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Das Drama von der B 432: Acht Tote nach Glätteunfall

Trappenkamp Das Drama von der B 432: Acht Tote nach Glätteunfall

Vor 50 Jahren kamen acht Trappenkamper bei einem schrecklichen Verkehrsunfall ums Leben. Das Drama von der B 432 sorgt bundesweit für Entsetzen. Es ist einer der schwersten Verkehrsunfälle in der Geschichte Schleswig-Holsteins.

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Der Kleinbus, in dem die acht Arbeiter aus Trappenkamp saßen, wurde bei dem Unfall völlig zerstört.

Quelle: Fotos: Ln-Archiv

Trappenkamp. 31. März 1966. Es ist 6.35 Uhr. Die Sonne geht langsam auf, leichter Schnee bedeckt die Felder entlang der Bundesstraße 432 zwischen Borstel und Groß Niendorf. Acht Männer aus Trappenkamp sind auf dem Weg zur Arbeit in eine Hamburger Gärtnerei. Gemeinsam sitzen sie in einem VW Kleinbus. Der Start eines ganz normalen Arbeitstages. Plötzlich gerät der Bus auf der glatten Straße aber ins Schleudern. Heinrich R., der Fahrer des Busses, verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er versucht noch zu bremsen. Zu spät. Auf der Gegenfahrbahn kann ein schwerer Kieslastzug nicht mehr ausweichen. Frontalzusammenstoß.

LN-Bild

Vor 50 Jahren kamen acht Trappenkamper bei einem schrecklichen Verkehrsunfall ums Leben — Bundesweites Entsetzen — 1000 Meter langer Trauerzug zog durch Bornhöved.

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„Das war eine Tragödie für Trappenkamp.“  Reinhard Bronsart, Trappenkamp

Alle acht Insassen des VW Busses kommen bei dem Unglück ums Leben. Es ist einer der schwersten Verkehrsunfälle in der Geschichte Schleswig-Holsteins. Das Drama von der B 432 sorgt bundesweit für Entsetzen. Nur der Fahrer des Kieslasters, Waldemar F., überlebt den Zusammenstoß. Der 25-Jährige kommt mit Gesichtsverletzungen und einem schweren Schock ins Krankenhaus. Sechs der Arbeiter aus Trappenkamp sind sofort tot, zwei weitere erliegen ihren Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus. Viele sind Familienväter. Ein Mann hinterlässt sieben Kinder.

Ein Unfall mit acht Toten aus einem Ort — das vergisst man nicht so schnell, auch wenn es 50 Jahre her ist. „Das war eine Tragödie für Trappenkamp“, erinnert sich etwa „Ur-Trappenkamper“ Reinhard Bronsart. Obwohl er keines der Opfer persönlich kannte, kann er sich noch an die Zeitungsartikel von damals erinnern. Auch, dass einer der Arbeiter eigentlich zusammen mit seinem Sohn im Auto sitzen sollte, aber wegen einer Erkrankung zu Hause blieb, ist Bronsart noch präsent. Tatsächlich sollte Rudolf N., der erst seit 14 Tagen in der Gärtnerei arbeitete, gemeinsam mit seinem Sohn zur Arbeit fahren. „Eine leichte Krankheit bewahrte ihn vor dem Tod“, schrieben die Lübecker Nachrichten damals.

Jüngstes Opfer bei dem Unglück war der erst 15-jährige Otto K.. Er war genau wie sein ebenfalls bei dem Unfall ums Leben gekommener Kollege Heinz K. (22) begeisterter Fußballer und kickte im Sportklub der jungen Industriegemeinde. Und weitere traurige Details wurden bekannt. So hatte der getötete Peter T. (24) genau ein Jahr vor dem Unfall seinen Bruder bei einem Verkehrsunfall mit einem Trecker verloren.

Heute noch verbliebene Angehörigen erzählen nicht gerne von dem Unglückstag im März 1966, sie wollen die Vergangenheit ruhen lassen. Aber es habe eine große Trauerfeier für die Unfallopfer in Bornhöved gegeben, erzählt eine Angehörige. „In Trappenkamp gab es ja noch keine Kirche oder einen Friedhof.“ Die Firma aus Hamburg, bei der die Männer beschäftigt gewesen waren, hätte die Kosten getragen. Sechs der acht seien in Bornhöved beerdigt worden.

Am Nachmittag des 5. April 1966 führt ein fast 1000 Meter langer Trauerzug nach der Trauerfeier in der Kirche quer durch Bornhöved in Richtung Friedhof. Hinter den drei Leichwagen folgen Angehörige, Freunde und Kollegen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Helmut Lemke hat einen Kranz geschickt. Pastor Andersson spricht die letzten Wort am Grab, bevor die Särge in der Erde versenkt werden. Die schwerste Woche in Trappenkamps junger Geschichte geht zu Ende.

Von Nadine Materne und Jan Wulf

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