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Das böse Wort vom „Künstlerpech“

Bad Segeberg Das böse Wort vom „Künstlerpech“

Weil Bürgermeister Dieter Schönfeld in einem Interview des Schleswig-Holstein-Magazins die Verteuerung des Ausbaus der Lornsenstraße mit hohen Kosten für die Anwohner als „Künstlerpech“ bezeichnet hatte, erhitzen sich die Gemüter.  Auf Facebook gibt es heftige Kritik.

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„Sicher hätte man auch etwas anderes sagen können. Dieter Schönfeld Bürgermeister

Bad Segeberg. Dabei, so Schönfeld (SPD) gegenüber den LN, habe er dem NDR ein längeres Interview gegeben, aus dem der Satz mit dem „Künstlerpech“ nur ein kleiner Ausschnitt gewesen sei. Gemeint habe er, dass man einen Gutachter nicht haftbar machen könne, wenn dessen Arbeit sich an geltenden Normen im Straßenbau orientiert habe: „Sicher hätte man statt ,Künstlerpech’ auch etwas anderes sagen können – aber so stellt es sich nun einmal dar“, erklärte Schönfeld gegenüber den LN. Wenn man allerdings in der Lornsenstraße (deren Anlieger sich wie berichtet gegen eine hohe Beteiligung von 25 Euro pro Quadratmeter Grundstück wehren) noch mehr Probebohrungen hätte veranstalten wollen, hätte das den Ausbau noch mehr verteuert.

 

Das Wort „Künstlerpech“ treffe den Zusammenhang, komme aber bei Menschen natürlich nicht gut an, die bis zu 17000 Euro Anliegerbeiträge zu zahlen hätten, meint zum Thema Norbert Reher, Fraktionschef der CDU in der Segeberger Stadtvertretung. Immerhin habe man ein teures Gutachten in Auftrag gegeben, anstelle einfach zu sagen: „Es muss ausgebaut werden und fertig.“ In der jüngsten Sitzung sei die Stadtvertretung den Bürgern schon weitgehend entgegen gekommen mit dem Beschluss, die Finanzierung der Anliegerbeiträge bei günstigem Zinssatz auf 20 Jahre zu strecken.

So sieht es auch SPD-Fraktionschef Joachim Wilken-Kebeck, wobei er noch meint: „Sicher ist ,Künstlerpech’ ein flapsiger Ausdruck, aber so eng sehe ich das nicht. Natürlich erregt sich jemand, der finanziell betroffen ist darüber.“ Zurückweisen müsse er die Aussage einer Bewohnerin der Lornsenstraße im NDR-Interview, dass die Straße, hätte die Stadt sie allein aus eigenen Mitteln ausgebaut, billiger geworden wäre: „Das ist in keinem Fall so.“ Als einziger Kommunalpolitiker habe er sich auf der Straße den Anwohnern gestellt.

Bei Facebook kocht das Thema dennoch hoch: „Frechheit“ heißt es dazu, „Der Bürgermeister versteht es, sich Freunde zu machen!“ oder auch: Diese „Darstellung ist mehrfach eine Unverschämtheit!!“ Aber es gibt auch konstruktive Kritiken: „Die Wortwahl ist sicher unglücklich, aber er kann ja auch nichts dafür, dass bei Bauarbeiten auch unvorhergesehene Dinge passieren können“, schlichtet der SPD-Kreistagsabgeordnete Alexander Wagner zwischenzeitlich in der Debatte. Reaktionen kamen prompt: „Wenn eine beauftragte Firma die Tätigkeit der Sache nicht gerecht werdend umsetzt (wie hier geschehen), hat in letzter Instanz der oberste Verwaltungschef, also der Bürgermeister, dafür gerade zu stehen.“ Oder auch: „. . . der Bürgermeister zieht sich leider all zu oft aus der Verantwortung als Verwaltungschef“.

„Straßenbau hat nichts mit Kunst zu tun. In der Verwaltung sitzen die Fachleute, die verpflichtet sind, Bauvorhaben gut vorzubereiten und darüber zu informieren“, sagt Annelie Eick, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Stadtvertretung. „Es wäre besser, im Vorfeld Worst-Case-Szenarien zu berechnen, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt. Das ist fairer und realistischer.“

Es könne nicht jeder Quadratzentimeter überprüft werden, sagt der BBS-Fraktionsvorsitzende Torsten Bohlmann. „Und Überraschungen beim Straßenbau sind weder schön für Anwohner noch Stadt“. Von „Künstlerpech“ zu sprechen sei jedoch etwas flapsig. Die Betroffenen seien verständlicherweise angespannt. Bohlmann betont auch, dass mit dem jüngsten Beschluss der Stadtvertretung, die Beiträge über 20 Jahre abstottern zu können, nicht automatisch ein allgemeines Einverständnis darüber herrsche, dass die Beiträge weiterhin auf Bürger umverteilt werden. „Das wird mit Sicherheit noch mal auf den Tisch kommen müssen.“

Bauvorhaben im Gewerbegebiet Burgfelde bekommen Kontur

Ein bisschen wie die Säulen der Athener Akropolis wirken die Betonpfeiler des Neubaus, der derzeit im Gewerbegebiet Burgfelde entsteht. Die Firma Hass+Hatje baut hier eine 4000 Quadratmeter große Halle und ein zweigeschossiges Verkaufsgebäude (1500 Quadratmeter). Vor vier Wochen wurde der symbolische erste Spatenstich gefeiert. Spätestens im Frühsommer 2018 soll der Baustoffhandel hier eröffnet werden. Und wie auf diesem Luftbild zu sehen ist, hat auch die Kalkberg GmbH als Nachbar zur Linken schon mit ihrem Hallenbau e begonnen. Die Kalkberg GmbH hat das rund 2300 Quadratmeter große Grundstück von der Stadt Bad Segeberg erworben. Die Lagerhalle für Kostüme und Bühnenutensilien soll zunächst 600 Quadratmeter groß werden, kann jedoch später in Modulweise ergänzt werden.

Ein weiterer Nachbar wird die Verwaltung des Kirchenkreises Plön-Segeberg werden (links oben im Bild). Derzeit liegt der Entwurf des Grundstück-Kaufvertrages zur Prüfung beim Kreis.

 TEXT: HIL/FOTO: WILKENING

 L. Kullack und I. Burow

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