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Segeberg Da wackelt nichts: Kanaldeckel-Blitzwechsel
Lokales Segeberg Da wackelt nichts: Kanaldeckel-Blitzwechsel
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22:18 07.09.2013
„Wir gehen immer dahin, wo es weh tut“: Thorsten Klein und Dirk Lüdemann (r.) bereiten den Schacht für den neuen Deckel vor. Quelle: Fotos: Glombik

„Der Kanaldeckel vor unserem Haus wackelt“ — es ist ein ewiges Ärgernis mancher Dorf-Kommunalpolitik, wenn sich Anlieger beschweren. Doch zumindest in der Theodor-Storm-Straße in Bad Segeberg ist jetzt Ruhe, kann auch der Schwerlastverkehr Deckel nicht mehr zum Schwingen bringen. In der Nacht zu Sonnabend wurde die wichtige Durchgangsstraße in der Südstadt abschnittsweise gesperrt. 24 Schachtdeckel wurden per Wanderbaustelle komplett erneuert. Das ging Hand in Hand mit kleinen Bautrupps, die sogar nachts unter Scheinwerferlicht arbeiteten.

Meyer & John, eine Hamburger Rohrleitungsfirma, hat das Patent für den Kanaldeckel-Blitz-Wechsel und ist bundesweit dafür unterwegs.

Eine Riesenfräse mahlt sich vor der Schwimmhalle durch den alten Asphalt. Das Loch wird nicht gerade, sondern konisch in die Straße hineingeschnitten. Warum? „Das ist vom System her wie ein Badewannenstöpsel, den kann man auch nicht mehr nach unten drücken“, erklärt Bauleiter Jan Berliß. Die Fräse macht kaum Lärm. Hinterher wird etwas maroder Beton per Presslufthammer weggestemmt. Der neue Schachtoberbau wird mit speziellem Fließ-Mörtel eingegossen. Der neue Rahmen für die Abdeckung wird genau auf Fahrbahnniveau angebracht. Deckel drauf‘ und das Ganze mit Gussasphalt einbauen.

Fertig.

Zwischendurch müssen die Arbeiter in der Theodor-Storm-Straße aber aufpassen, dass ihnen nicht verirrte Autofahrer in offene Schächte plumpsen. Die unübersehbaren Absperrungen und das „Durchfahrt-Verboten-Schild“scheinen die wenigsten Autofahrer zu beeindrucken. Länger als 50 Minuten soll der Deckel-Wechsel einer Kanalabdeckung nicht dauern. Eher viel weniger. „Wir gehen immer dahin, wo es wehtut“, berichtet Berliß stolz. Die Kanaldeckel-Firma sei meist nachts und an Wochenenden unterwegs. Das interessiere viele Leute. „Wir werden oft fotografiert.“ Mit dem System sei man sehr schnell, „deshalb können wir in großer Stückzahl die Abdeckungen erneuern.“ Nicht ganz billig das Ganze. Pro Deckel soll es je nach Arbeitsaufwand um die 1000 Euro kosten, dafür könne die Firma aber fünf Jahre garantieren, dass nichts wackelt. Und für Berliß ist klar, dass die Deckel „locker“ auch über zehn Jahre und länger halten. Sogar in Berlin sei man kanaldeckelmäßig unterwegs.

wgl

LN

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