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Segeberg Das Rathaus mit der eigenen Feuerwehr
Lokales Segeberg Das Rathaus mit der eigenen Feuerwehr
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18:28 30.06.2016
Norderstedts Gemeindewehrführer Norbert Berg (vorne rechts) ist zugleich auch Chef der Rathaus-Feuerwehr, hier mit Niels Philip Kögler (v.l.), Markus Prang und Werner Zielichowski, die sonst in der Bauaufsicht, im Liegenschaftsamt, in der Haustechnik und im Fahrdienst arbeiten Quelle: Fotos: Fuchs

Wenn es im Norderstedter Rathaus mal brennen sollte, braucht nicht einmal die Feuerwehr gerufen zu werden. Als wohl einzige Behörde in ganz Deutschland unterhält die Norderstedter Stadtverwaltung eine eigene, komplett ausgebildete Feuerwehrgruppe, die auch mit ausrückt, falls irgendwo anders im Stadtgebiet Feueralarm ausgelöst wird.

„Wir unterstützen vor allem die sechs hauptamtlichen Kräfte in der Feuerwache.“ Gemeindewehrführer Norbert Berg

Das konnte der LN-Reporter bei seiner Recherche hautnah miterleben, als er zum Interviewtermin bei Norbert Berg und seiner neunköpfigen Truppe zu Gast war. Mitten im Gespräch sprangen alle auf, liefen in den Keller, um sich die Bürokleidung aus- und die Uniform anzuziehen, rannten schnurstracks zu ihrem Fahrzeug und brausten davon. Es galt, einer Person zu helfen, die im Fahrstuhl eines Hochhauses eingeschlossen war. „Wir sind wie eine richtige Feuerwehr und stellen uns der Norderstedter Feuerwehr jederzeit zur Verfügung“, erklärt Berg, der quasi in Dreierfunktion tätig ist. In der Verwaltung leitet der ausgebildete Brandingenieur die Bauaufsichtsbehörde und die interne Feuerwehrgruppe. Im Ehrenamt ist er seit einigen Jahren Gemeindewehrführer und damit ohnehin Feuerwehrchef aller 180 freiwilligen Brandhüter in den vier Ortswehren in Norderstedt. „Das bringt natürlich Synergieeffekte mit sich“, sagt Berg. „Der vorbeugende Brandschutz verbindet sich gut mit dem operativen Geschäft der Brandbekämpfung.“

Alle Mitglieder der Rathaus-Feuerwehr sind Experten auf dem Gebiet des Brandschutzes, betont Berg. „Jeder gehört in seinem Wohnort einer Freiwilligen Feuerwehr an, sei es in Norderstedt, Hamburg oder anderswo.“ Sie würden also alle nach Dienstschluss ohnehin ausrücken, wenn es brennt, ein Autofahrer nach einem Unfall eingeklemmt ist oder jemand zu retten ist. Das mache die Norderstedter Ratshaus-Feuerwehr so professionell und erleichtere die Arbeit ungemein, so Wehrführer Berg.

Ursprünglich geschaffen wurde die Rathaus-Feuerwehr vor gut 20 Jahren, um im Brand- oder Notfall die sechs hauptamtlichen Ersteinsatzkräfte auf der Leitstelle zu verstärken. Denn heute sei es für viele ehrenamtliche Feuerwehrkräfte nicht mehr so einfach möglich, mitten am Tag während der Arbeitszeit alles stehen und liegen zu lassen, um ein Feuer zu löschen. Zumal viele in Hamburg oder noch weiter entfernt arbeiteten und gar nicht schnell genug vor Ort sein könnten, erklärt Berg die Entstehungsgeschichte. „In einem Brandfall müssen wir innerhalb von zehn Minuten an Ort und Stelle sein.“

Insofern gehe die Norderstedter Verwaltung mit gutem Beispiel voran, indem sie jederzeit mitarbeitende Feuerwehrleute nicht nur zu ihren Brandeinsätzen fahren, sondern diese gleich in einer eigenen, internen Feuerwehrgruppe agieren lasse, sagt Rathaussprecher Bernd-Olaf Struppek.

Burkhard Fuchs

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