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Segeberg Das Mekka der Bauwirtschaft
Lokales Segeberg Das Mekka der Bauwirtschaft
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21:18 12.09.2013
Gestern, 11 Uhr: Die Maschinen sind platziert, jetzt müssen nur noch die Kunden kommen und kräftig ordern. Quelle: Fotos: Spreer

Das passt: Oben, am Dach, ist die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles der Holstenhallen in Neumünster noch nicht abgeschlossen, trotzdem werden unten die neuesten Trends der Bauwirtschaft präsentiert. Als „Baustelle auf der Baumesse“, bezeichnete Nordbau-Chef Dirk Iwersen das 1939 als Viehauktionshalle gebaute Hauptgebäude, das derzeit neue Lichtbänder erhält. Gestern ist auf dem Riesengelände die 58. Nordbau von Ministerpräsident Torsten Albig eröffnet worden. 70 000 Besucher werden bis Dienstag erwartet.

Schwerpunktthemen der größten Baumesse Nordeuropas sind der Arbeitsschutz, der Schutz vor Einbrechern, innovative Dämmstoffe und das „wohngesunde Bauen“. 938 Aussteller aus 17 Ländern haben die 89

000 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit neuester Technik belegt. Unter anderem wird dimmbares Fensterglas gezeigt, das sich auf Knopfdruck verfärbt. Oder Pflastersteine, die sich bei Tageslicht aufladen und vier Stunden im Dunkeln leuchten. Oder Schlaglöcher, die mit Kaugummi-Asphalt in kürzester Zeit ausgebessert werden können. Oder ein Haus, dessen Sicherheitseinrichtungen per Handy, App oder dem Fingerabdruck gesteuert werden können.

Auf dem sieben Hektar großen Freigelände zeigen Hersteller Baumaschinen aller Größen, Kräne, Hubsteiger, Förderbänder, Walzen bis hin zu kleineren Maschinen und Geräten für Kommunalbetriebe und Handwerker. Bei der Firma Zeppelin Rental durften die LN mit einem Lifter 21 Meter in die Höhe fahren. Erstaunlich: Das eigentliche Fahrzeug ist nur etwas größer als ein VW-Bus, fährt mit Strom oder Diesel und wiegt kaum sieben Tonnen. „Es sind diese innen wie außen einsetzbaren Maschinen, die flexibel und belastbar sind, die die Kunden fordern“, hieß es.

Dieter Griem hat mit einer ganz anderen Klientel zu tun. Der Bad Segeberger ist zum vierten Mal mit Gartenmaschinen und Motorsägen auf der Nordbau. Zwar seien die Kosten sehr hoch, aber der Auftritt dort lohne sich trotzdem. „Wir sind bisher immer zufrieden gewesen“, sagt er. Er spricht vor allem Endverbraucher an, die Motorsägen oder Rasenmäher suchen.

Große Erwartungen an die Nordbau hat Vertriebsleiter Sven Stumberger-Fischer von der sächsischen Firma Strabau. Er bietet eine echte Innovation an, den Kaugummi-Asphalt, der kalt verarbeitet werden kann. Die Clou: Das schwarze Material wird (auch bei Frost und Regen) in Schlaglöcher gefüllt, verdichtet und kann sofort befahren werden. „Je mehr Autos drüberrollen, umso härter wird der Asphalt“, sagt er. Ganze Straßen würden damit zwar nicht saniert, aber für Löcher und Risse sei der Stoff ideal. Was man nicht mehr braucht, kann in Säcken zwei Jahre gelagert werden.

Michael Möller bietet Lehrgänge in Ladungssicherung an. Jeder Berufskraftfahrer müsse dies beherrschen — da gebe es aber erhebliche Defizite. Nachlässigkeit sei ein großes Thema. Sein Kollege Dieter Mumm hat Zahlen: „Die Polizei in Köln hat in den letzten drei Jahren knapp 6000 Einsätze gehabt nur durch verlorengegangene Ladung und Unfälle, die sich aufgrund nicht richtig gesicherter Ladung ereignet hatten.“

Schau der Superlative
Sie ist ein Eldorado für alle, die Interesse am Bau haben: Die Nordbau präsentiert auf 69 000 Quadratmeter Freigelände und 20 000 Quadratmeter in den neun Hallen die verschiedensten Produkte von 938 Ausstellern aus 17 Nationen. Partnerland ist wieder Dänemark, das mit 27 Ausstellern vertreten ist. Die weitesten Wege haben Firmen aus Japan und den USA angetreten.

Die eigentliche Holstenhalle, die heutige Halle 1, wurde 1939 als Viehauktionshalle gebaut, im Laufe des Zweiten Weltkrieges jedoch zur Flugzeugmontage genutzt. Heute werden dort Reitveranstaltungen, Tierschauen, Konzerte und vieles mehr gezeigt. Die Hallen werden derzeit für 21 Millionen Euro saniert. Die Nordbau ist bis zum Dienstag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am Dienstag nur bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt neun Euro. Es gibt eine kostenlose Kinderbetreuung.

Christian Spreer

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