Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
DRK-Mitarbeiter wehren sich gegen Rettungsdienst-Pläne

Bad Segeberg DRK-Mitarbeiter wehren sich gegen Rettungsdienst-Pläne

Die Rettungsdienstmitarbeiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Bad Segeberg haben sich in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Kreistages gewandt, um gegen die geplante Vertragskündigung des Kreises mit dem DRK zu protestieren. Sie fühlen sich übergangen.

Voriger Artikel
Ärger um fremde Post in Briefkästen
Nächster Artikel
Mit Lego fit für die Berufswelt

Im Kreis Segeberg soll der Rettungsdienst neu geordnet werden. Das DRK wäre demnach aus dem Rennen. FOTO: DPA

Bad Segeberg. Zwar sollen die Mitarbeiter von der gemeinnützigen Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die den Rettungsdienst im Kreis künftig organisieren soll (die LN berichteten), übernommen werden – dennoch fühlen sich die Mitarbeiter übergangen. „Bis heute hat noch niemand aus dem Kreistag von sich aus das Gespräch mit uns Mitarbeitern gesucht. Wir würden ihnen gerne persönlich erklären, warum wir an unserer Arbeit im DRK-Rettungsdienst hängen“, heißt es in dem Schreiben.

LN-Bild

Offener Brief an Abgeordnete – Bürgermeister wirbt für Rotes Kreuz.

Zur Bildergalerie

Der Fachausschuss hat dem Kreistag empfohlen, den Vertrag mit DRK und KBA (Verein für Krankentransport, Behinderten- und Altenhilfe) zum Jahresende 2018 zu kündigen. Stattdessen solle der Kreis Mitglied im RKiSH werden. Hintergrund ist laut Landrat Jens Peter Schröder das EU-Recht. Dieses sowie das Rechnungsprüfungsamt würden es dem Kreis schlicht verbieten, den öffentlichen Auftrag für den Rettungsdienst so zu vergeben wie bisher. Pflicht sei eine europaweite Ausschreibung. Umgehen könne man die nur, wenn man mit der RKiSH ein sogenanntes „Inhouse-Geschäft“ abschließe, also einer öffentlich-rechtlichen GmbH beitrete. Dann entfalle die Ausschreibungspflicht.

Die DRK-Mitarbeiter wollen das so nicht akzeptieren. So fragen sie sich in dem Schreiben, warum zum Beispiel in der Stadt Aachen mittels einer sogenannten Bereichsausnahme der Rettungsdienst an die Hilfsorganisationen vergeben wird, dieses in Segeberg aber nicht gehen würde. Antrieb für die Mitarbeiter sei unter anderem die Angst, dass der Haustarif des RKiSH die Mitarbeiter schlechter stellen würde als der selbst ausgehandelte DRK-Tarifvertrag. Außerdem fragen sich die Mitarbeiter, warum das Angebot des DRK nicht akzeptiert wird, auf ein Jahr Kündigungsfrist zu verzichten, um in diesem Jahr eine andere Lösung zu finden. „Sie wollen den gesunden Rettungsdienst im Kreis Segeberg einem unserer Meinung nach unnötigen Eingriff unterziehen“, ärgern sich die Mitarbeiter. „Wir haben Sorge, dass ihnen in der Übersicht der Blick für die Details fehlt.“

Rückendeckung bekommen die DRK-Mitarbeiter von Hanno Krause, Bürgermeister von Kaltenkirchen, der für eine „faire Chance“ für das DRK zur Fortführung des Rettungsdienstes wirbt. „Mit völligem Unverständnis habe ich aus der Presse entnommen, dass der Kreis offenbar eine Ausschreibung, wer bester Bieter werden könnte, nicht weiter verfolgen und stattdessen das RKiSH beauftragen will. Das ist gegenüber dem DRK nicht nur unfair, sondern auch ein Verschenken von möglichen besseren Optionen als das RKiSH. Ich fordere, dass der Kreistag den Vertrag mit dem DRK in rechtlich angepasster Form fortführt oder aber zumindest eine öffentliche Ausschreibung des Rettungsdienstes durchführt“, sagt Krause. Denn auch wenn, wie der Kreis Segeberg selbst behauptet, die bisherigen Verträge rechtswidrig seien, so seien sie doch einvernehmlich zustande gekommen. „Die Vertragspartner sind doch zumindest aufgefordert, geeignete Lösungen für eine Heilung dieser mutmaßlichen ,Rechtswidrigkeit’ zu finden. Denn eine Schlechterfüllung von Leistungen durch das DRK stand offenbar nie zur Debatte“, betont Krause. „Und selbst wenn diese eigentliche Selbstverständlichkeit des Miteinander nach Lösungen suchen nicht erfolgreich sein sollte, dann sollte doch zumindest das DRK eine faire Chance zur Abgabe eines Angebotes in einem fairen öffentlichen Ausschreibungsverfahren bekommen. So, wie wir es in den Städten und Gemeinden bei allen Aufträgen der öffentlichen Hand praktizieren, um am Ende dem besten Bieter den Auftrag zu erteilen.“

Die DRK-Mitarbeiter haben die Kreistagsabgeordneten nun am 5. Dezember zu sich auf die Rettungswache eingeladen, um über die Problematik zu sprechen. Am 8. Dezember entscheidet dann der Kreistag über die Zukunft des Rettungsdienstes in Segeberg. jwu

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Was für einen Adventskalender haben Sie?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Reisetipps
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

Karl-May-Spiele

Nachrichten zu den Karl-May-Spiele am Kalkberg in Bad Segeberg.

Kinokritik

Kurz und knapp erklärt, ob sich ein neuer Film lohnt oder nicht.