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Chemikalien-Leck löst Großalarm im Schlachthof aus

Bad Bramstedt Chemikalien-Leck löst Großalarm im Schlachthof aus

Die Mitarbeiter nahmen am Mittwoch plötzlich beißenden Geruch wahr - die Retter rollten mit einem Großaufgebot in Bad Bramstedt an. Rund 200 Angestellte mussten das Gebäude verlassen. Die Ursache des Unglücks liegt im Nachbarbetrieb.

 Wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Elmshorn mitteilte, sei dort offenbar giftiges Ammoniak ausgetreten.

Quelle: Lothar Kullack

Bad Bramstedt. Beißender Gestank nach Urin im ganzen Tegelbarg, weil da Dutzende von Viehtransportern stehen und es nicht weitergeht. Ein Feuerwehrwagen nach dem nächsten, der mit Blaulicht zum Vion-Gelände prescht. Feuerwehrmänner, die eilends ihre Atemschutzgeräte anlegen. Andere bauen Dekontaminationszelte und -duschen auf. Der Grund: Im Schlachthof war Ammoniak ausgetreten, so die erste Vermutung. Betroffen waren laut Polizei 202 Vion-Mitarbeiter, von denen jedoch niemand zu Schaden kam. Lediglich ein Techniker der Firma habe sich leicht verletzt, als er Erstmaßnahmen ergreifen wollte.

Erst am Abend, nachdem ein Sachverständiger die Ursache gefunden hatte, stellte sich heraus, dass in einem auf dem Gelände ansässiger, tierfutterproduzierender Betrieb, der nicht zur Vion-Gruppe gehört, Salmiakgeist ausgetreten und in die betriebseigene Kläranlage gelangt war. Der Grund sei vermutlich menschliches Versagen, teilte die Polizei mit. Ammoniak sei zu keinem Zeitpunkt ausgetreten. Nachdem die Ursache gegen 18 Uhr gefunden war, sei der Betrieb des Schlachthofs wieder aufgenommen worden, teilte Vion in einer Presseerklärung mit.

Die betroffenen Mitarbeiter waren mittags zur Vorsicht in die Sporthalle der benachbarten Bundepolizeidirektion gebracht worden, wo sich der Leitende Notarzt und seine schnelle Einsatzgruppe des Katastrophenschutzes des Kreises Segeberg um sie kümmerten. Ausgelöst worden war der Alarm um 11.40 Uhr. Zuerst war die Bad Bramstedter Feuerwehr mit allen verfügbaren Einsatzkräften am Ort. Dann wurden in rascher Folge die Gefahrguteinheit der Kaltenkirchener Feuerwehr, der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr sowie die Gefahrgutzüge von Wehren der umliegenden Orte des Amtes Bad Bramstedt-Land nachalarmiert. Zur Vorsicht waren neben der Polizei auch zahlreiche Notärzte und Rettungswagen vor Ort, von denen die meisten aber wieder abziehen konnten, nachdem klar war, dass es wohl keine ernsthaft Verletzten gab. Um jede andere Gefährdung auszuschließen, wurde das Vion-Gelände jedoch hermetisch abgeriegelt. Mitarbeiter und Viehtransporte durften nicht mehr hinein.
Nach Angaben eines Vion-Sprechers seien die für gestern erwarteten Viehtransporte an andere Schlachthöfe umgeleitet oder wieder zurückgeschickt worden. Für die bereits auf dem Gelände eingestallten Tiere habe nach Ansicht der zuständigen Veterinärbehörde aber „keine Gefahr bestanden“ – zumindest nicht durch die ausgetretene Chemiekalie. Auch umliegende Bewohner seien nicht in Gefahr gewesen. Die Feuerwehr bestätigte das: Für die Öffentlichkeit habe keinerlei Gefahr bestanden.

Im Schlachthof wird Ammoniak als Kühlmittel verwendet. Daher rührte offenbar die Annahme – auch seitens des Unternehmens–, dass es sich auch diesmal um diesen Stoff handeln könnte. „Es handelt sich dabei um kilometerlange Leitungen, die sich durch fast alle Gebäude ziehen. Deswegen gestaltet es sich so schwer, die Leckage zu finden“, erklärte der Sprecher. 2012 hatte es bereits einen ähnlichen Zwischenfall in Bad Bramstedt gegeben. Damals mussten neun Vion-Mitarbeiter ins Krankenhaus, weil im Bereich Frostung ein Ammoniak-Leck aufgetreten war. In die Schlagzeilen war der Betrieb auch 2014 geraten, als das Kieler Landwirtschaftsministerium den Betrieb für fünf Wochen geschlossen hatte. Grund waren Verstöße gegen Hygiene- und Tierschutzauflagen. Zuvor hatte es bei Vion in Bad Bramstedt im Februar 2014 eine Großrazzia mit 250 Beamten von Polizei und Zoll gegeben.

Von Lothar Hermann Kullack, und Oliver Vogt

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