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Christrose trifft Weihnachtsstern

Gönnebek Christrose trifft Weihnachtsstern

120 000 Töpfe voller roter Adventsblüher und 70000 zarte Kältekünstler: Weihnachtstrubel in der Gärtnerei Edert.

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Die Urform des Weihnachststerns: nicht so üppig und etwas filigraner mit fast angezackten Blättern.

Gönnebek. . Fotoapparate klicken, Filmkameras sind aufgebaut, Mikrofone in Position gebracht: Im Mittelpunkt stehen gleich zwei, die Saison haben: der Wärme liebende Weihnachtsstern und der Kältekünstler Christrose. Einmal im Jahr lädt die Landwirtschaftskammer zum vorweihnachtlichen Pressetermin, meist nach Gönnebek. Es geht ums Fest. Klar führt der Tannenbaum die Hitliste an. Aber dicht gefolgt von Euphorbia pulcherrima, dem aus Mittel- und Südamerika stammende Wolfsmilchgewächs. Bei uns als Weihnachtsstern berühmt.

LN-Bild

120 000 Töpfe voller roter Adventsblüher und 70000 zarte Kältekünstler: Weihnachtstrubel in der Gärtnerei Edert.

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781000 dieser klassischen Adventsblüher werden laut Statistikamt in Schleswig-Holstein kultiviert. Die Hälfte im Kreis Segeberg, 120000 davon in der Gärtnerei Edert – in XXL bis zum kleinen Tisch-Töpfchen. Und auch Platz drei der Adventscharts wird hier bis zum Verkauf gepäppelt: Helleborus nige, die Schnee- oder Christrose. 150 000 Stiele – natürlich mit Blüte – haben die Ederts und ihr Team bis zum Ende der Saison geerntet.

Grund genug für Kammerpräsident Claus Heller mal vorbeizuschauen, denn: „Sie sind eine Nischenspezialität und der Betrieb Edert ist einer der wenigen in Deutschland, der Christrosen für die Schnittblumenproduktion heranzieht.“ „In Schleswig-Holstein kenne ich außer uns keinen weiteren“, ergänzt Wilhelm Edert. Christrosen, das sei „das Baby“ seines Vaters Werner, der damit vor Jahrzehnten begonnen hatte. Als der Verkauf von Elatior-Begioni – 1969 die Edertsche Spezialität – immer schwieriger wurde, habe man sich mehr und mehr den Christrosen zugewandt. Noch heute schaut der 86-jährige Seniorchef täglich bei den kleinen Kälte liebenden Schätzchen rein, packt mit an.

Der Schwerpunkt in der ziergärtnerischen Adventssaison liegt jedoch nach wie vor auf dem Weihnachtsstern – rund 150 verschiedene Sorten gibt es. Hauptsache Rot, das zumindest wollen 80 Prozent der Kundschaft – jedenfalls nach dem 1. Advent. Davor gehen auch Farbvarianten zwischen Pink und Weiß. Dennoch hat sich das Kaufverhalten verändert. Edert: „Früher lief das Hauptgeschäft vor dem 1.

Advent, heute zieht es sich bis Weihnachten hin.“ Die Preise hingegen seien seit 30 Jahren nahezu unverändert – unter zehn Prozent seien sie in dem Zeitraum gestiegen. Züchterische Zugeständnisse gibts für den Transport. So soll ein Weihnachtsstern am Besten v-förmig wachsen, damit er sich gut eintüten lässt.

Die Gärtnerei Edert vermarktet ihre Produkte regional im Norden. „Früher sind wir bis zum Blumengroßmarkt nach Hamburg gefahren. Heute liefern wir bis mittags nach Kiel, von dort sind die Pflanzen am nächsten Morgen in den Geschäften – frischer geht es nicht“, sagt Wilhelm Edert. Und gute Qualität ist trotz Plastikverpackung erkennbar, weiß Michaele Edert: „Die kleinen gelben Scheinblüten in der Mitte der Pflanze sollten schön geschlossen sein und sowohl das grüne Laubblatt als auch das rote Hochblatt (Brakteen) sollten fleckenfrei sein.“

Der Weihnachtsstern ist eine sogenannte Kurztagspflanze, die nur dann Blüten bekommt, wenn sie weniger als zwölf Stunden Licht bekommt. Darum blüht er in unserem Winter. Und mit ein bisschen pflegerischem Geschick gelingt es, aus ihm das zu machen, was er eigentlich ist: Ein ein wunderschöner, immergrüner Strauch und das nach nur ein paar Jahren, wie ein von Familie Edert präsentiertes Exemplar beweist. Doch nach wie vor ist die Pflanze ein Wegwerfartikel, die meist schon vor dem Drei-Königs-Tag am 6. Januar im Biomüll landet.

Heike Hiltrop

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