf hatte den parteilosen Schröder in dem LN-Artikel scharf kritisiert. So informiere er Politiker nicht ausreichend, versäume es, Kreistags-Beschlüsse umzusetzen und Rückmeldung darüber zu geben. Es sei der Job des Landrats, politische Vorgaben umzusetzen und nicht für sich auszulegen. Schröder war gestern für die LN nicht erreichbar.

LN-Bild

Für großes Aufsehen hat gestern der LN-Artikel über den Austritt des langjährigen Kreispolitikers Henning Wulf aus der CDU-Fraktion und auch noch aus der Partei gesorgt. Kreispräsident Winfried Zylka (CDU) und CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky zeigten sich überrascht.

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„Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Landrat, er geht auf die Abgeordneten zu, er informiert frühzeitig – das geht geräuschlos“, urteilt hingegen Zylka. Und es sei nicht richtig, wie Wulf behaupte, dass der Kreistag Verwaltungsvorlagen nur noch durchwinke. Die großen Beschlüsse, die man jetzt im Kreistag fasse, seien vorher fraktionsübergreifend in Workshops mit der Verwaltung entstanden. Wenn man sich durch gute Vorbereitung im Hauptausschuss geeinigt habe, wurde das natürlich im Kreistag durchgewunken. Zylka: „Das sehe ich anders als Herr Wulf eher positiv.“

Als Wulf in der September-Sitzung kritisiert habe, dass Kreistagsbeschlüsse, wie einer zur Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises, nicht umgesetzt worden sind, sei ihm das von Schröder erklärt worden, so Zylka. Die Antwort sei aber von Henning Wulf nicht akzeptiert worden. Hier habe Wulf – formal gesehen – Recht gehabt, aber der alte, nicht befolgte Beschluss sei durch neue Entwicklungen ohnehin schon überholt gewesen. Zylka tut es leid, dass Wulf jetzt durch „sein Nachtreten“ einen „schlechten Abgang“ als Politiker habe. Er sei sehr verdienstvoll im Aufbau von Kontrollinstrumenten gewesen. Jetzt entstehe eine Atmosphäre der Belastung. „Die hat allein Herr Wulf hervorgerufen.“

Anders als Zylka ist Wulf überzeugt davon, dass viele Kreistagsabgeordnete fraktionsübergreifend ähnlich wie er denken. Zur Kritik an seinem harschen Stil meinte er gegenüber den LN nur: „Man kann natürlich nur streicheln und behaglich sein, aber das ist nicht unser Job als Kreispolitiker.“ In dem betreffenden Hauptausschuss sei nicht gebrüllt worden. „Ich war nur deutlich. Ich fühle mich da völlig richtig.“

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Kurt Barkowsky waren Tonart und Vorwürfe von Wulf gegenüber dem Landrat überzogen. Ihm selber seien Vorwürfe gemacht worden, dass er nicht gleich beim Ausbruch harter Wortwechsel eine Sitzungsunterbrechung im September-Hauptausschuss beantragt habe, schon um die Wogen zu glätten. Später habe es auch Vorwürfe aus den eigenen Reihen gegen Wulf gegeben. Resultat war, dass Wulf den Ausschussvorsitz nach über 19 Jahren abgab. Doch auch nach der jüngsten Kreistagssitzung habe Wulf nicht locker gelassen und ihn, Barkowsky, beschuldigt, dass er sich nicht hinter ihn gestellt habe. Auch wollte Henning Wulf partout nicht mehr vorne in der ersten Reihe der CDU-Fraktion sitzen. Barkowsky gab zu, dass es nur wenige Kreistagsabgeordnete gebe, „die hier wirklich arbeiten, und Herr Wulf ist einer gewesen der wirklich intensiv gearbeitet hat und bis ins Detail gegangen ist“. Jetzt gehe es darum, „dass wir als CDU-Fraktion auf Augenhöhe mit der Verwaltung zusammenarbeiten – selbstverständlich sie auch kontrollieren“.

Von Wolfgang Glombik

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