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Segeberg Das Ansgarkreuz für den Alleskönner
Lokales Segeberg Das Ansgarkreuz für den Alleskönner
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20:20 16.12.2015
Propst Daniel Havemann (r.) verlieh Winfried Schulz das Ansgarkreuz für unermüdliche Hilfe.

Gemeindegliedern, „die durch großen persönlichen Einsatz in der kirchlichen Arbeit . . . hervorgetreten sind“, kann die Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche das Ansgarkreuz verleihen. Diese hohe Würdigung ist jetzt dem Bad Segeberger Winfried Schulz (67) zugesprochen worden. Propst Daniel Havemann hat dem Tausendsassa der Mariengemeinde die Auszeichnung „für langjährige, verdienstvolle ehrenamtliche Tätigkeit“ überreicht.

„Winni, du bist ein echtes Faktotum“, meinte Dr. Kerstin Geißler, die Vorsitzende des Kirchengemeinderates in ihrer Ansprache. Wer sich öfter in der Nähe der Marienkirche oder in ihr aufhält, wird ihm schon begegnet sein: breitschultrig mit Latzhose und oft mit einem Werkzeugkoffer in der Hand. Wer es nicht besser weiß, hält ihn dann für den Küster oder Hausmeister oder den Notenwart des Bach-Chores oder einen Tontechniker, einen Orgel- oder Podestbauer. Schulz, ein gelernter Fernmeldeelektriker, kann scheinbar alles.

„Der Winfried, der lötet immer an der Orgel ‘rum“ — so hat der frühere Pastor Kristian Lüders ihn beschrieben. Die Orgel, das Sorgenkind der Gemeinde. Kirchenmusiker Andreas Maurer-Büntjen weiß, was er an Winfried Schulz hat: „Der ist ein echter Schatz für uns als Kirchengemeinde.“ Soll heißen: Wenn irgendwo was „klemmt“ an dem Instrument, kriegt „Winni“ das wieder hin.

Seit 1980 habe Schulz im Bachchor nahezu alle Proben besucht, sei bei fast allen sonntäglichen Terminen des Chores dabei gewesen und stellte seither sein handwerkliches Geschick und seinen Fleiß ehrenamtlich und ganz zuverlässig in den Dienst der Gemeinde, umriss Kerstin Geisler sein Wirken. „Du machst nicht viele Worte — du machst. Ich muss dir nur sagen: Wir haben da ein Problem, Winni. Und du findest immer einen Trick, es zu lösen.“

Einstimmig hatte der Kirchengemeinderat beschlossen, Winfried Schulz für das Ansgarkreuz vorzuschlagen. Schulz ist seit 2010 auch zweiter Vorsitzender des Orgelbauvereins und bereitet sich nun sogar auf den Dienst als Lektor vor. „Obwohl du immer behauptest, Reden sei nicht deine Stärke, hat eine Besucherin nach deiner ersten Gottesdienstlesung gemeint, du könntest mit der schönen Stimme auch Nachrichtensprecher werden“, verriet Geißler der Gemeinde.

Mit der Orgel verbindet Schulz früh schon die Tatsache, dass deren Verbindung zwischen Tasten und Pfeifen über elektrische Kontakte funktioniert, die im Laufe der Jahre immer unzuverlässiger wurden.

Als der ehemalige Kirchenmusiker Jürgen Frielinghaus dann mit Kontaktspray zur Selbsthilfe griff, war das Unglück perfekt. „Drei Tage lang habe ich daraufhin die Kontakte trocken gerieben“, sagte Schulz. Seither genießt die alte Orgel seine Fürsorge.

Der Apostel des Nordens
Das Ansgarkreuz ist eine Nachbildung einer Kreuz-Emailfibel aus dem 9. Jahrhundert, der Zeit Ansgars, des Apostels des Nordens, wie er genannt wurde. Die Fibel, ein Gebrauchs- und Schmuckgegenstand damaliger Trachten, wurde in Haithabu gefunden, wo Ansgar unter anderem wirkte. Er gilt als Begründer des Christentums in Norddeutschland und Skandinavien, Ansgar wurde 801 in Frankreich geboren und starb 865 als Erzbischof in Bremen.

LN

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