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Segeberg Das Für und Wider zum Kauf von Juhls Gasthof
Lokales Segeberg Das Für und Wider zum Kauf von Juhls Gasthof
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21:32 15.02.2017
Itzstedt
Knapp 2000 Itzstedter können sich am Sonntag in direkter Demokratie üben und mit ihrem Kreuzchen über einen Kaufbetrag von etwa 1,1 Millionen Euro entscheiden.

Das Komplettpaket ist für 1,06 Millionen Euro zu haben. Es umfasst eine Gesamtfläche von etwa 27000 Quadratmetern. Dazu gehören der Gasthof inklusive Wohnung, eine Scheune, Bolz- und Spielplatz, die Hauskoppel, die vom Schützenverein als Wurfscheibenplatz genutzt wird, das Gelände des Schützenhauses und ein privater Weg. Die Flächen des Wurfscheibenschießplatzes und des Schützenhauses wird der Schützenverein erwerben.

Im Juni 2016 hatte die Gemeindevertretung mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP gegen die Stimmen der UBI (Unabhängige Bürger Itzstedt) den Grundsatzbeschluss gefasst, die Liegenschaft zu erwerben.

Sehr zum Missfallen der UBI-Vertreter, die darauf die Itzstedter in die Entscheidung miteinbeziehen wollten und ein Bürgerbegehren initiieren. Erfolgreich, sie konnten genügend Unterschriften sammeln. 198 Unterschriften (zehn Prozent aller Wahlberechtigten) wären für das Begehren erforderlich gewesen. 253 gültige Unterschriften kamen zusammen und bereiteten damit den Weg für einen Bürgerentscheid. Damit dieser nun Gültigkeit erlangt, müssen am Sonntag mindestens 20 Prozent aller Wahlberechtigten, etwa 400 Itzstedter, zur Wahlurne gehen.

In den vergangenen Monaten hat es diverse Info-Veranstaltungen der vier Fraktionen zum Thema Ankauf von „Juhls Gasthof“ gegeben.

Für die LN haben Kaufbefürworter und Kaufgegner jeweils fünf Argumente aufgezählt.

Ergebnis soll gegen 19 Uhr vorliegen

Die Frage auf dem Stimmzettel für den Bürgerentscheid am Sonntag lautet: Sind Sie gegen den Erwerb von „Juhls Gasthof“ und der zugehörigen Grundstücke in der Schützenstraße in Itzstedt durch die Gemeinde Itzstedt? Die Stimmberechtigten können ihr Kreuzchen bei Ja oder Nein setzen.

Knapp 2000 Itzstedter sind aufgerufen, sich an dem Bürgerentscheid zu beteiligen. Das Wahllokal im Bürgerhaus ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Danach erfolgt die Auszählung. Gegen 19 Uhr rechnet Bürgermeister Peter Reese mit einem Ergebnis.

KONTRA

  • Die Erträge des Gasthofes entsprächen nicht den Aufwendungen. Die Laufzeit des Kredits beträgt 30 Jahre, da sind eine Reihe von Renovierungen zu erwarten, die aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden müssten.
  • Landgasthöfe machen reihenweise zu, weil sie sich nicht tragen. Auch dieser trägt sich nicht. Da die drei möglichen Bewerber nicht den Gemeindevertretern vorgestellt wurden, gehen wir von imaginären Pächtern aus.
  • Für eine mögliche Erweiterung des Pumpwerkes ist laut Betreiber, der Hamburger Stadtentwässerung, keine weitere Fläche nötig.
  • Die Gemeinde hat die Planungshoheit über den Bolzplatz. Da darf kein Investor bauen.
  • Die Gemeinde gewährt dem Schützenverein ein Darlehen (etwa 66 000 Euro), damit dieser das Grundstück vom Schützenhaus und die Wurfscheibenwiese kaufen kann. Der Schießplatz ist mit Bleigeschossen belastet. Sollte der Schützenverein das Darlehen nicht bedienen können, könnte das Grundstück an die Gemeinde fallen, die dann für die Sanierung des Bodens aufkommen müsste.

PRO

  • Die Fläche Bolz-/Spielplatz ist seit Generationen für die Öffentlichkeit zugänglich. Das soll auch weiterhin so bleiben.
  • Das dörfliche Vereinsleben und auch Einrichtungen außerhalb Itzstedts nutzen den freien Platz für Veranstaltungen. Feste sollen weiterhin am alten Ortskern stattfinden.
  • Ein öffentlicher Weg befindet sich teilweise auf der Privatfläche. Würde ein Fremder die Juhls-Anlage kaufen, müsste der Weg neu errichtet werden.
  • Hauptversorgungsleitungen laufen über das Grundstück zur Pumpstation. Für eine mögliche Erweiterung des Pumpwerkes soll eine Fläche vorgehalten werden.
  • Die Planungshoheit für die Fläche Bolz-/Spielplatz ist nur bedingt richtig. Per Gerichtsweg sei eine Bebauung von einem anderen Käufer einklagbar. Außerdem soll ein unliebsames Erscheinungsbild rund um die Doppeleiche wie ein Schrottplatz verhindert werden.

 Silvie Domann

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