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Segeberg DGB: Mindestlohn ist Riesenerfolg
Lokales Segeberg DGB: Mindestlohn ist Riesenerfolg
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22:22 28.12.2015
Segebergs DGB-Kreisverbandsvorsitzender Rudolf Beeth spricht von positiven Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns. Quelle: hfr

Aus Sicht des Kreisverbandes im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ein „Riesenerfolg“. „Ein Jahr nach seiner Einführung werfen wir einen Blick auf seine Wirkungen und stellen fest: Er hat keine Jobs gekostet und vielen Beschäftigten ein kräftiges Lohnplus beschert“, so Kreisverbandsvorsitzender Rudolf Beeth in einer Pressemitteilung des DGB.

Wer im Vorfeld Jobverluste, Unternehmenspleiten und explodierende Verbraucherpreise befürchtet habe, werde nun eines Besseren belehrt, resümiert der Kreisvorsitzende. Insbesondere Frauen, Ungelernte, Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen und in Ostdeutschland profitierten von der Lohnuntergrenze. Das habe eine DGB-Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamts ergeben.

Bundesweit sei es in diesem Zeitraum zu einem Anstieg der Löhne der Ungelernten in Vollzeit- und Teilzeitstellen um 3,3 Prozent (Bayern 1,1 Prozent), so der DGB in seiner Mitteilung weiter. In dieser Zahl seien Minijobber nicht enthalten. Der Lohnzuwachs sei bundesweit im Gastgewerbe und im Handel besonders auffällig gewesen: Er betrage im Gastgewerbe sechs Prozent, im Handel im Schnitt 2,7 Prozent. Über viele Branchen hinweg hätten besonders Frauen vom Mindestlohn profitiert.

Für den Kreis Segeberg lägen keine Zahlen zur Lohnentwicklung vor. „Daten zur Entwicklung der Beschäftigung von Januar bis Ende März 2015 zeigen jedoch: Sozialversicherungspflichtige Arbeit nahm im Kreis Segeberg um 2,5 Prozent oder 2003 Stellen zu, während die ausschließlich geringfügige Beschäftigung um 2,4 Prozent abnahm“, so Beeth. Dabei habe der Kreis insgesamt in der DGB-Region Schleswig-Holstein Südost die meisten Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht.

Wer im Vorfeld geunkt habe, dass durch den Mindestlohn viele Unternehmen in die Pleite rutschen, könne durch eine weitere Zahl beruhigt werden: Von Januar bis August 2015 seien 3,7 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen gewesen als im Vorjahreszeitraum, so der DGB in seiner Mitteilung. Seit der Jahrtausendwende sei das der niedrigste Stand der Unternehmensinsolvenzen.

„Wir werden weiterhin darauf achten, dass der Mindestlohn wirklich überall ankommt“, sagt Rudolf Beeth. Deshalb seien engmaschige Kontrollen unter anderem mit Blick auf Schwarzarbeit unabdingbar.

Öffentliche Auftraggeber seien auch dazu verpflichtet, die Einhaltung des Mindestlohngesetzes für Schleswig-Holstein sicherzustellen. Beeth abschließend: „Dieses gilt gerade auch vor dem Hintergrund der Bemühungen, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hier Sonderregelungen zu fordern, ist kontraproduktiv und schafft ein neues Prekariat. Wenn sie auf den Arbeitsmarkt kommen, benötigen auch sie Schutz vor Lohndumping und Verstößen gegen das Mindestlohngesetz. Die Kontrollen müssen daher aufgestockt werden.“

LN

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