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Segeberg Das Stadtfest-Dilemma: Bad Segeberg ist nicht allein
Lokales Segeberg Das Stadtfest-Dilemma: Bad Segeberg ist nicht allein
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21:04 13.04.2017
Vier Bühnen und Musik von vielen lokalen Bands gab es 2016 in Bad Oldesloe. Ein neuer Veranstalter übernahm.
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Bad Segeberg

2016 stand das Bad Segeberger Stadtfest wegen Finanzierungsproblemen bereits kurz vor dem Aus, wurde in letzter Sekunde aber von Unternehmern gerettet und endete als ein eintägiges „Stadtfest light“. Für 2017 hat sich nun kein Veranstalter gefunden (die LN berichteten). Die Stadtverwaltung bekräftigte bereits noch einmal, dass sie finanziell dabei nicht helfen könne. Das Stadtfest ist aber nicht nur in Bad Segeberg ein Sorgenkind. Andere Städte haben ähnliche Probleme – wohingegen es anderen Orten aber auch gelingt, tolle Feste auf die Beine zu stellen. Wir haben die Situation in einigen ausgewählten Städten zusammengestellt:

Nicht nur hier finden sich keine Veranstalter – Aber es gibt auch große Partys.

Norderstedt: Das Stadtfest fiel 2016 aus, weil sich Stadtverwaltung und Veranstalter EPM Concept aus Bad Oldesloe (seit 2012 an Bord) überwarfen. Beide Parteien schoben sich gegenseitig die Schuld zu. Auch 2017 wird es in Norderstedt kein Stadtfest, das an drei Tagen stets rund 100 000 Gäste anzog, geben. Das hat die Stadt jetzt mitgeteilt. 20 Jahre lang war die Feier ein Kirmes-Event mit dem Namen „Spektakulum“, unter anderem traten auch Stars wie Laith Al-Deen auf. 2015 ging es unter dem neuen Namen „Kultur-Boulevard“ dann etwas gediegener zu. Für 2020 soll nun ein Konzept zum 50-jährigen Stadtjubiläum erarbeitet werden.

Kaltenkirchen: „Rund um den Ochsen“ heißt das Stadtfest, das dieses Jahr vom 9. bis zum 11. Juni stattfindet. Es ist die 23. Auflage. Veranstalter der bunten Meile ist die Stadt selbst. Es gibt Live-Musik auf zwei Bühnen und einen „Kids Day“, außerdem präsentieren sich Vereine und Verbände.

Lübeck: Das Lübecker Altstadtfest galt als „der Urgroßvater aller Stadtfeste in Schleswig-Holstein“. Seit 1975 wurde das Fest – von Altstadt-Bewohnern und Initiativen ins Leben gerufen, um Geld für die Altstadtsanierung zu sammeln – alle zwei Jahre begangen. Doch 2010 fand es zum letzten Mal statt, weil sich im Anschluss kein Veranstalter mehr fand.

2002 blieb die Stadt einst auf einem Defizit von 87000 Euro sitzen, danach wurden private Ausrichter gesucht. Bis zu 450 000 Gäste zog das Stadtfest zu Hochzeiten an.

Eutin: Die Stadt subventioniert das Stadtfest mit 6500 Euro. In diesem Jahr stand die Veranstaltung kurz vor dem Aus, weil die veranstaltende Agentur das Fest absagte. Vorausgegangen war ein wochenlanger Schlagabtausch zwischen dem Bürgermeister und dem Agentur-Chef. Die Stadt schrieb nach dem Rückzug einen Ideenwettbewerb aus, um das Fest 2017 doch noch zu retten. Voraussetzungen waren: Das Fest muss einen Bezug zur Stadtmodernisierung haben, eine Bühne mit Live-Programm sowie ein Flohmarkt sollen intrigiert werden. Das alles bei kostenlosem Eintritt. Sieben Bewerber meldeten sich – zwei private Veranstalter bekamen daraufhin den Zuschlag. Sie wollen nun vom 19. bis zum 20. August einen „sommerliche Stöber-, Verkaufs- und Erlebnisveranstaltung“ organisieren.

Bad Oldesloe: 2016 wurde das Stadtfest neu gestaltet. Bis dato hatte der Altstadtverein das Fest organisiert, er zog sich nach einem Streit mit der Stadtverwaltung aber zurück. Die Veranstaltung wurde neu ausgeschrieben. Seit 2016 kooperiert der Verein „Klngstdt“ mit der Hamburger Agentur Tiedemann. Das Stadtfest wird alle zwei Jahre veranstaltet, 2018 findet es zum 19. Mal statt. Die Stadt gewährt dem Veranstalter einen Zuschuss von 10000 Euro. Tiedemann rechnet mit Kosten von rund 80 000 Euro für das Fest.

Ratzeburg: Ein großer Festumzug mit bunten Wagen und Fanfarenzügen, Festzelt, mehrere Konzerte, Höhenfeuerwerk, Riesen-Kinderfest, Flohmarktmeile: Der Ratzeburger Bürgerverein fährt beim dreitägigen Bürgerfest jedes Jahr mächtig was auf. 2017 steigt bereits die 56. Auflage.

Mölln: Drei Tage lang wird die Möllner Innenstadt während des Altstadtfestes zu einer großen Feiermeile. Bis zu 40 000 Menschen kommen dann in die Stadt. Organisiert wird das Fest, das dieses Jahr erstmals im September stattfinden soll, von der Kurverwaltung. Es wird die 33. Auflage sein. Drei Bühnenbereiche sowie zahlreiche Imbiss-, Getränke- und Stöberstände auf dem Flohmarkt laden zum Bummeln und Schlemmen ein. Gut zwei Dutzend Darbietungen locken die Besucher des Festes an, in das auch noch der Möllner Citylauf intrigiert ist.

 Jan Wulf

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