Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Das erste Passivhaus der Nordkirche ist bezugsfertig
Lokales Segeberg Das erste Passivhaus der Nordkirche ist bezugsfertig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 07.05.2016
Dieser Technikraum ist für den Wärme-Kreislauf der Privatwohnung gedacht. Das neue Pastorat in Todesfelde, das erste Passivhaus der Nordkirche, wird morgen feierlich eingeweiht. Quelle: Fotos: Silvie Domann

Pastorin Manuela Grube steht in ihrem künftigen Wohnzimmer und blickt auf eine riesige Fensterfront auf der Südseite. Die große Glasfläche ist nötig; denn das Haus soll mithilfe der Sonnenenergie sowie Abwärme von Mensch und Maschinen geheizt werden.

Morgen wird das Pastorat in Todesfelde eingeweiht — Baukosten betrugen 500000 Euro.

Einweihung und Grillen

Morgen nach dem Gottesdienst (10 Uhr) wird das neue Pastorat feierlich eingeweiht und der Schriftzug „Friede sei mit euch“ enthüllt. Führungen durch das Haus sind danach möglich. Außerdem wird gemeinsam gegrillt. sd

„Es ist der pure Luxus, wer bekommt schon ein neues Haus, das er nicht selbst baut“, sagt die 33-Jährige und freut sich. Sie habe noch nie in einem Haus gewohnt, in dem niemand zuvor gelebt hat, das sei schon ein besonderes Gefühl. Zumal sie und ihr Verlobter auch ein großes Mitspracherecht bei der Einrichtung hatten. Sie haben Einbauküche, Fußböden, Lichtschalter und Türklinken mit ausgesucht sowie die Treppe mitgestaltet. Auch einige farbige Wände hat die Pastorin ausgesucht. So ist zum Beispiel eine Wand in ihrem Amtszimmer dunkelblau gestrichen. Was auf den ersten Blick ein wenig dunkel wirkt, wird die Pastorin mit einem weißen Regal mit himmelblauen Türen aufhellen. „Das wirkt sicher beruhigend. Mein Büro ist auch ein Seelsorgezimmer, ein Wohlfühlraum. Hier sollen Menschen sich öffnen mögen“, so die Pastorin. Gegenüber ist das Büro der Kirchensekretärin Anja Pohlmann, daneben noch ein Raum für das Archiv. Im neuen Pastorat sind Gemeindebüro und Wohnung der Pastorin voneinander getrennt.

Aufgrund der Passivhaus-Bauweise gibt es keine Heizkörper in den Räumen, das Gebäude ist optimal gedämmt und hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückkopplung. In den einzelnen Räumen gibt es an der Decke oder im Boden Lüftungsöffnungen. Für die ausgeklügelte Technik sind extra Räume notwendig. „Diesen Kasten muss ich bedienen können, und wir müssen Luftfilter wechseln. Doch über den Rest muss ich nicht Bescheid wissen“, sagt Manuela Grube. Sie sei Theologin, nicht Ingenieurin. Und so hat sie sich auch schon daran gewöhnt, dass im Haushaltsraum im Erdgeschoss nur Platz für eine Waschmaschine und ein Regal bleibt. Gern hätte sie dort auch gebügelt.

Seit einem Jahr ist Manuela Grube Pastorin in Todesfelde, erst einmal zur Anstellung bis 2018. „Wir möchten gern länger bleiben, wir wollen Kinder haben“, sagt sie. Zwei Kinderzimmer sind eingeplant.

Morgen wird das neue Pastorat zusammen mit den Gemeindeglieder eingeweiht.

Von Silvie Domann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige