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Segeberg Damit kein Schüler verloren geht
Lokales Segeberg Damit kein Schüler verloren geht
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20:35 20.09.2016

Als eine von zwei Berufsschulen in Schleswig-Holstein ist das Berufsbildungszentrum (BBZ) des Kreises Segeberg in Norderstedt zur Pilotschule für das Projekt „Niemanden zurücklassen“ erklärt worden. Unter der Schirmherrschaft der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) ist das Modellprojekt gestartet, das Berufsschülern helfen soll, die Probleme mit dem Lernen haben und denen es schwerfällt, eine Lehrstelle zu finden. „Allein an unserer Schule betrifft das etwa 500 Schüler“, sagt BBZ-Leiterin Ina Bogalski.

„Allein an unserer Schule können wir nun rund 500 Schülern besser helfen. Ina Bogalski, Berufsschulleiterin

So wird die Kreisberufsschule in Norderstedt jetzt kostenlos mit 9000 Exemplaren eines speziellen Lehrbuches ausgestattet, das den Schülern das Basiswissen für die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Englisch vermitteln soll. Studienleiter des Landesseminars Berufliche Bildung haben die 190 Seiten umfassende Basistrainer-Lektüre entwickelt. „Wir wollen leistungsschwächere Schüler damit gezielter fördern“, erklärte Ministerin Ernst bei der Vorstellung des Programmes in Norderstedt. „Unser Ziel ist es, dass jeder Jugendliche eine gute Chance auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben hat und niemand auf diesem Weg verloren geht.“ 100000 Euro stelle die Landesregierung dafür zur Verfügung.

Angesprochen werden sollen mit diesem „Basistrainer“-Projekt vor allem jene Jugendliche, die nach Abschluss der Gemeinschaftsschule keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, erklärt Berufsschulleiterin Bogalski. „Diese Schüler fit zu machen für den Ausbildungsmarkt, ist das erklärte Ziel dieser Initiative.“ Um das zu erreichen, bedürfe es nicht nur einer gemeinsamen Anstrengung, führte Thomas Riecke-Baulecke vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) aus, das das Projekt ins Leben gerufen hat. „Exzellentes Material und exzellente Lehrkräfte, die besten ihrer Zunft, sind notwendig, um den Schülern zu helfen, die bislang weniger erfolgreich in ihrer Schulkarriere waren.“

Gerade die Handwerksbetriebe würden oft beklagen, dass den Auszubildenden das Basiswissen in einigen Hauptfächern fehle, so Ministerin Ernst. Diesem Mangel an Know-how solle nun mit dieser Initiative begegnet werden.

Vorbild der Basistrainer-Lösung für Berufsschüler sei eine ähnliche Initiative des Landes, die sehr erfolgreich in Grund- und Gemeinschaftsschulen angelaufen sei, erklärte die Ministerin. So hätten seit 2007 landesweit 40000 Schüler in Schleswig-Holstein gezielt gefördert werden können.

„Die wichtigste Lehre aus dem Projekt ist, dass es nicht reicht, wenn leistungsschwächere Schüler lediglich mehr Förderung erhalten“, erklärte Riecke-Baulecke vom IQSH. Vielmehr sei eine Kombination aus speziell qualifizierten Lehrkräften, spezifischem Fördermaterial und regelmäßigen Leistungsüberprüfungen erfolgversprechend, so der Bildungsexperte. „Diesen Ansatz wollen wir nun auf die berufsbildenden Schulen übertragen, um auch dort die leistungsschwächeren Schüler in den Kernfächern zu fördern und so deren Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen.“

Burkhard Fuchs

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