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Segeberg Das alte Dörphus wird zum neuen Dorfmittelpunkt
Lokales Segeberg Das alte Dörphus wird zum neuen Dorfmittelpunkt
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09:46 17.02.2016
Die Sanierung der alten Schule in Nahe schreitet voran: Jürgen Horst vom Bauunternehmen H&R GmbH schlägt eine Wand ein. Quelle: Fotos: Domann

Stroh hängt aus Deckenlöchern. Sand liegt in einigen Räumen, bildet den Fußboden. Baustaub flirrt in der Luft. Dumpfe Schläge schallen durch die ehemalige Schule in Nahe. Bauunternehmer Jürgen Horst reißt mit einem Vorschlaghammer gerade eine Wand ein. Seine Kollegen schippen den Bauschutt in eine Schubkarre. „Das Gebäude ist etwas altertümlich gebaut, teilweise fehlt ein Fundament und man steht im Sand“, sagt Horst und zeigt auf den Boden. Die Steine sind weggehauen, nun könnten Kinder hier prima Sandkuchen backen.

„Unsere Sitzungen finden bislang meist in Itzstedt statt. Zu weit, um unsere Bürger für Politik zu begeistern.“

Holger Fischer, Bürgermeister

Das Dörphus der Gemeinde wird saniert und umgebaut. Aus dem alten Jugendtreff soll ein Dorfmittelpunkt für alle Generationen mit Familienzentrum werden. Wände müssen versetzt, Decken und Fußböden komplett erneuert werden. Alles laufe gut, auch die Überraschungen hielten sich in Grenzen, so der Bauunternehmer. Einen großen Holzbalken haben sie beim Entfernen des Deckenputzes entdeckt. Wenn alles nach Plan verläuft, rechnet Horst mit acht bis zwölf Wochen für seine Arbeiten. Danach sind die übrigen knapp 15 Gewerke dran. Etwa 650000 Euro inklusive Einrichtung sind veranschlagt. 75 Prozent der Sanierungskosten (rund 437000 Euro) werden mit Fördergelder des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume finanziert.

Ende August, Anfang September soll der Generationentreff mit einem großen Fest eingeweiht werden. Eine gemischte Nutzung ist für das etwa 340 Quadratmeter große Gebäude vorgesehen. Einen Großteil der Räume bezieht das Familienzentrum: Büro, zwei Zimmer für Elterngespräche beziehungsweise Therapieangebote, Küche, Lagerraum und Sanitäranlagen. Das wird in dem eingeschossigen Gebäudeteil aus dem Jahre 1841 eingerichtet. Außerdem wird es eine öffentliche Toilette geben, die von der Rückseite des Gebäudes zu erreichen ist. Im Erdgeschoss des Anbaus von 1912 sind zwei Räume für das Gemeindearchiv reserviert, ein weiterer für Ausschusssitzungen. „Bisher finden unsere Ausschusssitzungen häufig im Gebäude des Amtes Itzstedt statt. Zu weit, um unsere Bürger für Politik zu begeistern“, sagt Bürgermeister Holger Fischer und fügt hinzu, dass dieser Raum auch für Privatleute, zum Beispiel für einen Empfang zum Geburtstag, zu mieten sei. Überlegt wird dagegen noch, ob auch nächtliche Geburtstagsfeten dort stattfinden können. Auch die etwa 20 Vereine, Verbände und Gruppen werden die Begegnungsstätte für ihre Treffen nutzen. Plattdeutsche Abende, Nähtreff, der Verein „Wir für Nahe“ — die Liste ist lang. Jeder Bürger finde etwas für sich, gerade für die älteren Menschen sei das schön, so säßen sie nicht allein zu Hause, so der Bürgermeister. „Hier ist immer etwas los. Der Generationen-Platz wird gut angenommen“, sagt Fischer und zeigt aus dem Fenster. Auf dem Bouleplatz spielt gerade eine Gruppe älterer Herren. „Nachmittags nutzen Jugendliche die Geräte des Street- Workout. Für die jüngeren wollen wir noch ein paar weitere Spielgeräte aufstellen“, ergänzt der Bürgermeister, der stolz auf eine bauliche Besonderheit ist. Es soll einen offenen Durchblick vom Ehrendenkmal an der Mühlenstraße durch die ehemalige Schule auf den Generationen-Platz hinter dem Haus geben. Eine Einheit aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Silvie Domann

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