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Segeberg Chef mit der Axt angegriffen - Angeklagter muss acht Jahre in Haft
Lokales Segeberg Chef mit der Axt angegriffen - Angeklagter muss acht Jahre in Haft
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17:09 29.10.2013
Vor dem Kieler Landgericht wurde der Fall verhandelt. Quelle: dpa
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Bornhöved

Für einen Mordversuch mit einer Axt muss ein 35-jähriger Computer-Fachmann für acht Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Angeklagte am 14. Januar 2013 in Bornhöved (Kreis Segeberg) seinen Chef heimtückisch töten wollte, um so Privatentnahmen aus der Firmenkasse zu verschleiern. Der Mann verbarg sich demnach im Firmengebäude und schlug völlig überraschend zu, als der Firmeninhaber vorbeikam.

Der Mann habe befürchtet, dass seine monatelangen Griffe in die Firmenkasse von einer neuen Finanzbuchhalterin entdeckt werden würde, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann: „In der ihm ausweglosen Situation reifte die Entscheidung, den Chef zu töten.“

Der Firmeninhaber konnte den Angriff instinktiv abwehren und dem Angeklagten die Axt entwinden. Der durchtrainierte Boxer wurde nur am Arm verletzt. Dafür muss ihm der IT-Experte laut Urteil 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Die Kammer habe keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte die Tötung seines Chefs plante und dazu die Axt kaufte, sagte Brommann. Da der Firmeninhaber ihm körperlich überlegen war, sah der Angeklagte demnach nur die Möglichkeit eines Überraschungsangriffs aus dem Hinterhalt. Dazu versteckte er sich nach Büroschluss im Firmengebäude und attackierte den Chef aus dem Dunkel heraus.

Der Angeklagte gestand vor Gericht die Untreue in 17 Fällen, bestritt aber den Mordversuch. Er will sich mit der Axt nur gegen seinen Chef verteidigt haben, der unvermutet mit bedrohlicher Geste vor ihm aufgetaucht sei. Dieser Darstellung schenkte die Kammer keinen Glauben. Sie sei „hinten und vorn nicht nachvollziehbar“ und durch die Tatortspuren sowie die Schilderungen des Firmeninhabers widerlegt, meinte Brommann.

Nach Auffassung der Richter hatte der geschiedene Vater eines Sohnes für mindestens 12 000 Euro auf Firmenkosten eingekauft und fürchtete die Entdeckung. Die Waren - darunter Flachbildfernseher, Büromaterial, Kinderschuhe und ein Damenfahrrad - ließ er sich nach Hause liefern. Insgesamt sollen rund 60 000 Euro aus der Firmenkasse fehlen. Der Angeklagte genoss lange das volle Vertrauen seines Opfers. Er führte dessen Buchhaltung und hatte uneingeschränkten Kontozugang. Der Firmeninhaber erstattete erst eine Woche nach der Tat auf Drängen seiner Frau Strafanzeige.

Mit dem Urteil auch auf Untreue in 17 Fällen und gefährliche Körperverletzung ging das Gericht über den Strafantrag des Staatsanwaltes hinaus, der sieben Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung plädierte demgegenüber nur auf eine geringe Bewährungs- und Geldstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie will gegen das Urteil Revision einlegen.

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